Dieser BMW 2002 ti wurde vor der Schrottpresse gerettet. Foto: joh

5. Oldtimer-Treffen auf Fehmarn – Rund 100 Liebhaberstücke waren zu bewundern

Wie in längst vergangenen Zeiten

BURG  - joh - Überall wurden die Kameras gezückt, um die schönen Schmuckstücke, die an längst vergangene Zeiten erinnern, auf Fotos festzuhalten. Oldtimer-Freunde hatten beim 5. Oldtimer-Treffen auf Fehmarn sichtlich ihren Spaß. Die Augen der zufriedenen Besucher glänzten mit den gewienerten Automobilen um die Wette. Kein Wunder, waren doch etwa 100 Oldtimer in der Burger Altstadt zu sehen. In diesem Jahr nicht nur auf dem Marktplatz, sondern auch in der erstmals für diesen Zweck gesperrten Breiten Straße.

So gab es viel mehr Platz, um die schönen Liebhaberstücke gebührend wirken zu lassen. Ein Punkt, der bei den zahlreichen Besuchern sehr gut ankam. Über die vielen Interessierten freuten sich besonders die Veranstalter des diesjährigen Oldtimer-Treffens, die „Oldtimer-Freunde Fehmarn“. Die Besucherzahl war im Vergleich zum vergangenen Jahr noch einmal angestiegen. Letztendlich spielte auch das Wetter mit, obwohl die ersten Blicke in den Himmel am frühen Tage noch gar nicht so vielversprechend aussahen. Waren doch auch schon einige Fahrer, die mit ihren Oldtimern angereist waren, in den Regen geraten, sodass die gesamte Putzaktion vom Vortage etwas hinfällig war. Doch so schlimm war das nicht, auch diese Fahrzeuge zeigten später all ihren Glanz längst vergangener Zeiten und ließen jedes Oldtimer-Fan-Herz höher schlagen.

Die Tour nach Burg hatten auch sieben Mitglieder des „Oldtimer-Trecker-Stammtisches Gremersdorf und Umgebung“ angetreten, sie waren bereits zum dritten Mal dabei. Unter ihnen Horst Augustin mit einem Fendt, Baujahr 1966. Doch auf eine spezielle Marke hat sich der Stammtisch nicht spezialisiert, 38 Trecker und deren Besitzer gehören zum Stammtisch, darunter echte Klassiker der Trecker-Geschichte: Lanz Bulldog, Hanomag, Porsche, Deutz und Fendt. Regelmäßig fährt der Stammtisch, der seit fünf Jahren besteht, zu vielen Veranstaltungen oder nimmt an Pflug-Wettbewerben teil. Vor fünf Wochen ist die Stammtisch-Runde mit ihren Treckern und daran befestigten Wohnwagen nach Schweden gefahren.

Gleich neben den Treckern standen zwei Modelle, die gegensätzlicher kaum sein konnten. Ein Plymouth Belvedere erweckte besonders durch seine auffällige Lackierung die Aufmerksamkeit der Besucher. Er war rot-glitzernd lackiert, während Verdeck und Armaturenbrett silbrig-weiß glitzerten. Direkt daneben ein Ford A Roadster, Baujahr 1931. Besitzer Erwin Carstens aus Hamburg hatte den Wagen vor etwa acht Jahren auf einer Ausstellung bei Bekannten in den USA entdeckt, und nach großen Überredungskünsten und einer 14-tägigen Bedenkzeit seitens des Verkäufers hatte er ihn kaufen können. Der Wagen war bereits von 2003 bis 2005 in New Jersey umfangreich restauriert worden und musste hier dann nach der Überfahrt im Container nur noch restfertig gemacht werden. Ein wahres Juwel, das kaum deutlicher den Chic der 30er-Jahre ausdrücken könnte. Selbst die kleinen Seitenscheiben waren durch Gravuren verziert.

Auch ein echter Veteran der Rallyegeschichte war auf dem Marktplatz vertreten, der besonders durch die knallig-orangene Lackierung und die vielen Sponsorenaufkleber auffiel: ein BMW 2002 ti. Karin Wanderer und Michael Segner hatten den Wagen vor der Schrottpresse gerettet. „Zustand sechs“, beschreibt Segner den Wagen zum damaligen Zeitpunkt. Seitdem haben die beiden den Wagen aber komplett neu aufgebaut. Das alles von September 2004 bis März 2006, in rund 1 100 Arbeitsstunden. Aber nein, die Farbe ist natürlich nicht einfach orange, sondern nennt sich „Colorado“ und die Seitenstreifen strahlen in „Verona-Rot“. Vorne auf der Motorhaube ist der ganze Stolz von Michael Segner zu finden, ein Original-Autogramm vom Rennfahrer Hans-Joachim Struck. Er hatte den Wagen beim Stadtparkrennen in Hamburg genauer unter die Lupe genommen. An Rennen teilgenommen hat der Wagen einst tatsächlich, doch danach verschwand er lange Zeit in der Versenkung. Als Segner und Wanderer ihn dann fanden, waren nicht einmal mehr Schlüssel und Papiere vorhanden. Die Leidenschaft für die Marke BMW hat Segner schon seit den 70er Jahren. Schon als Kind hatte er sich immer vorgenommen, dass sein erstes Auto ein BMW sein sollte, was damals im Freundeskreis eher ein Lächeln auslöste.

Das erste Mal waren bei diesem Oldtimer-Treffen auch Lkw zu sehen. Unter ihnen war ein Mercedes- Benz L 5000 aus dem Jahre 1951: der älteste Lkw auf der Veranstaltung, sodass Harald Puse den Pokal dieser Kategorie mit nach Hause nehmen durfte. Gleichzeitig erhielt Puse mit dem Lkw auch einen Sonderpreis für das größte Gefährt des Treffens. Reinhardt Lemke aus Gremersdorf hatte den ältesten Traktor. Einen Heinrich Lanz, Baujahr 1936.

Arno Grell kam mit dem ältesten Zweirad, einer Nimbus aus dem Jahre 1948, auf den Burger Marktplatz und erhielt ebenso wie Klaus-Rainer Hansen mit seinem Ford A, Baujahr 1930 (ältester Pkw), den Pokal in der jeweiligen Kategorie.

Die weiteste Anreise hatte Udo Schmidt. 489 Kilometer legte er aus Bochum mit seiner Triumpf TR4 bis nach Fehmarn zurück. Auch der Termin für das 6. Oldtimer-Treffen steht schon fest.

Am 8. September 2012 dürfen auf dem Burger Marktplatz dann wieder zahlreiche Oldtimer bestaunt werden.

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