Ideenaustausch mit konstruktivem Ergebnis / Übergreifender Kulturflyer für Fehmarn in Planung

Kirchner-Verein zeigt Initiative

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Auf Anregung des Ernst-Ludwig-Kirchner-Vereins trafen sich Vertreter der Stadt, des Tourismus-Service und Interessierte am Montagvormittag zum Gedankenaustausch über den Kulturtourismus auf Fehmarn.

FEHMARN -wa- Der Ernst-Ludwig-Kirchner-Verein Fehmarn hat sich die Mühe gemacht, den Kulturtourismus auf der Insel sowie mögliche Marketingaktionen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis präsentierte die stellvertretende Vorsitzende Dr. Imke Ehlers bei der Zusammenkunft am Montag von Vertretern der Stadt, des Tourismus-Service und weiteren Interessierten in der Kirchner-Dokumentation

Zu Beginn der doch etwas größeren Runde erläuterte Imke Ehlers die kulturellen Potenziale, über die Fehmarn verfügt. Dazu gehöre selbstverständlich nicht nur die Kirchner-Dokumentation, wenn es auch so sei, dass Fehmarn einer der Hauptwirkungsorte des so wichtigen Künstlers Ernst Ludwig Kirchner gewesen sei und somit kunsthistorisch eine besondere Bedeutung habe. In der Staatsgalerie Stuttgart gebe es sogar einen eigenen Fehmarnraum für die auf der Insel entstandenen Werke Ernst Ludwig Kirchners.

Ehlers ließ wissen, dass Fehmarn so einiges verschlafen habe, was die Kunst beträfe. Es sei schön, den Raum über der Stadtbibliothek kostenfrei nutzen zu dürfen, jedoch müsse man jetzt daran arbeiten, einen aufmerksamkeitsstärkeren Ort für die Ausstellung zu finden.

Die stellvertretende Vorsitzende berichtete von den Ideen, die der Verein im Rahmen seiner Reisen gesammelt habe. So würden andere künstlerisch wichtige Orte wie Ahrenshoop auf dem Darß oder Gaienhofen am Bodensee mit der Erich-Heckel-Stiftung und der Villa des Malers Otto Dix ihr Potenzial bestens vermarkten und somit viele Kulturtouristen anziehen. Unbedingt müsse auch Fehmarn eine umfassende Vermarktung in Gemeinschaftsarbeit mit den vielen weiteren Kunst- und Kulturschaffenden auf der Insel, der Stadt und dem Tourismus-Service in Angriff nehmen. Dazu sei es selbstverständlich nötig, sich eng zu vernetzen und auch das gastgebende Gewerbe mit ins Boot zu holen.

Kirchner könne für eine solche Vermarktung als Magnet wirken. Es gibt vonseiten des Kirchner-Vereins auch schon jede Menge Ideen, was die Marketingaktivitäten angeht. So sei denkbar, Kirchners Bild mit dem Leuchtturm als Symbol für die Verlinkung auf den Webseiten des Tourismus-Service, der Stadt oder anderer Kulturschaffender zu platzieren. Man müsse sich jedoch gegenseitig befruchten und gegenseitig aufeinander aufmerksam machen. Tourismusdirektor Oliver Behncke bot an, auf den kommenden Meldescheinen den Leuchtturm als Hinweis zur Ernst-Ludwig-Kirchner-Dokumentation abzudrucken.

Auch habe sich der Verein bereits bei Digikult angemeldet, ließ Ehlers wissen. Diese App zeige das gesamte Spektrum des kulturellen Angebots in Schleswig-Holstein. „Und das kostenlos und einfach übers Smartphone. Hier können sich auch alle anderen Kulturschaffenden von Fehmarn anmelden“, regte Ehlers an. Ebenso gebe es jede Menge Fördermöglichkeiten der EU. Dahinter stünden zwar aufwändige Anmeldeverfahren, aber dafür könne man sich Hilfe holen.

So könne man vielleicht auch die Zukunft des Fehmarn-Museums sichern. Hier müsse dem Förderantrag jedoch eine wissenschaftliche Aufarbeitung des Museums vorausgehen. Aber auch dies sei ohne große Kosten zu bewerkstelligen in Kooperation mit einer Universität, die das Thema von einem Doktoranden bearbeiten lässt.

Positive Resonanz für Ideen des Kirchner-Vereins

Mit ihren Ideen, zu denen neben den gegenseitigen Verlinkungen auch ein übergreifender Kulturflyer gehört, rannte Ehlers bei den Anwesenden offene Türen ein. Sowohl der Erste Stadtrat Heinz Jürgen Fendt (SPD) als auch Werner Ehlers (CDU) und Tourismusdirektor Behncke pflichteten ihr bei, dass man die kulturellen Schätze Fehmarns besser vermarkten müsse. „Hier könnte die Stadt den Hut aufhaben“, fand Behncke.

Fendt sprang gleich darauf an: „Wir könnten das Projekt im Fachbereich Kinder, Jugend, Sport, Schule und Kultur ansiedeln.“ Er versprach, mit Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Schimpf und der Ausschussvorsitzenden Marianne Unger zu sprechen.

Der nächste Schritt soll nun sein, sich mit den anderen Verbänden und Vereinen auf Fehmarn zu vernetzen und Partnerschaften zu bilden, um die vielfältigen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung der Insel aufzuzeigen.

Hierzu merkte der frisch pensionierte ehemalige Vorstandssprecher der VR Bank, Klaus Treimer, an, dass das Vereinsleben auf Fehmarn viel zu kleingliedrig sei und man eigentlich alle Vereine unter einem Dach bündeln müsse. Nur so sei es möglich, gemeinsam mit den Tourismusbetrieben die Kultur gut zu fördern.

Anfang des Jahres soll ein Treffen mit allen Kulturschaffenden stattfinden, bei dem der Kulturflyer in Angriff genommen werden soll. In einem weiteren Schritt sollen dann die Ferienvermieter als Multiplikatoren mit ins Boot geholt werden

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