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Kurklinik Miramar: „Absolute Befürworter“ der Impfpflicht

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Von: Lars Braesch

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Klaus und Peter Jäcker
Die Geschäftsführer der Kurklinik Miramar in Großenbrode, Klaus (l.) und Peter Jäcker, sind „absolute Befürworter“ der einrichtungsbezogenen Impfpflicht im Gesundheits- und Pflegebereich. © Reinhard Gamon

Bekanntlich hat der Bundestag und der Bundesrat im Dezember 2021 die einrichtungsbezogene Impfpflicht beschlossen. Das FT hörte sich dazu einmal bei den Einrichtungen um.

Fehmarn/Großenbrode – Im Dezember 2021 beschlossen Bundestag und Bundesrat die einrichtungsbezogene Impfpflicht im Gesundheits- und Pflegebereich. Die Mitarbeiter in den jeweiligen Einrichtungen müssen ab dem 16. März genesen oder geimpft sein oder, bei Unverträglichkeit, ein ärztliches Attest vorlegen. Andernfalls ist, ohne Vorlage eines entsprechenden Nachweises, dann keine Aufnahme der Tätigkeit in den betroffenen Einrichtungen mehr möglich. Das jeweilige Gesundheitsamt kann die Beschäftigung in oder den Zutritt zu den Einrichtungen, in denen die Nachweispflicht gilt, untersagen. Am Freitag lehnte das Bundesverfassungsgericht einen Eilantrag gegen die einrichtungsbezogene Impfpflicht ab. 

Das FT hörte sich bei einigen Einrichtungen im Verbreitungsgebiet um, was diese zur beschlossenen Impfpflicht in ihren Unternehmen sagen. 

Wir sind der Meinung, dass es unerlässlich ist, nur geimpfte Mitarbeiter in Kontakt mit unseren Patienten treten zu lassen.

Klaus und Peter Jäcker, Geschäftsführer der Kurklinik Miramar Großenbrode

 In der Kurklinik Miramar in Großenbrode sind von 78 Mitarbeitern 76 geimpft und inzwischen auch geboostert. Das bestätigen die Geschäftsführer Klaus und Peter Jäcker. „Wir sind gerüstet, die zwei Ungeimpften sind bereits seit Jahresbeginn vom Dienst freigestellt“, sagen sie. „Wir sind absolute Impfbefürworter, haben die Impfungen durch unsere eigenen Ärzte vornehmen dürfen. Wir sind der Meinung, dass es unerlässlich ist, nur geimpfte Mitarbeiter in Kontakt mit unseren Patienten treten zu lassen. Alle Mitarbeiter unserer Klinik haben direkten Patientenkontakt, daher auch die Freistellung der beiden Ungeimpften“, so Klaus und Peter Jäcker.

Kein PCR-Test mehr notwendig

Wie der Kreis Ostholstein am Freitag mitteilte, ist bei einer Covid-19-Infektion oder bei Symptomen ein PCR-Test nicht mehr erforderlich. „Bei Personen, die sich absondern oder in Quarantäne begeben müssen, reicht ein Antigen-Schnelltest bei einer Teststation. Nur bei Beschäftigten in kritischen Einrichtungen wie Pflegeheimen und Krankenhäusern ist ein PCR-Test weiterhin vorgesehen“, so der Kreis.

Auch die Tabea Diakonie sieht sich mit ihrem Pflegeheim in der Burger Kaestnerstraße sowie dem ambulanten Pflegedienst, zu dem auch der Stützpunkt Oldenburg zählt, für die Impfpflicht gerüstet. Von 70 Mitarbeitern sind 69 geimpft, so Unternehmenssprecherin Kristin Ahrens. Eine Mitarbeiterin habe die entsprechenden Nachweise noch nicht vorgelegt. 

Aufgrund der hohen Impfquote wird es weder in unserer Pflegeeinrichtung auf Fehmarn noch in unserem ambulanten Pflegedienst zu personellen Engpässen kommen.

Kristin Ahrens, Unternehmenssprecherin Kristin Ahrens

„Aufgrund der hohen Impfquote wird es weder in unserer Pflegeeinrichtung auf Fehmarn noch in unserem ambulanten Pflegedienst zu personellen Engpässen kommen. Einschränkungen in der Versorgung wird es somit nicht geben“, sagt Kristin Ahrens. 

Zurück zum Kreis. Ab sofort erteilt das Gesundheitsamt keine Quarantänebescheinigungen mehr, um Erstattungsleistungen des Landesamtes für soziale Dienste Schleswig-Holstein zu erhalten, wenn es durch die Quarantäne zu Lohneinbußen gekommen sei, informiert Kreissprecher Thomas Jeck in einer Pressenotiz. Eine Quarantänebescheinigung sei nicht mehr notwendig. Es reiche ein PCR-Test, sollte dieser nicht mehr möglich sein, muss ein positiv zertifiziertes Antigen-Schnelltestergebnis beim Landesamt vorgelegt werden. 

Weiterhin rät das Landesamt, die zehntägige Quarantäne am siebten Tag durch einen negativen Antigen-Schnelltest zu verkürzen. Hierzu seien Betroffene aufgrund der Schadensminderungspflicht verpflichtet. 

