„Mopsy‘s“ Bierbar nach Feuer seit sieben Wochen geschlossen / „Liegt nicht in meiner Hand“

Kultkneipe in der Warteschleife

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„Mopsy“ Doege steht nachdenklich auf seiner Terrasse. Gäste kann er hier seit Wochen keine bedienen.

FEHMARN -Von Patrick Rahlf- Die Terrassen in der Burger Altstadt sind bei dem Sommerwetter prall gefüllt, nur eine ist seit mittlerweile sieben Wochen verwaist: die von „Mopsy‘s“ Bierbar. Verantwortlich dafür ist ein Großfeuer, das in der Nacht vom 9. auf den 10. Mai im „Chillaz“ ausgebrochen war. Das Tanzlokal war direkt über Burgs Kultkneipe beheimatet, der das Löschwasser ordentlich zugesetzt hat.

Inhaber Wolfgang „Mopsy“ Doege erinnert sich: „Meine Angestellte hat mich geweckt. Ich bin dann sofort aufgestanden und habe den Feuerwehreinsatz miterlebt. Schon da wusste ich, dass der Brand auch für mich Konsequenzen haben wird.“ Er sollte recht behalten. Fünf Zentimeter hoch stand das Wasser in der Kneipe, deren Türen seit der Feuernacht geschlossen bleiben mussten. Mittlerweile ist das Löschwasser zwar verschwunden und der Boden lange getrocknet, doch die große Frage ist, wie arg die Zwischendecke sowie die darunter liegenden Holzbalken in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Hier tappt „Mopsy“ Doege noch im Dunkeln. „Das müssen Sachverständige entscheiden, die immer noch nicht hier waren. Bis dahin passiert hier leider gar nichts, ich habe derzeit noch nicht einmal Strom.“

Für den 79-jährigen Barbesitzer, der auf Fehmarn bekannt ist wie ein bunter Hund, sind es die bislang härtesten sieben Wochen seines Lebens. „Mir ist so langweilig, ich will wieder arbeiten. Es tut einfach weh, nicht öffnen zu dürfen“, so Doege, der die Bar im September seit 40 Jahren betreibt. Gemütliche Stammtischrunden, ausgelassene Feste, volles Haus am 1. Weihnachtsfeiertag oder laue Sommerabende auf der Terrasse – vieles hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten in „Mopsy“ Doeges uriger Kneipe abgespielt. Fehmaraner gingen hier ein und aus, aber auch Urlauber entdeckten die Bar, die ihren ganz eigenen Charme hat, für sich.

Wie es jetzt weitergeht, ist erst einmal ungewiss. „Es liegt nicht in meiner Hand, ich kann nur abwarten. Das ist kein schönes Gefühl“, sagt der Gastronom traurig, der gerade die umsatzstärksten Wochen des Jahres verpasst. Auf der Straße und beim Einkaufen muss „Mopsy“ Doege derweil allen Fehmaranern Rede und Antwort stehen. „Gefühlt jeder Zweite spricht mich an und will wissen, wann ich endlich wieder öffnen kann.“

Warum es Anfang Mai zum Brand im „Chillaz“ gekommen war, ist noch immer unklar. „Die Untersuchungen durch die Brandschutzsachverständigen des Landeskriminalamtes haben keine Hinweise ergeben, die Rückschlüsse auf die Brandursache zulassen. Die Kriminalpolizei Oldenburg ermittelt weiter“, erklärte Polizeisprecher Dierk Dürbrook auf Nachfrage.

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