Fusion Genossenschaftsbanken VR Bank Ostholstein Nord-Plön
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Wollen gemeinsame Sache machen: Die Vorstände der VR Bank zwischen den Meeren (ehemals Neumünster), Dirk Dejewski (v.l.) und Dr. Rainer Bouss, sowie der VR Bank Ostholstein Nord-Plön, Lars Nissen und Stefan Frahm.

VR Bank zwischen den Meeren

Kräfte bündeln: VR Bank Ostholstein Nord-Plön will mit VR Bank Neumünster fusionieren

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Die VR Banken Ostholstein Nord-Plön und Neumünster wollen im kommenden Jahr fusionieren zur dann zweitgrößten Genossenschaftsbank im Land. Darüber entscheiden im Mai die Vertreterversammlungen.

  • Kräfte bündeln: Fusion der VR Banken Ostholstein Nord-Plön und Neumünster zur zweitgrößten Genossenschaftsbank in Schleswig-Holstein.
  • Ostholstein Nord-Plön übernimmt Neumünster, die ihren neuen Namen mitbringen: VR Bank zwischen den Meeren.
  • Im Mai 2022 entscheiden die Vertreterversammlungen der Banken über die Fusion.

Lensahn – Gemeinsam geht‘s besser. Die Genossenschaftsbanken Ostholstein Nord-Plön und Neumünster, die seit Mai 2021 unter dem Namen VR Bank zwischen den Meeren firmiert, wollen fusionieren – und zwar aus einer Position der Stärke heraus, das betonten gestern beide Vorstände bei einem Pressegespräch zur Vorstellung des Vorhabens. Die Sondierungsgespräche laufen bereits. „Beide Häuser sind sehr gut aufgestellt, jetzt wollen wir unsere Kräfte bündeln“, so Lars Nissen, Sprecher der VR Bank Ostholstein Nord-Plön, und sprach von einem „Schritt in die Zukunft“. Sein Haus würde Neumünster übernehmen, wobei es beim Namen genau umgekehrt ist: VR Bank zwischen den Meeren. Der neue Name drücke Anschlussfähigkeit aus, so Stefan Frahm vom Vorstand der VR Bank Ostholstein Nord-Plön: „ein offener, frischer, moderner Name“.

Gründe für eine Fusion

Die Gründe für das Zusammengehen seien vielfältig, ließ Dirk Dejewski vom Vorstand der Genossenschaftsbank aus Neumünster wissen: Die deutlich steigende Bankenregulierung (Regulatorik), die gerade kleinere Geldhäuser verhältnismäßig stark belastet. Das gemeinsame Meistern der Chancen, die sich durch die Digitalisierung bieten, um Kundenbedarfe abzudecken. Eine gewisse Größe sei auch wichtig, um weiterhin als Arbeitgeber attraktiv zu sein, ergänzte Dejewskis Vorstandskollege Dr. Rainer Bouss.

Technische Fusion könnte im Juni 2022 erfolgen

Anfang der Woche wurde der Wille zur Fusion einstimmig in den Vorständen und Aufsichtsräten der Banken gefasst, am Mittwoch die Mitarbeiter über die Absichten informiert. Die eigentliche Entscheidung wird allerdings durch die Vertreterversammlungen im Mai kommenden Jahres getroffen. Wenn es grünes Licht gibt, soll die technische Fusion im Juni erfolgen.

Die Ertragslagen kleiner Banken gehen zurück und steigen mit einer Fusion wieder.

Dr. Rainer Bouss, VR Bank Neumünster

Bouss: „Die Ertragslagen kleiner Banken gehen zurück und steigen mit einer Fusion wieder.“ Unisono betonten Dejewski und Nissen: „Wir müssen wachsen, um unsere Aufgaben zu erfüllen.“ So soll es einfacher werden, komplexere und größere Kreditgeschäfte zu stemmen, beispielsweise für Windparkkunden, wo man bisher bei 15 bis 20 Millionen Euro lag und mit der Fusion auch 30 Millionen Euro vorstellbar seien, erklärte Frahm. Auch die Auslandsabteilung wolle man ausbauen, ergänzte Dejewski. Im Privatkundengeschäft, auf das man sich weiterhin intensiv konzentrieren wolle, gehe es um digitale Leistungen, die Baufinanzierung über Internetplattformen, auf denen man sich besser positionieren könne oder auch die Beratung per Video, fügte Nissen hinzu.

Wir wollen das Gras in der Region wachsen hören.

Lars Nissen, Vorstand VR Bank Ostholstein Nord-Plön

In den kommenden Monaten wollen beide Banken das neue Institut im Detail planen und mit regionalen Veranstaltungen die Mitgliedervertreter nicht nur in den Prozess der Fusion einbinden, sondern vom Vorhaben überzeugen. „Wir sind davon überzeugt, dass es in der Region eine leistungsstarke Genossenschaftsbank braucht, die nahe am Kunden ist“, sagte Dejewski. „Wir wollen das Gras in der Region wachsen hören“, betonte Nissen.

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Das richtige Stichwort: Das regionale Selbstverständnis soll erhalten bleiben, ebenso die Ansprechpartner in den Märkten, mit einer Annäherung in den kommenden Jahren. „Wir wollen in der Außenwirkung so wenig wie möglich ändern“, hob Nissen hervor. So bleiben die Vorstandssitze in Neumünster und Lensahn erhalten. Aus zweimal zwei Vorständen wird ein vierköpfiger Vorstand. Und auch die dann rund 420 Mitarbeiter bleiben an ihren Standorten. Betriebsbedingte Kündigungen soll es ebenfalls nicht geben.

Drei Filialen werden geschlossen

Stand heute hätte die neue VR Bank 26 Geschäftsstellen. Zum Jahreswechsel werden aber Selent und Dahme geschlossen, ein Jahr später der Standort in Ascheberg. Eine Entwicklung, die aber vom Fusionsgedanken völlig losgelöst sei. „Ganz im Gegenteil“, so Dejewski, würden sich die Perspektiven für die Filialen mit höherer Produktivität verbessern. Die beiden Vorstände beteuerten: „Wir bleiben eine Flächenbank, sonst verschwinden unsere Wurzeln.“

Zweitgrößte VR Bank in Schleswig-Holstein entsteht

Kommt es zur Fusion, entsteht auf einen Schlag nach Flensburg die zweitgrößte VR Bank in Schleswig-Holstein mit einer Bilanzsumme von rund 3,5 Milliarden Euro, etwa 52000 Genossenschaftsmitgliedern und 117000 Kunden. Das gemeinsame Geschäftsgebiet erstreckt sich entlang und zwischen den beiden zentralen Verkehrsachsen A1 und A7: von Fehmarn im Nordosten bis Hohenwestedt im Westen und von Schönberg an der Kieler Bucht bis nach Kaltenkirchen im Süden.  mb

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