Stundensatz pro Kind auf fünf Euro erhöht / Ostholstein landesweit an der Spitze

Kindertagespflege sorgt für hitzige Debatte im Kreistag

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Kindertagespflegekräfte bekommen ab 1. Januar 2019 mehr Geld.

EUTIN -ra- Von einer hitzigen und fast 90 Minuten andauernden Debatte über die zukünftige Entlohnung von Kindertagespflegekräften ist die Sitzung des Kreistages am Dienstag gekennzeichnet gewesen. Am Ende setzte sich mit großer Mehrheit der von der CDU, den Grünen und der FDP getragene Antrag durch, zum 1. Januar den Stundensatz pro betreutem Kind von 3,90 Euro auf fünf Euro zu erhöhen. „Damit liegt Ostholstein landesweit an der Spitze“, sagte Petra Kirner von der CDU-Fraktion.

Doch die Meinungen gingen bei der Frage auseinander, ob den Kindertagespflegerinnen, von denen es rund 80 in Ostholstein gibt, auch bezahlte Urlaubs- und Krankheitstage zustehen. Die Mehrheit der Kreistagsmitglieder verneint dies. „Wo bleibt hier die soziale Gerechtigkeit, wenn die Betreuerinnen noch nicht einmal in Ruhe eine Grippe auskurieren können?“, fragte Gabriele Freitag-Ehler (SPD), die darauf verwies, dass sich der Jugendhilfeausschuss klar für bezahlte Urlaubs- und Krankheitstage ausgesprochen hatte. Der Hauptausschuss hatte wiederum eine andere Empfehlung getroffen (wir berichteten).

„Es steht außer Frage, dass die Entlohnung angehoben werden muss. Fünf Euro pro Kind und pro Stunde sind ein sehr guter Schritt. Die SPD-Vorstellungen gehen uns einen Schritt zu weit und würden pro Jahr eine halbe Million Euro mehr kosten“, gab Dr. Joachim Rinke (FDP) zu bedenken.

Auch Landrat Reinhard Sager (CDU) nahm sich des Themas an. „Das von der CDU, den Grünen und der FDP vorgeschlagene Modell ist schlichtweg rechtssicher.“ Bei den Mitarbeiterinnen der Kindertagespflege handele es sich schließlich um selbstständige Personen, deshalb sei die Lohnfortzahlung im Urlaub oder bei Krankheit ein rechtlicher Graubereich. „Andere Kreise machen es auch. Dann befinden sich diese wohl alle in einer Grauzone. Wir sollten uns vielleicht mal Nachhilfe geben lassen“, lautete der sarkastische Kommentar Burkhard Klinkes (SPD). Mit 37-Jastimmen wurde der Antrag der CDU, der Grünen und der FDP schließlich angenommen.

Ebenfalls langwierig gestaltete sich die Haushaltsdebatte.

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