Land bietet Fehmarn eine Lösung an – Bedingung: Rückzug von der B-207-Klage

Kröte schlucken, oder nicht?

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Was folgt auf die Amalienhofer Brücke im Zuge des Ausbaus der B 207? Der Stadt liegt ein Angebot des Landes vor.

FEHMARN -mb- Über die Amalienhofer Brücke rollt der Verkehr tagein, tagaus. Wie werden Landkirchen und Burg im Zuge des Ausbaus der B 207 für die Zeit des Brückenneubaus verbunden sein? Ampelschaltung oder während der Bauzeit keine Ampel und Weiternutzung der alten Brücke? Fehmarn kämpft für Letzteres, um ein Verkehrschaos in der Saison zu verhindern. Jetzt kommt Bewegung in die Sache: Der Stadt liegt mittlerweile ein Angebot des Landes in ihrem Sinne vor.

Regionalmanager Jürgen Zuch gibt auf Nachfrage des FT zu bedenken, dass nach dem aktuellen Planfeststellungsverfahren eine Ampelschaltung zur Regelung des Verkehrs zwischen Landkirchen und Burg über die B 207 vorgesehen ist.

Aus Kiel liegt der Stadt jetzt eine Vereinbarung vor, nach der sich das Land dazu bereit erklärt, den Brückenneubau unter Beibehaltung der alten Brücke zu realisieren. Und erst im Anschluss die alte Brücke abzureißen. Die Krux dabei: Wenn die Stadt unterschreibt, muss sie die Klage gegen die B 207 zurückziehen. Die Vereinbarung würde mit dem rechtskräftigen Planfeststellungsbeschluss in Kraft treten. „Unsere Rechtsanwältin Dr. Michéle John prüft zurzeit die Unterlagen, damit die Politik mit Kenntnis der rechtlichen Gegebenheiten in der Stadtvertretung am 13. Dezember entscheiden kann“, so Zuch. Ende des Monats werde man mit den Fraktionen sprechen.

„Das wäre schon eine Kröte, die man schlucken müsste“, sagt Zuch. Fehmarn würde zwar nicht mehr zum Kreis der Kläger gehören, alle anderen wie Großenbrode, Scandlines, das Aktionsbündnis gegen eine Feste Fehmarnbeltquerung oder der Wasser- und Bodenverband würden von der Klage ja nicht absehen, erklärt Zuch. Für die gebe es übrigens weiterhin keinen konkreten Termin beim Oberverwaltungsgericht Schleswig. Zuch rechnet frühestens Ende 2019 mit der Verhandlung.

Vom Treffen des Projektbeirates am Montag konnte Zuch nicht viel Neues berichten. Der Ausbau des Kopfbahnhofes Am Steinkamp in Burg werde der Stadt kein Geld kosten, so Zuch. Andere Gemeinden wie Großenbrode oder Oldenburg würden zum jetzigem Stand der Dinge zur Kasse gebeten, wenn auch mit einer Förderquote von 85 Prozent. „Wir kämpfen dafür, dass die restlichen 15 Prozent auch gefördert werden.“

Bezüglich des Fernhaltepunktes auf Fehmarn an der internationalen Schienentrasse von Hamburg nach Kopenhagen vertröstete die Deutsche Bahn (DB) weiterhin mit den bereits bekannten Schätzungen von acht bis zwölf Millionen Euro. Claus Küster von der Bürgerinitiative (BI) Fehmarn-Beltverkehr, der ebenfalls anwesend war, zeigte sich darüber enttäuscht. „Die DB verweist darauf, dass das Bundesverkehrsministerium zuständig ist. Daher fühlt sich die DB auch nicht verpflichtet, eine Planung durchzuführen.“ Zudem sei behauptet worden, dass sich kein Bahnunternehmen finden würde, das dort gegebenenfalls halten würde. Küster widerspricht: „Die Dänen würden halten, wenn sie die Möglichkeit erhalten.“

Auch an den kalkulierten Kosten übt Claus Küster Kritik: „Die sind viel zu hoch. Die Bahn will hier ein Szenario der Abschreckung aufbauen.“

Ein Gutachten der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft Schleswig-Holstein von 2009 habe die Kosten auf zwei Millionen geschätzt. Selbst wenn die sich mittlerweile deutlich erhöht hätten, sei es immer noch deutlich günstiger, als es die Bahn veranschlagt.

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