Landrat Reinhard Sager (l.), Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt und Joachim Gattung vom Fachdienst Sicherheit und Ordnung des Kreises Ostholstein nehmen erste Zahlen über die Schäden unter die Lupe.  Foto: Witt

Landrat Reinhard Sager besuchte die Insel und sagte Kostenbeteiligung für Schneeräumung zu

„Keine Katastrophenlage“

Von Heiko Witt FEHMARN  • „Eine Katastrophenlage auf Fehmarn gab es nicht“, sagte  Landrat Reinhard Sager (CDU) im Burger Rathaus. Damit vertrat er eine andere Meinung als sein Gastgeber, Fehmarns Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt.

Sager und Schmiedt sprachen über Kostenaufteilungen für den Räumdienst und mögliche Anträge auf Hilfen des Landes für die entstandenen Sturmschäden. Die Feuerwehren wären nicht durchgekommen, wenn es irgendwo ein Feuer gegeben hätte. So hatte Otto-Uwe Schmiedt schon in der Fernsehsendung „Menschen und Schlagzeilen“ seine Einschätzung, es habe sich um eine Katastrophe gehandelt, begründet. Wenn – wie etwa in Ostvorpommern – Katastrophenalarm ausgelöst worden wäre, dann hätte der Kreis die meisten Kosten übernehmen müssen. Doch der Landrat erklärte, es habe weder einen Versorgungsengpass gegeben, noch seien Leib und Leben in Gefahr gewesen. Wenn auch unter erschwerten Bedingungen hätten Rettungsfahrzeuge und Hubschrauber die erforderlichen Einsätze leisten können. Zwar habe sich die Situation auf Fehmarn zugespitzt. „Die Situation war aber in erheblichem Maße nicht mit der von 1978/79 vergleichbar“, fügte Reinhard Sager hinzu.

Zurecht indes habe Bürgermeister Schmiedt, so der Landrat, geltend gemacht, dass die Stadt Fehmarn die Kreis- und Landesstraßen mitgeräumt hätten. Deshalb sagte Sager eine „gemeinsame Kostenregulierung“ zu. „Das dürfen die Bürgerinnen und Bürger erwarten.“

Sager erinnerte daran, dass im Auftrag des Kreises für den Winterdienst auf den Kreisstraßen normalerweise die Straßenmeisterei zuständig sei. Er werde auch von ihr eine Bewertung vornehmen lassen. Auch eine weitergehende Kostenbeteiligung des Kreises werde noch zu prüfen sein.

Otto-Uwe Schmiedt blieb dabei, dass der Schnee-Einsatz rund 250 000 Euro gekostet habe. Es seien allein 20 000 Liter Diesel verbraucht worden.

• Land bietet Hilfe • an bei • Sturmschäden

Doch noch viel teurer könnten die Schäden an den Küsten werden. Landrat Sager besuchte am Freitag auch den Meeschendorfer Strand, an dem es teils zu dramatischen Abbrüchen des Strandwalls gekommen ist. Die Schätzungen über die Schadenshöhe gehen extrem weit auseinander.

In einer Rundmail hat Sager die betroffenen Gemeinden an den Küsten aufgefordert, ihre Schäden bis Ende des Monats zu erfassen. Es seien Promenaden, Seebrücken und Hafenanlagen beschädigt worden. Es gelte, die Interessen gegenüber dem Land zu bündeln. Sager: „Es gibt erste Signale, dass das Land hilft.“ Bis zum 5. Februar sollen die betroffenen Gemeinden sich beim Innenministerium melden, so gestern ein Sprecher der Regierung. Zuvor hatte das Wirtschaftsministerium noch erklärt, die Reparaturen der Sturmschäden seien Sache der Gemeinden. Bürgermeister Schmiedt stellte gestern in Frage, ob bei Hochwasser überhaupt die Gemeinden zuständig sein könnten. Nach seiner Auffassung müsse das Land überall, nicht nur bei Schäden an Landes- und Regionaldeichen einspringen.

ft-online/lokales vom 16. Januar 2010

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