Die acht Direktkandidaten im Wahlkreis Ostholstein-Nord / Heute: Lorenz Gösta Beutin (Die Linke)

Der Landeschef tritt in Ostholstein an

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Lorenz Gösta Beutin kandidiert für Die Linke.

OSTHOLSTEIN -mb- Am 7. Mai findet die Landtagswahl statt. Im Wahlkreis Ostholstein-Nord (WK 17) konkurrieren acht Kandidaten um das Direktmandat: Peer Knöfler (CDU), Andreas Herkommer (SPD), Christiane Stodt-Kirchholtes (Grüne), Sebastian Kraatz (FDP), Sven Jörns (Piraten), Lorenz Gösta Beutin (Die Linke), Stephan Hedicke (Freie Wähler) und Dr. Frank Brodehl (AfD). Wer die meisten Stimmen (Erststimme) bekommt, zieht direkt in den neuen Landtag ein. Heute stellen wir Lorenz Gösta Beutin vor:

Als Politiker gehört Lorenz Gösta Beutin mit 39 Jahren noch zur jungen Garde. Was sein politisch-gesellschaftliches Engagement betrifft, ist er ein alter Hase. Bereits mit zwölf Jahren engagierte sich der in Hamburg geborene Linken-Politiker in einer BUND-Jugendgruppe; bis zum 21. Lebensjahr war er in der Grün-Alternativen Jugend im Hamburger Speckgürtel aktiv. Unter dem grünen Außenminister Joschka Fischer und dessen Entscheidung, deutsche Kampfverbände in den Jugoslawienkrieg zu entsenden, kehrte Beutin der Umweltpartei den Rücken und fand weiter links eine neue politische Heimat.

Auch während seines Studiums an der Uni Hamburg engagierte sich Beutin als Mitorganisator von Streiks gegen Studiengebühren, das Bachelor-Master-System und die Entdemokratisierung der Hochschulen. Von 2007 bis 2014 war er Mitglied im Landesvorstand der Linken und seit 2015 ist er Landessprecher und Vorsitzender der Linkspartei in Schleswig-Holstein.

Beutin hat seinen Lebensmittelpunkt nicht in Ostholstein, also stellt sich die berechtigte Frage: Warum tritt der Landesvorsitzende im Wahlkreis Ostholstein-Nord an? „Als Landessprecher muss ich auch Verantwortung übernehmen. Ich habe bereits sehr früh die Initiative gegen die Feste Fehmarnbeltquerung unterstützt, denn das umweltpolitische Engagement spielt für mich auch weiterhin eine große Rolle.“ Die Linke gehöre zu den Unterstützern der ersten Stunde und spreche sich „als einzige Partei klipp und klar gegen das Vorhaben aus“. „Daher haben wir uns überlegt, dass ich den Wahlkreis übernehme“, erklärt Beutin, der im Herbst für den Bundestag kandidieren will und daher auch nicht auf der Landesliste seiner Partei steht, um so eventuell über die Zweitstimme in den Landtag einzuziehen.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist für die Linke und Beutin ein weiteres zentrales Thema. „Gerade in den ländlichen Regionen muss die Versorgung verbessert werden.“ In einem ersten Schritt wolle man eine kostenfreie Schülerbeförderung etablieren. Langfristig – mit der Zielsetzung, sich dem Individualverkehr entgegenzustellen – plane seine Partei, den ÖPNV generell kostenlos anzubieten, so Beutin.

Natürlich steht der Kampf gegen prekäre Arbeitsverhältnisse bei der Linken auf der To-do-Liste weit oben. „42 Prozent der arbeitenden Bevölkerung ist in atypischen Beschäftigungsverhältnissen“, legt Beutin dar und sieht eine besondere Betroffenheit im Bereich der Gastronomie, die im Tourismus-Kreis Ostholstein natürlich eine besondere Rolle spiele. Die Probleme würden bereits in der Ausbildung anfangen: „Zu wenig Bezahlung und ausbildungsfremde Einsätze sind keine Seltenheit“, so Beutin.

Ein weiteres Thema, auf das sich die Linken besonders fokussieren wollen, sei die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. „Die Debatte um die viel zu weiten Wege nach der Schließung der Geburtenstation in Oldenburg vor zweieinhalb Jahren und die aktuellen Probleme bezüglich der dortigen Notfallversorgung sind Zeichen einer generellen Entwicklung, der wir uns entgegenstellen wollen.“

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