Feuerwehr Burg Fehmarn Versammlung
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Platzmangel und Sicherheitsmängel: Die Kameraden der Burger Wehr hoffen, dass in Sachen Neubau Feuerwache nun schnell Abhilfe geschaffen wird.

Wohin mit den Spinden?

Kein Vorankommen beim Feuerwehrhaus: Burger Kameraden leiden weiterhin unter akuter Platznot

  • Nicole Rochell
    VonNicole Rochell
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Bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Burg auf Fehmarn kehrte das leidige Thema Feuerwehrhaus zurück. Die Standortfrage ist noch immer nicht geklärt.

  • Burgs Wehrführer unterstreicht Handlungsbedarf hinsichtlich eines neuen Feuerwehrhauses.
  • Wehrführung sieht Großparkplatz Ost als idealen Standort.
  • Baulichen Mängel im Feuerwehrhaus nehmen weiter zu.

Fehmarn – Corona und die Pandemie. Bei Weitem nicht der einzige Grund, weshalb Burgs Wehrführer Dirk Westphal 2020 noch so lebendig vor Augen steht. Tagesverfügbarkeit, der Zustand der Altfahrzeuge, Wasserversorgung und -rettung – weitere Herausforderungen, die die Kameraden der Burger Wehr durchs vergangene Jahr begleiteten. Nicht zu vergessen: das immer wiederkehrende Thema Feuerwehrhaus. 

Aus meiner Sicht bewegen wir uns immer noch in Millimeterschritten.

Dirk Westphal, Wehrführer Burg

Gern hätte er verkündet, dass die Standortfrage geklärt sei, so Dirk Westphal im Rahmen der Jahreshauptversammlung am Sonnabend. „Ist sie aber nicht“, setzte er gefühlt mindestens drei Ausrufezeichen dahinter. Ein Thema, bei dem Westphal mittlerweile ganz eindeutig der Kamm schwillt.

Auf jeder Jahreshauptversammlung mahnt der Burger Feuerwehrchef seit Jahren im Kreise der Kameraden, vor politischen Vertretern der Stadt und des Kreises, immer wieder dringenden Handlungsbedarf an. „Aus meiner Sicht bewegen wir uns immer noch in Millimeterschritten“, sprach Westphal auch am Sonnabend wieder im Namen aller Burger Kameraden, die seit der Einweihung des Feuerwehrhauses in der Burger Osterstraße 1980 noch kein der Norm entsprechendes Gebäude von innen gesehen haben. Jedenfalls nicht ihr eigenes. Schon damals wurden die Vorschriften der Feuerwehrunfallkasse nicht eingehalten. Ein leidiges Thema. Es ist hinlänglich bekannt. Wer seine Dienste der Burger Wehr zur Verfügung stellen möchte, sollte also nicht klaustrophobisch veranlagt sein. Es ist eng, im Feuerwehrhaus. Und es wird immer enger.

Für uns ist es eigentlich klar, dass nur der Standort in der Osterstraße infrage kommt.

Dirk Westphal, Wehrführer Burg

Osterstraße. Das Stichwort in diesem Zusammenhang. „Für uns ist es eigentlich klar, dass nur der Standort in der Osterstraße infrage kommt“, will die Burger Wehr mit dem Neubau ihrer Feuerwache am liebsten auf den Großparkplatz Ost. Diese Lage habe sich bereits seit über 120 Jahren bewährt, wenn es darum gehe, sie schnell zu erreichen und somit Hilfsfristen einzuhalten, so Westphal. „Ein großer Vorteil bei den Ausrückzeiten. Jeder andere Standort bietet diesen Komfort nicht“, sagte er. 

Derzeit werde auch der Standort bei der Burger Jugendherberge (das Grundstück daneben) geprüft, was Wirtschaftlichkeit, die Verkehrsanbindung und die Einschätzung aus feuerwehrtechnischer Sicht entspreche. 

Politik hat Bedenken

Die Vorbehalte in der Politik, was das Wunsch-Grundstück der Burger Wehr anbelangt, sind Westphal bekannt. Doch die Parkplätze, die durch den Neubau verloren gehen, „könnten aus unserer Sicht wieder zentrumsnah errichtet werden“, so der Feuerwehrchef. 

