Aktuell 456 Mitarbeiter betroffen / Personalleiter Aron Young: Stocken auf 100 Prozent auf

Kurzarbeit auch bei Scandlines

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Der „World‘s Biggest Bordershop“ in Puttgarden hat aufgrund der Corona-Pandemie seit knapp zwei Wochen geschlossen.

Fehmarn – Von Andreas Höppner Anfangs kamen Dänen und Schweden noch zahlreich mit der Fähre nach Fehmarn, um im Bordershop in Puttgarden oder den Grenzhandelsmärkten in Burg einzukaufen. Nach der Grenzschließung auf deutscher Seite am 16. März ist aber auch das vorbei. Wegen Ausbleiben der Kundschaft mussten der Bordershop geschlossen und die Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden.

  • Lkw-Verkehr brummt weiter
  • 456 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt
  • Keine Abstriche beim seemänischen Personal 

Heute wäre das dreitägige Whisky & Rum Festival gestartet. Doch auf den neu gestalteten Parkplätzen vor dem „World‘s Biggest Bordershop“, wie ein auf dem Vorplatz stehender Schriftzug in Beton verkündet, herrscht gähnende Leere. Keine Kunden, nichts. Allerdings können Gänseblümchen ungehindert auf den Grünflächen sprießen.

Kähler: Neue Lagerhalle kurz vor Fertigstellung

Das hat sich Heiko Kähler, Geschäftsführer der Scandlines Deutschland GmbH, zweifelsohne anders vorgestellt, doch die Corona-Pandemie schlägt voll durch auf sämtliche Wirtschafts- und Lebensbereiche. Und das bundesweit. Rund zwei Millionen Euro hat das Unternehmen nicht nur in die Erweiterung und Umgestaltung der Stellplätze und Zuwegungen gesteckt, es ist auch eine 1639 Quadratmeter große Lagerhalle für vorbestellte Ware errichtet worden. Sie steht kurz vor der Fertigstellung.

Ähnlich unberührt sind auf dem weiträumigen Gelände des Fährbahnhofs im Bereich der Abfertigung die Pkw-Fahrspuren. Die Fahrzeuge, die noch übersetzen mit der Fähre, können pro Überfahrt an einer Hand abgezählt werden. Auch der Landgang ist geschlossen. Was aber weiterhin brummt, ist der Lkw-Verkehr (wir berichteten). Der läuft nach Angaben von Heiko Kähler seit Einführung der beidseitigen Grenzkontrollen in unveränderter Größenordnung. Man müsse allerdings die Entwicklung abwarten, schränkt der Geschäftsführer ein.

So erklärt sich von selbst, dass für die etwas mehr als insgesamt 800 Mitarbeiter von Scandlines Deutschland, darunter knapp 700 Mitarbeiter am Standort Puttgarden, nicht mehr genug zu tun ist. Der größte Arbeitgeber auf Fehmarn hat das Gros seiner Belegschaft zwangsläufig in Kurzarbeit geschickt. Hiervon betroffen sind bei Scandlines Deutschland aktuell 456 Mitarbeiter. Nach Mitteilung von Personalleiter Aron Young gilt die jetzt mit den Betriebsräten geschlossene Betriebsvereinbarung für die Monate März und April. „Wir stocken auf 100 Prozent auf, kein Mitarbeiter hat Gehaltseinbußen“, berichtet Aron Young nicht ohne Stolz. „Ein klares Signal an die Mitarbeiter“, freut sich Heiko Kähler über die Regelung, die „in sehr kooperativer Art und Weise“ gemeinsam mit den Betriebsräten erarbeitet worden sei.

64 Mitarbeiter im Homeoffice

64 Mitarbeiter sind zurzeit im Homeoffice, sodass die Zahl derjenigen, die noch vor Ort in Puttgarden ihren Dienst versehen, eher überschaubar ist. Keine Abstriche gebe es selbstverständlich beim seemännischen Personal in einer Größenordnung von rund 160 Personen, stellt Kähler klar.

Wie es nach April weitergeht, könne aus heutiger Sicht aufgrund der höchst ungewissen und schnelllebigen Entwicklung der Corona-Pandemie nicht seriös abgeschätzt werden, macht der Scandlines-Geschäftsführer aber deutlich.

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