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Klassik wieder als Frühlingsgruß von Fehmarn?

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Von: Andreas Höppner

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Andrea Merlo und Ian Mardon
Klaviervirtuose Andrea Merlo (l.) und der kanadische Geiger Ian Mardon eröffnen am 30. April die Burger Klassiktage. © D. KEMPKE

Für die Burger Klassiktage wünscht sich Organisatorin Dr. Andrea Susanne Opielka ein Stück Normalität zurück.

Fehmarn – Können die Burger Klassiktage in diesem Jahr im Mai stattfinden? Werden sie wieder zu einem Frühlingsgruß? Organisatorin Dr. Andrea Susanne Opielka hofft es und wünscht sich für 2022 trotz Coronapandemie ein Stück Normalität zurück. Zuletzt hatten die Burger Klassiktage aus Infektionsschutzgründen zweimal in den Herbst verlegt werden müssen.

Konzerte wohl in St.-Nikolai-Kirche

Was den Veranstaltungszeitraum anbelangt, ist sie guter Dinge, weniger jedoch hinsichtlich des Veranstaltungsortes. Hier geht sie davon aus, dass die drei Konzerte wie schon in den vergangenen zwei Jahren aufgrund von Coronaauflagen ein weiteres Mal in der St.-Nikolai-Kirche und nicht im Senator-Thomsen-Haus stattfinden müssen.

Dr. Andreas Susanne Opielka im Porträt.
Dr. Andrea Susanne Opielka organisiert bereits zum neunten Mal die Burger Klassiktage. © Andreas Höppner

Von der Akustik her sei die Kirche beispielsweise für einen Flügel besser geeignet, andererseits das Senator-Thomsen-Haus mit seiner besonderen Atmosphäre aber auch die Heimstätte der Burger Klassiktage beziehungsweise der früheren Kunsttage, so Opielka. Für die Organisation des kulturellen Events zeichnet die ehemalige Veranstaltungsleiterin des Tourismus-Service Fehmarn und mittlerweile freiberuflich tätige Kunsthistorikerin und Musikwissenschaftlerin bereits im neunten Jahr verantwortlich.

Es sind spannende und eher ungewöhnliche Orte

Dr. Andrea Susanne Opielka, Organisatorin der Burger Klassiktage

Die Ideen, unter einem Oberbegriff alljährlich ein abwechslungsreiches Programm zu entwickeln, das immer wieder neue Schwerpunkte setzt, scheinen der 46-Jährigen nicht auszugehen. So sind die Burger Klassiktage 2022 überschrieben mit dem Titel „Musikalische Metropolen“. Es sind nicht Wien oder Paris, die einem vielleicht spontan einfallen könnten, „es sind spannende und eher ungewöhnliche Orte“, die Opielka in den Fokus rücken möchte. Am 30. April (Sonnabend) wird es Leipzig sein. „Die Messe- und Handelsstadt Leipzig entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Zentrum der Musik. Das weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannte Konservatorium zog junge Studierende wie den Norweger Edvard Grieg an, und auch das berühmte Gewandhaus- orchester verlieh der Stadt einen Ruf als kulturelle Metropole“, so Opielka. Die Musik der sächsischen Metropole werden der kanadische Geiger Ian Mardon und der italienische Klaviervirtuose Andrea Merlo, kurz Mardon & Merlo, zu Gehör bringen. Unter dem Titel „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind“ präsentieren sie neben Violinsonaten von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Edvard Grieg auch romantische Werke des Komponisten Heinrich Wilhelm Ernst.

Am 8. Mai (Sonntag) steht Mailand im Fokus. Musikalisch wird der Schwerpunkt im Rahmen dieser Klassiktage auf den Anfang des 18. Jahrhunderts gelegt, die Zeit des Umbruchs vom Barock zur Klassik. „Hier machten die beiden Bach-Söhne Carl Philipp Emanuel und Johann Christian Station“, berichtet Opielka. Letzterer sei zu einem wichtigen Vorbild für Wolfgang Amadeus Mozart geworden, der noch als Jugendlicher drei Opern für Mailand geschrieben habe. Ausgewählte Werke dieser Komponisten wird in Burg die Pianistin Anna Khomichko präsentieren.

Im dritten Teil der Klassiktage entführt das Ensemble Spirit, Pleasure & More am 12. Mai (Donnerstag) die Besucher nach London, das in der Barockzeit der „musikalische Nabel der Welt“ gewesen sei, weiß die Musikwissenschaftlerin. Das Ensemble um Monika Nielsen (Barockoboe), Christopher Mayer (Barockvioline) und Johanna Seitz (Barockharfe) spielt unter anderem bürgerlich-höfische Kammermusik sowie Werke von Meistern wie Henry Purcell und Georg Friedrich Händel. „Ein außergewöhnliches Programm“, so Opielka, die auf eine nicht so häufige Kombination von Harfe und Oboe gespannt ist.

Vierwöchiger Kartenvorverkauf

Bevor nun in rund zehn Wochen das Auftaktkonzert startet, gibt es laut Opielka noch einiges zu organisieren. Flyer erstellen, den Vorverkauf regeln oder die Kontaktaufnahme mit Sponsoren. Hier könne sie auf einen treuen Sponsorenstamm bauen, der jedes Jahr etwas größer werde, freut sie sich über die Unterstützung. Da die Veranstaltung vor der eigentlichen Saison liege, sei es praktisch auch ein Event vor allem für Einheimische, die etwa zwei Drittel der Tickets kauften. Der Kartenvorverkauf in Fehmarns Buchhandlungen und beim Tourismus-Service Fehmarn soll etwa vier Wochen vor Veranstaltungsbeginn starten. 

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