Bekanntlich hat die Burger Wehr seit Anschub des Themas die Hände nicht abwartend in den Schoß gelegt, sondern arbeitet entsprechend ihrer Möglichkeiten zu, hat einen eigenen Architektenentwurf beigesteuert und dem Planer Vorschläge an die Hand gegeben. „Aber nun sind wir erst einmal sehr gespannt, welche Möglichkeiten der beauftragte Planer uns präsentieren wird.“ 

Zwei Fast-Brände im Burger Feuerwehrhaus

Geduld ist nicht unerschöpflich, und die der Burger Wehr inzwischen längst aufgebraucht. Angeschoben 2001 hat sich in Sachen Neubau des Feuerwehrgerätehauses nichts getan, eigentlich hätte bereits 2018 die Frage nach einem Grundstück geklärt sein sollen. Dafür nehmen die baulichen Mängel im Feuerwehrhaus immer weiter zu. 

Und doch sind sie froh, es überhaupt noch zu haben, ihr altes, aus allen Nähten platzendes Feuerwehrhaus. Denn fast schon wäre es ihnen – und das übrigens gleich zweimal in knapper Folge –, so ergangen wie den Oldenburger Kameraden, als die Leitstelle am 14. September ein Feuer bei den Kollegen auf dem Festland melden musste, bei der die Fahrzeughalle der Oldenburger abgebrannt war (wir berichteten). Ebenfalls am 14. September hatten zwei Kameraden, die sich gerade im Burger Feuerwehrhaus aufhielten, gemerkt, dass die Rolltore nicht funktionierten. Eine Sicherung war rausgeflogen. Wenig später fanden die Kameraden die Halle, in der das LF 8/6 steht, bereits bläulich verqualmt vor: aufgrund des Motors vom Hallentor, der erheblich rauchte. Und nur vier Tage später, am 18. September, qualmte es aus einem Verteilerkasten. Als der Kamerad den Sicherungskasten öffnete, schlugen ihm bereits Flammen entgegen, schilderte Dirk Westphal beide Feuer, die nur durch Zufall entdeckt worden seien. 

Dirk Westphal ist vergrätzt. Immer und immer wieder ist das Burger Feuerwehrhaus Thema. Burgs Feuerwehrchef fordert: „Hier gilt es nun endlich ein anderes Tempo aufzunehmen.“

Die Stadtverwaltung habe schnell entschieden: Seit Anfang des Monats sind in der Wache nun Rauchmelder mit automatischer Alarmierung installiert worden. Etwaige Vorfälle bekommen die Burger Kameraden gleich aufs Smartphone und können im Notfall sofort eingreifen, teilte Dirk Westphal am Sonnabend mit.

Sechs neue Kameraden vereidigt

Auch im Rahmen der 147. Jahreshauptversammlung am Sonnabend wurden zur großen Freude der Burger Wehr fünf neue Kameraden und eine Kameradin vereidigt und zur Feuerwehrfrau beziehungsweise zu Feuerwehrmännern befördert, sechs weitere Kameraden, die der Burger Wehr in der letzten Zeit beigetreten sind, versehen derzeit ihre Anwärterzeit. Sehr gut. Weil jede Hand zählt, freuen sich die Burger. 

Und dennoch plagte Dirk Westphal am Sonnabend eine Frage: „Wohin mit den Spinden?“ Damit engten sich die Kameraden noch mehr ein. Platz sei jetzt schon Mangelware und Sicherheit nach wie vor nicht gegeben. „Die Situation so ist einfach nicht in Ordnung“, machte sich Westphal am Sonnabend Luft. 

Wir brauchen Leute, nehmen aber am besten keine mehr auf, damit‘s nicht noch enger wird.

Dirk Westphal, Wehrführer Burg

„Wir brauchen Leute, nehmen aber am besten keine mehr auf, damit‘s nicht noch enger wird“, machte er spitzzüngig den Vorschlag. In Sachen Feuerwehrhaus gelte es, nun endlich ein neues Tempo aufzunehmen, hatte er einen sehr kurzen Weg, bei diesen Worten Bürgermeister Jörg Weber nachdrücklich die Hand auf die Schulter zu legen. Er saß direkt neben ihm.

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