Gerth-Hansen übergibt „Tümmler“ in fähige Hände / Kutterhochzeiten eine Erfolgsgeschichte

Der Kapitän geht von Bord

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Abschied nehmen: Gunnar Gerth-Hansen (2.v.r.) geht von Bord und Frederik Otten (l.) übernimmt. Für seine Kuttertrauungen dankten ihm im Namen der Stadt die Standesbeamtinnen Jennifer Dose (2.v.l.) und Britta Schwerin sowie der Erste Stadtrat, Heinz Jürgen Fendt.

Fehmarn –mb– „Der Kapitän geht von Bord“, sagte am Donnerstag der Erste Stadtrat der Stadt Fehmarn, Heinz Jürgen Fendt, auf dem Fischkutter „Tümmler“ zum Abschied von Gunnar Gerth-Hansen. Doch das Schicksal des 1983 vom Stapel gelaufenen Hecktrawlers ist damit nicht besiegelt – ganz im Gegenteil: Gerth-Hansens langjähriger Mitarbeiter Frederik Otten übernimmt das 15 Meter lange Schiff. Der 28-Jährige, der aus Friesland stammt und in der Krabbenfischerei gelernt hat, will die Angebote, die Gerth-Hansen über die Jahre etabliert hat, weiterführen.

  • 353 Paare gaben sich in 16 Jahren auf der "Tümmler" das Jawort
  • Hochzeitsstein wird versenkt
  • Gunnar Gerth-Hansen will eine kleine Fährlinie einrichten
Hervor stechen natürlich die Kuttertrauungen. Eine Idee des 55-Jährigen, die 2003 fast gescheitert wäre, rekapitulierte Heinz-Jürgen Fendt bei einer kleinen Ansprache zu Ehren Gerth-Hansens. Zunächst habe die Eignung für standesamtliche Trauungen zur Disposition gestanden. Das Okay sei erst nach eingehender Prüfung erfolgt. Die richtige Entscheidung, denn das Angebot entwickelte sich mit der ersten Trauung 2004 schnell zur Erfolgsgeschichte und passend für Fehmarn mit vielen Trauungen Auswärtiger. 353 Paare haben sich auf der „Tümmler“ in 16 Jahren das Jawort gegeben. Ein sehr schönes Ritual sei die kleine Ausfahrt nach der Trauung zur „Hochzeitssteinversenkung“, hob der Stadtrat hervor. Als Erinnerung erhält das Brautpaar eine Urkunde mit den genauen Koordinaten des Steins.

2013 wurde das Angebot sogar von der Hochzeitsawards-Jury in der Kategorie „Außergewöhnlichste Orte für die Eheschließung“ ausgezeichnet. „Du hast mit deinem Wirken nicht nur den Tourismus vorangebracht, sondern bei Brautpaaren für unvergessliche Stunden gesorgt“, sagte Fendt und dankte zusammen mit den Standesbeamtinnen Jennifer Dose und Britta Schwerin für das engagierte Wirken. Zum Abschied gab‘s eine Flasche Sekt und den allseits beliebten Liegestuhl des Tourismus-Service Fehmarn (TSF).

Gunnar Gerth-Hansen geht in den Unruhestand

Im Oktober begannen Gerth-Hansen und Otten mit der Übertragung aller Genehmigungen. „Die letzte ist erst gestern gekommen“, freut sich der neue Kapitän, der vor zehn Jahren bei Gerth-Hansen anheuerte. Sehr schnell habe sich ein „sehr freundschaftliches Vertrauensverhältnis entwickelt“, macht sich der Fischwirtschaftsmeister keine Sorgen um die Zukunft der „Tümmler“, zumal er mit dem kleinen Boot „Annika“ Burgstaaken erhalten bleiben wird. Ideen für touristische Fahrten habe er bereits, so zum Beispiel eine kleine Fährlinie zwischen Burgstaaken und Burgtiefe, was beim TSF auf offene Ohren gestoßen sei.

„Im Hafen wird er weiter sein Unwesen treiben“, schmunzelte der Erste Stadtrat. Der scheidende Kutter-Kapitän – letzter Arbeitstag ist heute – erinnert sich übrigens noch genau an die erste Trauung am 24. Juni 2004. „Es stürmte und regnete. Wir hatten Windstärke 8 und mussten dem Wetter trotzen.“ Mehr Glück hatten gestern Karin Voß und Markus Kohlscheen, die sich bei strahlendem Sonnenschein das Jawort gaben.

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