Keine Impfverweigerer unter den Mitarbeitern

Auch die Seniorenresidenz an der Strandpromenade in Großenbrode verfügt laut Unternehmenssprecherin Marina Hümmer über eine sehr hohe Impfquote. So seien bis Freitag 95 Prozent der Bewohner sowie 99 Prozent der Mitarbeiter geimpft. „Wir haben bei unseren Mitarbeitern erfreulicherweise keine Impfverweigerer – die geringe Quote an einer nicht geimpften Mitarbeiterin lässt sich auf medizinische Gründe zurückführen. Demnach befürchten wir keine Einschränkungen.“ In Großenbrode gab es kein einiziges Infektionsgeschehen durch alle bisherigen Wellen, erklärte Marina Hümmer.

Zum Infektionsgeschehen in Ostholstein vermeldete Kreissprecher Thomas Jeck am Freitag 286 Covid-19-Neuinfektionen, sodass sich seit Ausbruch der Coronapandemie im Frühjahr 2020 13944 Ostholsteiner infiziert haben. Aktuell bearbeitet das Kreisgesundheitsamt 2118 positive Fälle. In klinischer Behandlung wegen Corona befinden sich zurzeit zwölf Personen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag gestern in Ostholstein bei 668. 

„Die große Mehrheit unserer Mitarbeitenden in Oldenburg, auf Fehmarn und in Heiligenhafen haben die Impfangebote bereits genutzt, um die sichere Versorgung unserer Patientinnen und Patienten zu gewährleisten – und das ganz ohne Impfpflicht.“ Das sagt Regionalgeschäftsführer Stephan Freitag, der für die Ameos-Kliniken auf Fehmarn, in Heiligenhafen und Oldenburg Auskunft gab. 

Wir sind überzeugt, dass eine Impfung der beste Schutz ist, einen schweren Verlauf der Coronaerkrankung zu vermeiden.

Regionalgeschäftsführer Stephan Freitag, Ameos-Kliniken

„Dabei setzen wir auf offene und transparente Kommunikation, damit sich auch noch zögerliche Mitarbeitende zu einer Impfung entschließen“, sagt er. Konkrete Angaben zum Impfstatus der Mitarbeitenden könnten aufgrund des Datenschutzes nicht gemacht werden, sagte Freitag. Ameos begrüße die Entscheidung der Bundesregierung zur Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal. „Unsere Mitarbeitenden sind täglich mit vielen Menschen in Kontakt. Wir sind überzeugt, dass eine Impfung der beste Schutz ist, einen schweren Verlauf der Coronaerkrankung zu vermeiden“, so Freitag und ergänzt: „Wie auch die örtlichen Gesundheitsämter und die Gesundheitsministerien der Länder hoffen auch wir auf klare gesetzliche Regelungen und Verordnungen zu einer praktikablen Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht.“ 

Im Großenbroder Kurhaus Baltic, das die Arbeiterwohlfahrt (AWO) mit der AW Kur und Erholungs GmbH mit Sitz in Dortmund betreibt, sieht man der Impfpflicht Mitte März gelassen entgegen.

„Seit es die Möglichkeit der Impfungen gibt, legen wir unseren Mitarbeitenden die Impfung ans Herz, werben dafür und haben uns immer für leichte Zugänge zu Impfungen stark gemacht. Mit Blick auf die Impfpflicht, die ab 15. März in Kraft tritt, streben wir natürlich eine Quote von nahezu 100 Prozent an“, so Geschäftsführer Andreas Frank. Er hofft, dass die letzten ungeimften Mitarbeiter noch ein Impfangebot annehmen werden. 

Wir sind überzeugt, dass eine Impfung der beste Schutz ist, einen schweren Verlauf der Coronaerkrankung zu vermeiden.

Andreas Frank, Geschäftsführer AW Kur und Erholungs GmbH

„Als AWO / AW Kur haben wir uns für eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen, weil wir nicht wollten, dass sich die durch die Pandemie ohnehin schon strapazierten Berufe wieder unter Druck gesetzt fühlen. Wir sehen es kritisch, nur die Gesundheitsberufe und bestimmte Einrichtungen in die Pflicht zu nehmen. Die Bekämpfung der Pandemie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe uns darf nicht nur auf dem Rücken der Gesundheits- und Pflegeberufe ausgetragen werden“, meint Frank. 

Glücklicherweise haben wir eine Impfquote von 100 Prozent zu verzeichnen.

Jasmin Gehring, Pressestelle der Charleston Holding

Das Wohn- und Pflegezentrum Charleston im Niendorfer Weg in Burg hat eine sehr gute Quote vorzuweisen. „In unserer Einrichtung auf Fehmarn sind 60 Mitarbeiter von der Impfpflicht betroffen. Glücklicherweise haben wir eine Impfquote von 100 Prozent zu verzeichnen. Somit können wir uns glücklich schätzen, dass es zu keinerlei Einschränkungen ab Mitte März für uns kommen wird“, erklärte Jasmin Gehring von der Pressestelle der Charleston Holding.

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