Klaus-Dieter Blanck zu Gast beim CDU-Politiktalk / Sachliche Gesprächsbasis notwendig

Landwirtschaft nicht ohne Verbraucher

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Klaus-Dieter Blanck (l.) referierte beim CDU-Politiktalk zum Thema Landwirtschaft und Verbraucher.

FEHMARN - ga - Der vollzogene Wandel in der Landwirtschaft, das Verbraucherverhalten hinsichtlich landwirtschaftlicher Produkte und der Blick in die Zukunft der landwirtschaftlichen Betriebe waren die Themen des letzten CDU-Politiktalks, zu dem Fehmarns Christdemokraten in das Haus im Stadtpark eingeladen hatten.

Als Referent stand Klaus-Dieter Blanck aus Bojendorf den Zuhörern zur Verfügung und sprach zu vielen Themen. Er selbst, der 35 Jahre einen landwirtschaftlichen Betrieb geführt hat und von 2013 bis 2017 Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Ostholstein-Lübeck war, gehörte dem Landesbauernverband Schleswig-Holstein an und war dabei speziell im Fachausschuss Umwelt, Natur und Landschaftspflege aktiv tätig.

Gleich zu Beginn seiner Ausführungen ging er darauf ein, dass es ein, wie er es bezeichnete, „erschreckendes Auseinanderleben“ zwischen der Landwirtschaft und den Verbrauchern gebe, wobei die Gründe sehr vielschichtig seien – zum Teil auch aufgrund negativer Berichterstattung in den Medien.

Blanck ging im Laufe seines Vortrages auf das veränderte Bewusstsein der Verbraucher in der Ernährung ein und verwies darauf, dass man in unseren Breitengraden in einer Überflussgesellschaft lebe. „Es gab Zeiten, in denen auch bei uns Hunger herrschte. Wer Hunger hat, der hat ein Problem, wer keinen Hunger hat, hat viele Probleme“, so Blanck.

Meinungsumfragen hätten im Ergebnis gezeigt, dass bis zu 80 Prozent der Verbraucher gerne bereit seien, auf Bio-Ware zurückzugreifen, tatsächlich liege der Anteil derzeit nur bei rund fünf Prozent, so der ehemalige Kreisbauernchef, der kritisiert: „Der Verbraucher kauft gnadenlos billig ein. Gerade der Deutsche schaut auf die Billig-angebote, was sich dann natürlich auf die Landwirtschaft auswirkt.“ In seinen Ausführungen ging er auch auf die Arbeitskräfteentwicklung in der Landwirtschaft ein. Kaum ein Deutscher findet sich für die Arbeit auf den Feldern, es seien in ersten Hinsicht Arbeitskräfte aus anderen Ländern, denen er hohe Leistungsbereitschaft nachsagt.

Stichpunkt industrielle Landwirtschaft: Kleinbetriebe mit beispielsweise 20 Hektar und rund 50 Rindern hätten kaum eine Zukunft. Zum umstrittenen Pflanzenschutzmittel Glyphosat, das in der Bevölkerung als hochgradig giftiges Mittel wahrgenommen wird und über ein sehr schlechtes Image verfügt, tatsächlich aber, so Blanck, aufgrund zahlreicher durchgeführter Untersuchungen nicht zu den gefährlichen Stoffen gehören würde.

Auch der Tierschutz ist in der Landwirtschaft Thema. „Grundsätzlich dürfen ökonomische Gründe nicht dazu führen, dass Tiere leiden.“ Für den starken Insektenrückgang sieht Blanck eine Mitschuld bei der Landwirtschaft, aber auch in der Gesellschaft im Allgemeinen und stellte die Frage in den Raum: „Sind die Gärten tatsächlich noch insektenfreundlich?“ Aus seiner Sicht trägt aber auch der zunehmende Straßenverkehr dazu bei, dass viele Insekten nicht überleben.

Angesprochen wurde der Referent aus dem Zuhörerkreis auf die Ernteprognosen. Diese sehe er grundsätzlich als Ärgernis, denn sie seien vom tatsächlichen Ergebnissen zu oft zu weit entfernt.

Blancks abschließender Wunsch: „Es muss eine sachliche Gesprächsbasis zwischen den Landwirten und der Bevölkerung stattfinden, denn eines darf man nicht vergessen, der Verbraucher bestimmt letztlich durch seine Kaufentscheidung die Zukunft der Landwirtschaft mit.“

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