Glasfaser-Leerrohr
+
Bis das begehrte Glasfaserkabel auch auf Fehmarn endlich in den Boden verlegt wird, werden noch einige Monate ins Land ziehen.

Ausschreibung für die letzten sieben Gemeinden

Kommunaler Breitbandausbau: Glasfaser auf Fehmarn erst Ende 2023

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
    schließen

Schnelles Internet auch in der letzten Ecke Ostholsteins ist das Ziel des kommunalen Breitbandausbaus. Nur das dauert länger als geplant. Ende 2023 könnte Fehmarn als letzte Gemeinde ans Netz gehen.

  • Entgültige Fertigstellung des kommunalen Glasfasernetzes in Ostholstein wohl erst Ende 2023.
  • Fehmarn wird den Schlusspunkt im Ausbau setzen.
  • Baustart in den letzten sieben Gemeinden Anfang 2022.

Sierksdorf – Ostholsteins kommunaler Glasfaserausbau, der in unterversorgten Gebieten für rund 15000 Hausanschlüsse in 29 Gemeinden schnelles Internet ermöglichen soll, ist weiterhin im Werden. Bis Ende 2021 sollte das Projekt abgeschlossen sein, so die Zielsetzung, als die Entscheidung zum Ausbau im September 2019 offiziell getroffen wurde. Daraus wird bekanntlich nichts, wenngleich es bereits über 2300 aktive, internetfähige Hausanschlüsse gebe, womit nochmals deutlich mehr Haushalte erreicht werden könnten, sagt Torsten Hindenburg, Geschäftsführer der Breitbandsparte beim Zweckverband Ostholstein (ZVO), mit Blick auf mehrere Haushalte in Doppel- oder Mehrfamilienhäusern.

Großenbrode und Fehmarn gehören zu den letzten sieben Gemeinden

Zur Erinnerung: Der ZVO lässt das Kommunalnetz bauen, die TNG Stadtnetz aus Kiel fungiert als Betreiber und Pächter. Die letzten sieben Gemeinden, so Hindenburg, würden Ende nächster Woche in die europaweite Ausschreibung gehen. Ratekau und Ahrensbök bilden eine Einheit, ebenso Gremersdorf, Heringsdorf und Neukirchen – und zu guter Letzt Großenbrode und Fehmarn.

Anfang 2022 könnte der Baustart erfolgen

Im Oktober soll es erste Ergebnisse geben, damit Ende des Jahres noch vergeben wird und Anfang 2022 der Baustart erfolgen kann. „Das ist in der Ausschreibung so vorgegeben“, sagt Hindenburg. Übrigens auch die Fertigstellung. Für Fehmarn Ende 2023. Zwar starten die Arbeiten in den sieben Gemeinden zeitgleich, auf Fehmarn werde es dennoch am längsten dauern, ist sich der ZVO-Breitbandspartenleiter sicher.

Als Gründe zählt er unter anderem die Insellage mit großer Fläche und vielen Dörfern auf. Im Osten werden zudem die Lehmböden, die oftmals entweder hart wie Beton oder matschig seien, Probleme bereiten. Ebenso der Tourismus: „Da braucht es Fingerspitzengefühl, auch wenn wir Behinderungen nicht ganz ausschließen können.“

Außendienstarbeiter nehmen in Kürze Kontakt zu den Landwirten auf

Fingerspitzengefühl braucht es auch für die in Kürze anlaufende Kontaktaufnahme mit den Landwirten, deren Flächen für die Trasse per Kabelpflugtechnik gebraucht wird. „Unsere Außendienstarbeiter suchen das direkte Gespräch vor Ort, um alles zu erklären und Fragen zu beantworten“, so Hindenburg.

Corona beflügelt Interesse am schnellen Internet

Gründe für die Verzögerungen sind vielfältig, Corona ist natürlich auch hier ein zusätzlicher Bremser, hat aber im gewissen Sinne auch eine positive Entwicklung losgetreten. „Die Pandemie hat einigen Menschen gezeigt, dass eine schnelle Internetverbindung vielleicht doch notwendig ist“, so Hindenburg. Nicht immer sei es im Nachgang jedoch möglich gewesen, Nachzügler ins aktuelle Vorhaben aufzunehmen, in manchen Fällen müssten Betroffene nun auf eine Nachverdichtung nach Abschluss des Projektes warten.

  • Was bisher geschafft wurde:
  • Über 400 km Leerrohre wurden verlegt, davon über 200 km in offener Bauweise, über 110 km per Kabelflug und über 60 km in Mitverlegung im Rahmen anderer Versorgungsträger. Fast 600 km Glasfaserkabel sind bereits in die Leerrohre eingeblasen. Bisher wurden fünf der sieben Glasfaserverteiler (PoP, Point of Presence) aufgestellt – zwei Stationen sind bereits in Betrieb. Eigentlich waren nur sechs Knotenpunkte geplant, jedoch wäre das Netz aufgrund der hohen Rate an Nachzüglern, die sich doch noch für einen kommunalen Glasfaseranschluss entschieden haben, zu dünn geworden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.