Bei dem Sturm zerriss das Segel

Kiter wäre vor Puttgarden fast ertrunken

PUTTGARDEN (pl)  • Nur knapp dem möglichen Kältetod entgangen ist am Mittwoch ein Kitesurfer aus Mecklenburg-Vorpommern.

Dänische Touristen machten gegen 16.15 Uhr eine Streife der Wasserschutzpolizei Puttgarden durch Winkzeichen auf sich aufmerksam. Die Skandinavier deuteten dabei auf einen dunklen Gegenstand am Rand der Westmole des Fährhafens. Die Beamten dachten zuerst an eine Robbe. Als sie sich näherten, erkannten sie, dass es ein regungsloser Mann im Neoprenanzug war.

Dieser war am frühen Nachmittag bei stürmischem Wind von Altenteil aus mit seinem Kitedrachen auf die Ostsee gesurft, um einen anderen Kitedrachen, der sich an Land losgerissen hatte, zurückzuholen. Rund einen Kilometer vor der Küste wurde der Drachen des 26-Jährigen vom starken Wind zerrissen. Der Mann trieb nun selbst hilflos im Wasser, was von seinen Freunden an Land unbemerkt blieb.

Fast zwei Stunden trieb er in dem zehn Grad kalten Wasser gen Osten. Mit letzter Kraft konnte er sich dann auf die Mole retten. Dabei zog er sich Schürfwunden zu. Viel schlimmer aber: Die Seile des Schirms hatten sich um seine Beine gewickelt, er war bewegungsunfähig und lag nun hilflos und mittlerweile stark unterkühlt auf den Molenfelsen.

WaPo rettete den Mann

Die Beamten der WaPo bargen den jungen Mann umgehend. In der Wache peppelten sie ihn mit einer heißen Dusche und Tee wieder auf. Den Rat der WaPo, aufgrund der Unterkühlung einen Arzt zu konsultieren, schlug der 26-Jährige aber aus. Seine Freunde holten ihn schließlich ab.

„Das hätte schlimmer enden können. Zwei Stunden später wäre es dunkel gewesen, und kein Mensch hätte ihn gefunden“, sagt Roland Liedtke. Der Leiter der WaPo Puttgarden rät deshalb dringend davon ab, bei Sturm zu kiten oder zu surfen.

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