Bahn und Dänische Staatsbahnen wollen Trajektverkehr über den Fehmarnbelt einstellen

Keine Züge mehr auf den Fähren?

+
Die Bahn und die Dänischen Staatsbahnen wollen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 den sogenannten Trajektverkehr einstellen. Dann rollen in Puttgarden keine Züge mehr auf die Fähre.

FEHMARN  –lb/mb- Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 soll der Trajektverkehr über den Fehmarnbelt eingestellt werden. Dies berichtet die Eisenbahn-Revue International in ihrer Februar-Ausgabe. Das bedeutet: Kein Zug soll dann mehr in Puttgarden und Rødby auf eine Fähre fahren. Bestätigt hat die Bahn dies nicht. Eine entsprechende FT-Nachfrage blieb am Montag unbeantwortet.

Über Jütland und Flensburg

Die Bahn und die Dänischen Staatsbahnen (DSB) sollen sich hierüber kurz vor Weihnachten 2018 verständigt haben, berichtet die Eisenbahn-Revue. Übergangsweise soll das Angebot Hamburg-Kopenhagen über Jütland und Flensburg weiterhin mit der DSB-Baureihe MF (auch als IC3-Dieseltriebzüge oder sogenannte „Gumminase“, siehe auch Foto, bekannt) gefahren werden. Es seien drei Zugpaare vorgesehen, die für die 160 Kilometer längere Strecke rund vier Stunden und 40 Minuten benötigen sollen. Knapp eine Viertelstunde weniger als die heutige Verbindung. Ebenfalls soll es saisonal ein viertes Zugpaar geben sowie einen Nachtzug geben.

Update vom 28. Februar: 

Bahn lässt Betroffene im Dunkeln 

In Sachen Einstellung des Trajektverkehrs über den Fehmarnbelt (wir berichteten) auf der Strecke Hamburg–Kopenhagen hält sich die Deutsche Bahn bedeckt und schiebt den Umstand auf Bauarbeiten auf dänischer Seite. „Aufgrund von Gleisbauarbeiten zwischen Rødby und Kopenhagen gibt es Planungen, die EC-Verbindung – in Abstimmung mit der DSB (Dänische Staatsbahnen) – ab Fahrplanwechsel im Dezember 2019 die Route über Padborg nach Kopenhagen fahren zu lassen“, sagte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis auf FT-Nachfrage. Ziel sei es, eine schnelle, zuverlässige und kundenfreundliche Verbindung zu gewährleisten. Die jetzige Fahrzeit solle über die neue Route in etwa gleich bleiben. „Derzeit werden alle Einzelheiten zwischen den Beteiligten abgestimmt. Diese Einzelheiten werden dann zeitnah kommuniziert“, so Meyer-Lovis. Bürgermeister Jörg Weber (SPD) ergriff am Dienstag im Tourismusausschusses deutlich angesäuert das Wort. Das man scheinbar nicht zu den Beteiligten gehöre, stimme sehr bedenklich. Aber, so Weber, „das ist die Kommunikation der Bahn, die wir kennen“. Weber forderte die Bahn auf, „nicht mehr um den heißen Brei herumzureden“.

Ebenfalls kein Verständnis für das Verhalten der DB konnte Regionalmanager Jürgen Zuch gestern auf FT-Nachfrage aufbringen. „Es bleibt offen, was wann konkret passieren soll, und welche Auswirkungen das für Fehmarn und den Kreis Ostholstein haben wird. Wie wird beispielsweise für Ersatz gesorgt?“ Trotz direkter Betroffenheit, sei man nicht in die Planungen eingebunden. „Die Bahn will unsere Anfrage an den zuständigen Fachbereich weiterleiten“, so Zuch zur ersten Reaktion des Unternehmens nach einer offiziellen Anfrage der Stadt.

Derweil scheint auch die Reederei Scandlines noch im Dunkeln zu tappen. „Wir können nicht bestätigen, dass kein Zug mehr in Puttgarden und Rødby auf eine Fähre fahren soll“, sagte Sprecherin Anette Ustrup Svendsen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.