Sascha Deisinger Stadtwerke Fehmarn
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Stadtwerkeleiter Sascha Deisinger wird auch in den kommenden Jahren reichlich zu tun haben mit Kanalbaumaßnahmen auf Fehmarn.

Unklare Leitungen machen Ärger

Kanalnetz auf Fehmarn frisst Tausende Euro

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Die Stadtwerke Fehmarn werden im kommenden Jahr kräftig investieren. Gleichzeitig soll der Eigenbetrieb der Stadt Fehmarn bis 2030 klimaneutral arbeiten.

  • Größte Investitionen der Stadtwerke in 2022: Pumpstation Neue Tiefe und Hinrichsdorf.
  • Unklare Leitungslagen führen häufig zu Mehrkosten.
  • Zwei Maßnahmen mit erheblichem Umfang: die Erneuerung der Kanalisation in Petersdorf rund um den Dorfteich sowie in Burg im Staakensweg.

Fehmarn – Die Stadtwerke Fehmarn (SWF) wollen und müssen auch im kommenden Jahr kräftig investieren, um das Kanalnetz zu sanieren, das Klärwerk weiter zu modernisieren und – darauf legt Stadtwerkeleiter Sascha Deisinger viel Wert – bis 2030 klimaneutral zu werden. Dem Wirtschaftsplan 2022, der mit einem geplanten Plus von 31500 Euro abschließt, stimmte der Stadtwerke- und Hafenausschuss geschlossen zu.

Zu den größten Investitionen der Stadtwerke im kommenden Jahr zählen im Bereich der Schmutzwasserbeseitigung der Neubau der Pumpstation in Neue Tiefe (750000 Euro). Noch in diesem Monat soll die Ausschreibung der Maßnahme erfolgen. Mit Vorarbeiten, beispielsweise die Räumung des Baufeldes, sei bereits begonnen worden, berichtete Deisinger.

0,5 Millionen Euro für Kanalsanierung in Hinrichsdorf

Die finanziell bedeutendste Maßnahme im Bereich der Niederschlagswasserbeseitigung ist mit veranschlagten 500000 Euro die Kanalsanierung im Ortsteil Hinrichsdorf. Die Erneuerung des Regenwasserkanals und der Bau eines Regenrückhaltebeckens fällt in die Zuständigkeit der SWF, der ZVO ist für die Sanierung des Schmutzwasserkanals zuständig, die Stadt Fehmarn für den Straßenbau. Noch in diesem Jahr wollen die SWF mit ersten Maßnahmen am künftigen Regenrückhaltebecken im Nordosten der Ortslage beginnen. Und sobald die Vorplanung für den Bereich Schmutzwasser abgeschlossen sei, werde es eine  Bürgerinfo für die Anlieger durch ZVO, SWF und Bauamt der Stadt Fehmarn geben, erläuterte Deisinger.

0,45 Millionen Euro für Schmutz- und Regenwasserkanal in der Straße Badstaven

Mit 450000 Euro zu Buche schlägt das Bauvorhaben Badstaven, wo Schmutz- und Regenwasserkanal saniert werden müssen. Mit dem Bau im rückwärtigen Stichweg sei man gut vorangekommen, teilte Deisinger im Ausschuss mit. Es ist eine vorangestellte Maßnahme, die es den Anwohnern ermöglicht, sobald das eigentliche Bauvorhaben im beengten Straßenbereich beginnt, ihre Grundstücke über die Rückseite erreichen zu können. Noch im Dezember soll die Ausschreibung des Vorhabens erfolgen, mit dem Baubeginn wird laut Deisinger im Februar oder März des kommenden Jahres gerechnet.

Probleme durch „unklare Leitungslagen“

Weitere 450000 Euro sind für diverse Baumaßnahmen der Stadt Fehmarn in den Wirtschaftsplan eingestellt. Der Stadtwerkechef spricht in diesem Fall von einem „flexiblen Puffer“, der in Zeiten stetig steigender Baukosten, aber immer wieder auch vor dem Hintergrund „unklarer Leitungslagen“, die häufig zu Mehrkosten führten, nötig sei. 

Teilweise liegen zehn Leitungen übereinander, von denen nur noch vier in Betrieb sind.

Stadtwerkeleiter Sascha Deisinger

„Teilweise liegen zehn Leitungen übereinander, von denen nur noch vier in Betrieb sind“, beschreibt Deisinger eine aus seiner Sicht unhaltbare Situation, dass andere Versorger, wie beispielsweise SH-Netz oder auch die Telekom, Leitungen verlegt hätten, deren Lage oft nur unzureichend dokumentiert worden sei. Das führe bei Bauarbeiten unweigerlich zu unvorhergesehenen Mehrkosten. Die Stadt Fehmarn sei über das Bauamt aber bereits in Gesprächen mit den externen Versorgern, um eine Regelung zu treffen, in welcher Form diese sich an den Baukosten beteiligen. Es könne nicht sein, dass diese Mehrkosten auf die Kommune abgewälzt werden, findet Deisinger klare Worte.

Im Wirtschaftsplan abgebildet sind auch zwei Maßnahmen, die einen erheblichen Umfang besitzen. Es sind die Erneuerung der Kanalisation in Petersdorf rund um den Dorfteich sowie in Burg im Staakensweg. Im Inselwesten sind die SWF nur für der Erneuerung des Regenwasserkanals zuständig. Durchgeführt wird die Gesamtbaumaßnahme in mehreren Abschnitten, verteilt über fünf Jahre. Vorgezogen werden soll im kommenden Jahr die Sanierung des Regenwasserkanals sowie der wassergebundenen Oberfläche in der Straße Steenbarg in Petersdorf.

Fünf Bauabschnitte für Staakensweg 

Ebenfalls in fünf Bauabschnitte über fünf Jahre aufgeteilt werden soll die Sanierung des Staakensweges. Hier sind im nächsten Jahr 60000 Euro im Wirtschaftsplan eingestellt, für die Folgejahre jeweils 300000 Euro vorgesehen. „Der Regenwasserkanal muss dringend gemacht werden, eine normale Unterhaltung reicht nicht mehr aus“, macht Deisinger gegenüber dem FT deutlich.  Eine aufwändige Maßnahme, da der Staakensweg unter Denkmalschutz steht und die Pflasterung der Straße erhalten bleiben muss.

Endlich: neue 35-kW-Kleinwindkraftanlage kann kommen

In Sachen Klimaneutralität ist Deisinger guter Dinge, dass die alte und seit rund zehn Jahren nicht mehr in Betrieb befindliche Windkraftanlage der ersten Generation endlich abgebaut und durch eine neue 35-kW-Kleinwindkraftanlage ersetzt werden kann, um selbst produzierten Strom für den Betrieb des Klärwerks zu nutzen. Für 2022 sind für diese Maßnahme 10000 Euro in den Wirtschaftsplan eingestellt, für 2023 sind 280000 Euro vorgesehen. Übrigens: Das Deutsche Windkraftmuseum in Bad Essen (Nordrhein-Westfalen) hat laut Deisinger Interesse an der alten Windkraftanlage, von der es in Deutschland in aufgebauter Version nur noch zwei Stück geben soll.

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