1. Fehmarnsches Tageblatt
  2. Fehmarn

Kulturtreff und Alte Schule in Petersdorf auf Fehmarn: Die Erfolgsgeschichte geht weiter

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Manuel Büchner

Kommentare

Petersdorf Fehmarn Kulturtreff
„Ich war vom Erfolg von Anfang an überzeugt“, sagt der Kulturtreff-Vereinsvorsitzende Michael Ott über das Bürger- und Veranstaltungszentrum in Petersdorf. © Manuel Büchner

Die Alte Schule in Petersdorf ist ein Ort der Zusammenkunft. Der Erfolg des Bürger- und Veranstaltungszentrums ist eng verbunden mit dem Kulturtreff Fehmarn. Nun soll die Erfolgsgeschichte weitergehen.

Fehmarn – Die Flagge ist gehisst vor dem altehrwürdigen Gebäude von 1879. Mehr Symbolik im Sinne einer Aufbruchstimmung geht wohl nicht. Auf den Verein Kulturtreff Fehmarn und die Alte Schule in Petersdorf trifft das ziemlich genau zu. Von der Pandemie wurde der Verein und sein Hort für Kunst, Kultur und Geselligkeit schwer gebeutelt. Jetzt soll wieder das Leben pulsieren. Der Start in die Saison steht vor der Tür. Nicht zuletzt ist die Gretchenfrage endlich gelöst. „Am 28. April unterschreiben wir den Erbpachtvertrag“, sagt der Vereinsvorsitzende Michael Ott mit strahlendem Gesicht.

Unterschrift Erbpachtvertrag lässt Verein aufatmen

Heißt: Es besteht endlich Klarheit. Der Verein pachtet das geschichtsträchtige Haus von der Stadt, die sich das mit 5000 Euro bezahlen lässt. Die Betriebskosten trägt ebenfalls der Verein. Bereits Anfang des letzten Jahres ist Ott davon ausgegangen, dass der Vertrag mit der Stadt unterschriftsreif sei. Probleme mit vorherigen Notaren sorgten für Verzögerungen, nun liegt die Inselangelegenheit auch in Inselhänden. Jetzt will der Verein, der sich 2014 zur Rettung der Grundschule im Ort gründete und sich nach deren Schließung als Plan B die Etablierung eines kulturellen Zentrums für Westfehmarn auf die Fahnen geschrieben hatte, mehrere Gänge nach oben schalten.

Aktives Werben für mehr Mitglieder startet

70 Mitglieder habe man aktuell, so Ott, „unser Ziel sind 500“. Realistisch, wenn es nach Ott geht. „Bisher haben wir uns wegen der offenen Pachtfrage sehr zurückgehalten und nicht aktiv für die Vereinsmitgliedschaft geworben.“ Zehn Euro kostet die Jahresmitgliedschaft.  

MoMo: Unterstützer, Planer und Interessierte treffen sich am 11. April in der Alten Schule

Der 62-Jährige, der seit drei Jahren Vorsitzender des Kulturtreffs ist, hat im Moment etwa zehn Aktive an der Hand – auch das werde sich wohl mit steigender Mitgliederzahl nach oben korrigieren, ist Ott zuversichtlich. Wer mal reinschnuppern möchte: Coronabedingt treffen sich nach langer Pause wieder jeden zweiten Montag im Monat (MoMo) Unterstützer, Planer, An-
packer und Interessierte zum gemeinsamen Austausch – also am Montag (11. April) um 19 Uhr.

Kulturtreff-Flagge Petersdorf Fehmarn
Die Kulturtreff-Flagge flattert im Wind. © Manuel Büchner

Bis zur Unterschrift war die Zukunft des Bürger- und Veranstaltungszentrums in der Schlagsdorfer Straße 5 ungewiss, auch wenn sich Ott – wie es seine Art ist – entspannt gibt. „Wir hatten bisher keine Nachteile.“ Die zwei Wohnungen (je 100 m2) seien seit zwei Jahren vermietet, zudem ein Tattoostudio, zwei Kunstateliers, der DRK-Ortsverein und auch das Therapeutikum Westfehmarn haben sich eingemietet. „Mit den Einnahmen decken wir unsere Betriebskosten und führen Instandsetzungen durch“, erklärt Ott und lässt nicht unerwähnt, dass der Verein immer wieder Unterstützung bekomme von hiesigen Fachfirmen – wie zuletzt für die Gestaltung des Innenhofes oder auch den angelegten Garten, was ein verwildertes Grundstück war im Besitz der Kirchengemeinde, die es dem Verein kostenfrei zur Verfügung gestellt hat.

Mobile Skateanlage geplant

In Kooperation mit Lonia und Linus Erdmann, beides Kitesurfer, die in Petersdorf wohnen, ist Ende des Monats oder Anfang Mai der Aufbau einer kleinen, mobilen Skateanlage auf dem Schulhof geplant. Räumlichkeiten und den Hof stellt der Verein wiederum dem Fernsehteam von „Nord bei Nordwest“ zur Verfügung, wenn auf Fehmarn gedreht wird. „Darauf sind wir schon ein bisschen stolz“, sagt Ott und formuliert es allgemein: „Die Alte Schule ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen können“ – um sofort auf ein brandaktuelles Beispiel zu sprechen zu kommen. Ukrainer, die vor dem Krieg geflüchtet und auf Fehmarn gelandet sind, treffen sich ab sofort mittwochs um 16 Uhr, um sich auszutauschen. Für Montagvormittag sei zudem eine Spielrunde für Ukrainerinnen mit ihren kleinen Kindern angedacht.

Ukrainerinnen malen bei den Montagsmalern

Apropos Montag: Bei den Montagsmalern hätten zuletzt vier Ukrainerinnen mitgemacht, so Ott und zählt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – eine gefühlt unendliche Anzahl an Begegnungsformaten auf: Bingo, Yoga, Plattschnacker, Skat, Fehmarnkultur, Qi-Gong, Stricken, Orientalischer Tanz, Proberaum für zwei Bands, das DRK mit Erste-Hilfe-Kursen und Spielenachmittagen, VHS-Kurse, Tanzkurse mit Bianca Fähnrich-Standfuß, Kochkurs, AWO-Frühstück und Foodsharing in der großen Küche der Ex-Schule. Und trotzdem: „Wir können noch Räume anbieten.“

Hinzu kommen Veranstaltungen wie das Kindersommerfest, der Handwerkermarkt, Ausstellungen (BæltKunst, Tag des offenen Ateliers), Lesungen oder Musikveranstaltungen. Das Maifest habe der Verein allerdings absagen müssen. Zu viele Krankheitsfälle in der Vorbereitungszeit. „Den Maibaum stellen wir natürlich trotzdem auf“, lächelt Ott zufrieden.

Auch interessant

Kommentare