Der Kitesurf Club Deutschland am Strand von Großenbrode
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Der Kitesurf Club Deutschland am Strand von Großenbrode (v. l.): 1. Vorsitzender Detlef Groebert, Nachwuchsfahrer Titus Zernial, 2. Vorsitzender Linus Erdmann und Schatzmeister Tom Fassbender mit Sohn Kent.

Events für die lokale Community

Kitesurf Club Deutschland auf Fehmarn: „Der Nachwuchs hat Priorität“

  • Lars Braesch
    VonLars Braesch
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Auf Fehmarn hat sich der Kitesurf Club Deutschland im November 2019 gegründet. Der Verein hat Kitesurfen als Schwerpunkt.

  • 38 Mitglieder starker Verein.
  • Verein möchte die lokale Jugend fördern.
  • Sicheres und nachhaltiges Kiten möchte der Verein anbieten.

Fehmarn/Großenbrode – Die Idee, einen Verein zu gründen, der speziell Kitesurfen als Schwerpunkt hat, bestand schon länger. Nachdem zwei Wassersportvereine, darunter Wassersport Fehmarn, aus dem Deutschen Segler-Verband (DSV) ausgetreten sind, war für eine ganze Reihe von Kitesurfern die Startberechtigung an den deutschen Meisterschaften weggefallen. So gründeten der siebenfache deutsche Meister im Freestyle, Linus Erdmann, und Fehmarns Kitesurfer Detlef Groebert im November 2019 den Kitesurf Club Deutschland. Um mehr auf den Verein aufmerksam zu machen, stellten die beiden Wassersportler gemeinsam mit Schatzmeister Tom Fassbender den Verein vor. Ebenfalls dabei waren die Nachwuchsfahrer Kent Fassbender (14) und Titus Zernial (15). 

Der siebenfache deutsche Meister im Freestyle, Linus Erdmann, gibt seine Erfahrungen in Sachen Kitesurfen beim Kitesurf Club Deutschland an den Nachwuchs weiter. Hier nimmt der Profi einen Kiteschüler Huckepack.

„Der Nachwuchs hat für uns eine große Priorität“, erläutert Linus Erdmann. Mit dem Freestyle und dem Kitefoil Racing werden beide Hauptkategorien des Kitesurfens in zwei Abteilungen angeboten. Unter dem Motto „Children of the sea“ kümmert sich der Kitesurfprofi und 2. Vorsitzende Linus Erdmann um die Nachwuchsarbeit im Bereich Freestyle. 1. Vorsitzender Detlef Groebert ist unter dem Titel „Young Kiteracer Germany“ für die Nachwuchsfahrer im Bereich Kitefoil Racing zuständig. 38 Mitglieder stark ist der Kitesurf Club Deutschland derzeit. „Durch Corona haben wir keine Mitglieder verloren“, ergänzte der Vereinsvorsitzende. Wenn wieder Wettkämpfe angeboten werden, dürfte die Mitgliederzahl noch steigen, vermutet er.

Ferienpass-Aktion: Wakepark Fehmarn und Lenkdrachenfliegen in Gold

Der Verein möchte auch die lokale Jugend fördern. So gibt es im Rahmen des Ferienpasses eine Aktion. Zuerst geht es in den neuen Wakepark Fehmarn, danach zum Lenkdrachenfliegen nach Gold. 

Auf Fehmarn gibt es bei allen Windbedingungen optimale Spots zum Kitesurfen. Seine Base hat Linus Erdmann in Petersdorf in der Schlagsdorfer Straße aufgeschlagen. „Von dort aus sind die Spots sehr gut zu erreichen“, so der Kitesurfprofi. 

In Großenbrode darf der Verein die Räumlichkeiten der Wassersportschule Großenbrode mitnutzen. „Wir haben ein Boot gespendet bekommen. In Großenbrode wurde uns dazu noch ein entsprechender Liegeplatz gestiftet“, erläutert Detlef Groebert weiter. 

