Daniel Günther: „Ich bin total optimistisch“

Joggend durch den stressigen Wahlkampf

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CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther.

HEILIGENHAFEN - hö - Er ist der Spitzenkandidat der CDU und will Ministerpräsident werden: Daniel Günther (43). Er tourt seit drei Wochen durch das Land, hat mehrere Wahlkampftermine am Tag und wird nach Ostern in der heißen Phase des Wahlkampfes noch mehr gefordert sein. Am Montag war er in Heiligenhafen zu Gast und konnte noch ein wenig Zeit für ein Gespräch mit dem FT einschieben.

Vormittags hatte er noch an der Sitzung des CDU-Bundesvorstands in Berlin teilgenommen, nachmittags saß er bereits bei den Heiligenhafener Verkehrsbetrieben, um sich mit den Angelkutterkapitänen über deren prekäre wirtschaftliche Lage zu unterhalten. Und: Der Mann wirkte nicht wirklich müde, eher fit, obwohl die Zeit nicht einmal dazu ausreichte, ein belegtes Brötchen zu essen, bevor es zum Wahlkampfauftritt mit dem CDU-Wahlkreiskandidaten Peer Knöfler ging.

Gute Kondition also, die er sich unter anderem beim Joggen holt. Rund zehn Kilometer, etwa zwei- bis dreimal in der Woche, sollten es schon sein, sagt der Familienvater, der mit seiner Frau und der einjährigen Tochter in Eckernförde lebt. Radtouren dürften auch nicht fehlen, gerne in die Hüttener Berge mit Erhebungen von bis zu 100 Metern. Auf und ab also.

Ähnlich sieht es derzeit mit den Umfragewerten für die CDU aus. Vor Martin Schulz waren die Christdemokraten klar stärkste Kraft im Land zwischen den Meeren, nach Martin Schulz bis auf sechs Prozentpunkte hinter die SPD abgerutscht. Bei der letzten Umfrage von Infratest dimap verringerte sich der Abstand wieder auf drei Prozentpunkte. „Es sind noch vier Wochen harte Arbeit, aber wir haben alle Chancen. Ich bin total optimistisch“, strahlt Günther dennoch Zuversicht aus.

Den Bekanntheitsgrad seines Widersachers, Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), erreicht Daniel Günther laut Umfragen bei Weitem nicht, doch mit der Bekanntgabe seines Schattenkabinetts in der vergangenen Woche sind einige Namen auf den Tisch gekommen, mit denen die Bürger im Land durchaus etwas anfangen können. Darunter mit Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) ein politisches Schwergewicht für das Finanzressort. „Es freut mich, dass er sofort zugesagt hat“, so Günther.

Und wie sieht es mit dem Amtsbonus des amtierenden Ministerpräsidenten aus? Der Bonus zieht oft, das gibt Daniel Günther zu und erinnert an die Saarland-Wahl, wo Amtsinhaberin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) deutlich gewann. Bei Malu Dreyer (SPD) in Rheinland-Pfalz war es vor einem Jahr ähnlich. Bei Torsten Albig sei das anders, der habe nichts vorzuweisen, teilt Günther Seitenhiebe aus.

Im Rahmen des FT-Gesprächs äußerte sich der CDU-Spitzenkandidat noch zu zwei wichtigen Themen, die das nördliche Ostholstein mit Fehmarn besonders betreffen.

Die Feste Fehmarnbeltquerung, „sie kommt“. Für Günther steht fest, dass die Landesregierung die Bevölkerung schon viel früher hätte mitnehmen müssen. Dann wäre „die Akzeptanz für das Projekt viel größer gewesen“. Zudem könne es auch nicht sein, dass die Bürgermeister aus der betroffenen Region ihre berechtigten Sorgen, Nöte und Forderungen in Berlin selbst vortragen müssten. Die Unterstützung der Landesregierung sei da nur halbherzig erfolgt. Das gelte auch für das Projekt Feste Fehmarnbeltquerung an sich. Hier vermisst Günther ebenfalls ein nachdrückliches Eintreten der Landesregierung für die Feste Fehmarnbeltquerung.

Beim Thema Windenergieeignungsflächen hält Daniel Günther Abstände von 1200 Metern zur Wohnbebauung und 500 Metern zu Einzelgebäuden oder Splittersiedlungen für notwendig. Diese Abstände sind größer als die derzeit von der Landesplanung vorgesehene Begrenzung auf 800 beziehungsweise 400 Meter. Dort, wo im Land mehr Wind bläst, müsste auch mehr gebaut werden dürfen, findet Daniel Günther, der für die Bestimmung von Windenergieeignungsflächen deshalb auch die Aufnahme des Kriteriums „Windhäufigkeit“ fordert. Zudem wünscht er sich mehr Offshore-Windparks.

Für Daniel Günther geht es heute im Wahlkampf weiter mit mehreren Terminen und Stationen in Preetz, Wankendorf, Schenefeld, Friedrichs-koog und Brunsbüttel. Über Ostern wird der Fokus auf die Familie gelegt. Karfreitag geht‘s in die Kirche. „Ich bin Katholik“, so Günther, der bezüglich des Wahlkampfes und der nahenden Osterfeiertage ergänzt: „Es gibt auch Tage, da will einen keiner sehen.“ Die Familie ist davon ausgenommen.

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