Pitbull-Mix-Rüde für Bissattacken in Landkirchen verantwortlich / Halterin gibt Hund ab

Kampfhund nach Kiel verfrachtet

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Mittlerweile nicht mehr auf Fehmarn: Ein Pitbull-Mix-Rüde sorgte in Landkirchen monatelang für Unruhe.

Fehmarn –mb– Bekannt wie ein bunter Hund heißt eine Redewendung, die sich auf den Wiedererkennungseffekt eines mehrfarbig gescheckten Vierbeiners bezieht. Anders verhält es sich allerdings in Landkirchen, wo ein Pitbull-Mix-Rüde aus sehr unerfreulichen Gründen Bekanntheit erlangt hat.

  • Vier Vorfälle wurden zur Anzeige gebracht
  • Kampfhund biss Stute in den hinteren Lauf
  • Pitbull-Mix-Rüde an dritte Person abgegeben

Bei mindestens vier Vorfällen, die zur Anzeige gebracht wurden und bis ins letzte Jahr zurückreichen, hatte das zweijährige Tier ein aggressives Verhalten an den Tag gelegt und sich in anderen Hunde festgebissen, die in der Folge tierärztlich behandelt werden mussten. Immer wieder zeigte sich auch, dass die Halterin das Tier nicht unter Kontrolle hatte, der Hund sich von ihr losreißen konnte.

Erst kürzlich griff der Pitbull-Mix-Rüde laut Zeugenaussagen, die dem FT vorliegen, sogar ein großes Pferd an, das aus Panik ausrutschte und fiel. Der Rüde biss der Stute daraufhin in den hinteren Lauf, wurde vom Pferd getreten und lief weg. Zwei weitere Vorfälle folgten an diesem Tag, bis ein fremder Hundebesitzer das Tier mit einer eigenen Leine an einen Gartenzaun binden konnte. „Darüber hinaus sind weitere Vorfälle bekannt, die allerdings nicht zur Anzeige gebracht wurden“, sagt Jan Stender, Chef des Fachbereiches Ordnung und Soziales bei der Stadt Fehmarn, ohne ins Detail gehen zu wollen.

Der Fachbereich hatte sich der Problematik zu diesem Zeitpunkt bereits angenommen, hatte unlängst den Verdacht erhoben, dass es sich um einen gefährlichen Hund im Sinne des Gesetzes über das Halten von Hunden (§ 7) handle: „Die Halterin hatte Mitte März per Bescheid die Aufforderung erhalten, ihren Hund einem tierärztlichen Gutachten zu unterziehen, den Hund an der kurzen Leine zu führen und ihm einen Maulkorb anzulegen“, erinnert sich Stender. Zudem sei sie aufgefordert worden, den Hund auf einem ausbruchsicheren Grundstück zu halten. Das tierärztliche Gutachten sollte mithilfe veterinärmedizinischen Sachverstands Klarheit darüber verschaffen, ob es sich um einen gefährlichen Hund handelt oder nicht.

Bis zum 21. April sollte die Frau ein Ergebnis der Begutachtung des Hundes vorlegen. Leider sei die Halterin den Auflagen nicht nachgekommen, so Stender, dessen Fachbereich den Rüden somit – auch infolge weiterer Vorfälle – als gefährlich einstufte und ihr die Haltung des Tieres mit einer kurzen Frist untersagte, die am Freitag auslief.

An diesem Tag teilte die Frau der Verwaltung mit, dass der Hund an eine dritte Person in Kiel abgegeben sei, die alle Voraussetzungen erfülle, die es braucht, einen gefährlichen Hund zu halten. „Wir haben entsprechend mit Kiel Kontakt aufgenommen und die Behörde über die Entwicklung informiert“, so Stender.

Hätte dieHalterin nicht in letzter Minute eingelenkt, wäre das Tier zwangsweise eingezogen und in ein Tierheim gebracht worden.

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