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Hier, im Oldenburger Haus, und in Eutin versorgt Sana Covid-19-Patienten.

52 Intensivbetten gibt es an den Standorten Oldenburg, Eutin und Neustadt

Kliniken für Corona gerüstet

Ostholstein – Von Lars Braesch Die Corona-Fallzahlen steigen. Damit verbunden ist auch ein Anstieg der intensivmedizinischen Behandlung von Covid-19-Patienten. Wie sieht aktuell die Situation hinsichtlich der Intensivbetten in Ostholstein aus? 52 Betten gibt es an den Stand- orten Oldenburg, Eutin und Neustadt. 30 Betten sind belegt, 22 frei. Ein Covid-19-Fall befindet sich zurzeit in intensivmedizinischer Behandlung, wird jedoch nicht beatmet.

  • DIVI-Intensivregister meldet neuen Höchststand mit 3059 Covid-19-Patienten
  • Krankenhäuser schließen sich zu Clustern zusammen
  • Pflegepersonaluntergrenze war bis zum 31. Juli ausgesetzt

Die jeweilige Bettensituation melden die Krankenhäuser mehrmals täglich an das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Die DIVI betreibt das Register gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut (RKI). „Das Register ermöglicht in der Pandemie und darüber hinaus, Engpässe in der intensivmedizinischen Versorgung im regionalen und zeitlichen Vergleich zu erkennen. Damit schafft das Register eine wertvolle Grundlage zur Reaktion und zur datengestützten Handlungssteuerung in Echtzeit seit April 2020“, heißt es auf intensivregister.de.

„Die Krankenhäuser mit einem hohen Aufkommen an Covid-19-Patienten müssen jetzt umgehend aus dem Regelbetrieb herausgenommen und auf Notbetrieb umgestellt werden“, forderte DIVI-Präsident Prof. Uwe Janssens am Sonntag. Täglich veröffentlicht das DIVI-Intensivregister einen Tagesreport der rund 1300 registrierten Akut-Krankenhäuser. Schon am Montag vermeldete die DIVI mit 3005 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung einen neuen Höchststand in Deutschland. Mehr als die Hälfte (1688) wird beatmet. Im Frühjahr lag der Höchststand bei 2933. Am Dienstag wurde die Marke noch einmal um 54 Patienten auf 3059 heraufgeschraubt. 56 Prozent davon werden beatmet (1737).

Die Krankenhäuser mit Intensivbetten im Land haben sich zu fünf Clustern zusammengeschlossen. Ostholstein gehört zum Süd-Ost-Cluster. Dort standen am Montag nach Aussagen des Landes 30 Betten ohne Beatmung zur Verfügung. Zehn Betten waren belegt. 220 Intensivbetten mit Beatmung stehen im Cluster für die Intensivmedizin bereit. Davon waren 157 Betten belegt, sodass es mit 71 Prozent die bisher höchste Auslastung gibt. Landesweit sind 474 von 725 Betten mit Beatmung belegt (65 Prozent). Ohne Beatmung waren es 50 von 111 Betten.

Hierzu teilte der Pressesprecher des Gesundheitsministeriums, Marius Livschütz, mit: „Für die Intensivmedizin wurde die Pflegepersonaluntergrenze als Verhältnis von Patienten zu einer Pflegekraft in der Tagschicht von 2,5:1 und in der Nachtschicht von 3,5:1 vom Bund festgelegt.“ Bis zum 31. Juli sei diese Grenze jedoch ausgesetzt gewesen. „Die Aussetzung konnten die Krankenhäuser für entsprechende Anpassungen im Arbeitsablauf nutzen.“

Sana: Personal zusätzlich geschult und eingewiesen

„Die Sana-Kliniken Ostholstein versorgen Covid-19-Patienten ausschließlich in Eutin und Oldenburg und verfügen dort, während der Pandemie, standortübergreifend über 17 ‚High-Care-Betten‘ mit der Möglichkeit einer Beatmung. Wir nutzen die regulär vorhandenen 22 Beatmungsplätze aktuell im Regelbetrieb und können bei einem Anstieg von Patienten um fünf weitere Betten auf 27 hochfahren. Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir noch freie Kapazitäten im Normalbetrieb. Die maximale Kapazität an Beatmungsplätzen für den Anstieg von Corona-Patienten liegt in den Sana-Kliniken somit, analog zum Frühjahr, bei 27“, teilte Sana-Geschäftsführer Florian Glück mit und erachtet seine Häuser auch personell als gut aufgestellt.

Sollte der Bedarf der Kapazitätserweiterung auf bis zu 27 „High-Care-Betten“ bestehen, würde aus anderen Abteilungen Fachpersonal für den Betrieb der benötigten Kapazitäten eingesetzt werden. „Die letzten Monate wurden für entsprechende Schulungen und Einweisungen genutzt“, so Glück. Voraussetzung hierfür wäre jedoch eine deutliche Reduzierung der geplanten Eingriffe, was derzeit bedarfsgerecht noch nicht in diesem Umfang praktiziert werde. „Wir fahren hier aber auf Sicht und bewerten das Aufkommen in den Kliniken und der Region engmaschig.“

Auch die Schön-Klinik fühlt sich gewappnet. „Wir sehen uns sehr gut für die nächsten Monate vorbereitet. Die Arbeit in unseren Kliniken ist seit März durchgehend auf die durch Covid-19 erhöhten Infektionsrisiken abgestimmt. Der Aufenthalt in unseren Kliniken ist sehr sicher, dank der sehr strengen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen inklusive der Testung aller Patienten“, teilte Pressesprecherin Claudia Rieling am Dienstag mit.

Die Schön-Klinik habe bisher die Strategien im Umgang mit der Pandemie laufend validiert und – wo nötig – angepasst. Dies betreffe alle Bereiche von der medizinischen Betreuung der Patienten und der Sicherheit am Arbeitsplatz über Kommunikationsabläufe bis hin zur Versorgung mit notwendigen Materialien wie Schutzkleidung, Desinfektionsmitteln und Schnelltests. „Wir gehen davon aus, dass wir auch personell gut durch den ‚Corona-Winter’ kommen werden“, so die Pressesprecherin.

Zudem befinde man sich im regelmäßigen Austausch mit den örtlichen Behörden und den umliegenden Krankenhäusern. Auf Veränderungen des Infektionsgeschehens und auf einen erhöhten Bedarf an Behandlungsplätzen für Covid-19-Patienten könne man reagieren. „Die erforderlichen Kapazitäten an Intensivbetten stehen bereit und können auch hochgefahren werden“, so Claudia Rieling.

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