Ebenfalls steht, dank großzügiger Spenden einiger Hersteller, beim Kitesurf Club Deutschland ein großer Materialpool zur Verfügung. „Material ist in der Anschaffung sehr teuer“, so der Vereinsvorstand weiter. Derzeit bieten viele der Kitesurfschulen auf der Insel Vergünstigungen für Fehmaraner an. „Nach dem Kitesurfkurs können die Jugendlichen bei uns eintreten. Wir bieten begleitendes Kiten oder Training an“, so die Kiter weiter.

Ebenfalls könne das Material erst mal kostengünstig „gemietet“ werden. Durch ehrenamtliche Mitarbeit oder beim guten Abschneiden bei den deutschen Meisterschaften können die Mitglieder Förderpunkte erwerben und diese dann am Ende der Saison einlösen, um das Kitesurfmaterial günstiger vom Verein zu erwerben. 

Events möchte der Verein auch veranstalten. „Dabei liegt der Fokus der Veranstaltung klar im sportlichen Bereich“, betonen die Kiter. Der Kitesurf World Cup, der dreimal auf Fehmarn Station machte, sei zwar schön gewesen, jedoch zu kommerziell. Das „Children of the Sea Kite Festival“ richtet der Verein vom 9. bis zum 12. September am Grünen Brink aus. Dann wird auch der Rider of the year im Freestyle gekürt.  

Am Grünen Brink sollen die Racer ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Schließlich ist das Foil Racing bereits bei der Jugend olympisch. Bekanntlich trainierte Detlef Groebert Alina Kornelli 2018 in Buenos Aires (wir berichteten). 2024 in Paris wollen die Kiter beim Kitefoil Racing erstmals ihre Olympiasieger küren. Im Freestyle und im Racing hat Deutschland großen Nachholbedarf. Einen Bundestrainer gibt es nicht. 

Wir wollen mehr die Leute hier vor Ort einbinden.

Linus Erdmann

„Die Veranstaltung am Grünen Brink soll sich dauerhaft etablieren“, hoffen die Verantwortlichen des Kitesurf Clubs Deutschland. „Wir wollen mehr die Leute hier vor Ort einbinden“, so Linus Erdmann weiter. Der Foodtruck käme dann von Fehmarn, und nicht von außerhalb. 

Der Kitesurf Club Deutschland will über das Jahr verteilt kleinere Events anbieten. Dabei liegt der Fokus auf einer Online-Übertragung. „Die Richter, die sogenannten Judges, können gemütlich am Strand sitzen und den Fahrer bewerten“, so Erdmann weiter. 

Das Event sei dann von der Größe her vergleichbar mit einem Stadionfest in der Leichtathletik. Dies ermögliche jungen Kitern den Einstieg in den Wettkampf. Weiterhin gibt es für beide Disziplinen Camps. Diese sind vergleichbar mit der Klaus-Fischer-Fußballschule. Im Bereich Freestyle werden die Camps von Linus Erdmann geleitet. 

Weiterhin hoch im Kurs ist die Sicherheit beim Verein. Linus Erdmann betreut im Winterhalbjahr eine Wassersportstation auf Djerba (Tunesien). Dort sei es üblich, dass sogenannte Beachboys den Spot betreuen. Ohne deren Hilfe sei es sogar zum Teil verboten, mit dem Kite zu starten und zu landen. Dieses Konzept sei auf Fehmarn so nicht umsetzbar, jedoch habe der Verein der Stadt angeboten, einen Spot mit sogenannten Strandlotsen zu betreuen. „Wir möchten sicheres und nachhaltiges Kiten anbieten“, so Erdmann. Dabei wollen die Kiter keinesfalls maßregeln, denn das würde den Kitesurfern die Freiheit nehmen. 

Für alle Wassersportdisziplinen und Behinderungsarten soll auf Fehmarn ein Wassersportinternat errichtet werden. Mit dieser Idee seien die Verantwortlichen noch ganz am Anfang. Für dieses Projekt habe das Land Schleswig-Holstein bereits eine umfangreiche Förderung in Aussicht gestellt. 

Beim Deutschen Segler-Verband (DSV) steht Fehmarn bald auf der Agenda. Die Insel soll offizieller Trainingsstützpunkt fürs Kitesurfen werden.  

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