Scandlines verklagt Femern A/S / Prüfung auf Verstoß gegen dänische Marketing-Gesetze

Klage wegen eines Brettspiels

+
Diese Grafik entstammt dem besagten Spiel. Stein des Anstoßes für die Klage ist die Tatsache, dass die Mitspieler drei Runden aussetzen müssen, wenn sie auf das Rødby-Feld kommen, weil sie dann auf die Fähre umsteigen müssen.

FEHMARN - Von Lars Braesch Die deutsch-dänische Reederei Scandlines hat Femern A/S wegen eines Brettspieles in einer Informationsbroschüre für Kinder aus dem Jahr 2014 über den geplanten Fehmarnbelt-Tunnel verklagt. Dies bestätigte die kommissarische Pressesprecherin der dänischen Planungsgesellschaft, Inga Karten, auf FT-Nachfrage. Zuvor hatten die Onlinezeitung „Nordschleswiger“ und das dänische Fachblatt „Søfart“ über die Klage berichtet.

„Das Brettspiel ist ähnlich wie Monopoly“, so Karten weiter. Kommt die Spielfigur eines Spielers auf das Feld „Fähre“, muss der Spieler wegen „Umsteigens auf die Fähre“ drei Runden lang aussetzen.

Femern A/S habe eine 16-seitige Vorladung erhalten, in der es um einige Kommunikationsmittel von Femern A/S gehe. Die Klage erfolgte in Dänemark, bezieht sich aber auch auf deutsche Kommunikationsmittel. „Wir sind sehr verwundert über diese Klage, aber nehmen sie natürlich sehr ernst. Wir haben mit unseren Anwälten gesprochen und diese bewerten die Sachlage so, dass kein einziger von Scandlines‘ Punkten haltbar ist. Wir sind der Meinung, dass es der Realität entspricht, dass die Fährfahrt länger dauert als eine Fahrt durch den Fehmarnbelt-Tunnel“, erklärte der dänische Pressesprecher von Femern A/S, gestern Nachmittag der Heimatzeitung in einer E-Mail.

Der Konter seitens der Reederei ließ über Scandlines-Konzernsprecherin Anette Ustrup Svendsen nicht lange auf sich warten: „Schon seit vielen Jahren äußert sich die Femern A/S in ihrem umfassenden Marketing-Material negativ über Scandlines. Nun hat die Femern A/S den Ton noch einmal verschärft. Mit der Veröffentlichung eines Würfelspiels für Kinder, bei dem man ‚bestraft‘ wird, wenn man die Scandlines-Fähre nimmt, hat die Femern A/S einen neuen Tiefpunkt erreicht. Scandlines möchte von einem Gericht beurteilen lassen, ob die Femern A/S gegen das dänische Marketing-Gesetz verstößt, da sich das Unternehmen in seinem Marketing-Material abschätzig über Scandlines äußert und Scand-lines lächerlich macht. Aus diesem Grund hat Scandlines im Juni 2017 Klage gegen die Femern A/S eingereicht.“ Mehrfach habe Scandlines Femern A/S auf das Marketing-Gesetz hingewiesen.

Doch nicht nur das Brettspiel sorgt für Aufregung. Durch die dänischen Medien gingen Meldungen, dass Scandlines für zwei Milliarden Euro unmittelbar vor dem Verkauf durch den britischen Finanzinvestor 3i als alleiniger Eigentümer stünde. Bereits 2012 kursierten derartige Verkaufspläne.

„Als Unternehmen, dass einem Kapitalfond gehört, stehen wir prinzipiell immer zum Verkauf. Unser Eigentümer, 3i, entscheidet, wann der Zeitpunkt richtig ist“, erklärte die Sprecherin Anette Ustrup Svendsen abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.