Beltretter wenden sich in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin und Verkehrsminister

„Kann toxisch wirken“

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Die Beltretter, auf dem Foto Karin Neumann, wenden sich in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin, Bundesverkehrsminister und den Landesverkehrsminister.

Fehmarn – nic– „In der aktuellen Krise braucht es das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Politik. Ohne dieses Vertrauen in die Richtigkeit und den Bestand politischer Entscheidungen drohen Misstrauen und damit Instabilität. Ein gebrochenes Versprechen wie die nicht eingehaltene Zusage der dänischen Regierung kann da toxisch wirken.“

Das sagt Karin Neumann, Sprecherin der Beltretter, die sich in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und den schleswig-holsteinischen Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz wenden.

Die Sammelbewegung gegen die geplante Feste Fehmarnbeltquerung appelliert an die Adressaten ihres Schreibens, „die dänische Regierung in aller Deutlichkeit darauf hinzuweisen, dass die richterliche Entscheidung über die anhängigen Klagen gegen den Ostseetunnel abzuwarten ist, bevor Baumaßnahmen zum Belttunnel gestartet werden.“

„Wir gehen sogar so weit, zu einem Moratorium aufzurufen“, so Forian Bumm, ebenfalls Sprecher der Belt- retter. Vor dem Hintergrund der aktuellen Krise sollten Großbauprojekte wie der Belttunnel grundsätzlich einer objektiven Neuprüfung unterzogen werden, sagt er. „Statt Milliarden in ein fragwürdiges und mit seit Jahren steigenden Baukosten behaftetes Großbauprojekt zu stecken, sollten diese Finanzmittel aus EU-Töpfen sowie dem deutschen und dem dänischen Haushalt für die Rettung von kleinen und mittleren Unternehmen sowie von Millionen Arbeitsplätzen aufgewendet werden“, die durch die Corona-Krise gefährdet seien, so die Beltretter in aktueller Pressemitteilung, die in ihrem Brief auch auf zu erwartende ökologische Konsequenzen hinweisen.

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