Femern A/S, LBV.SH und DB Netz AG antworten auf Szenario der Beltretter mit interaktiver Karte

LBV.SH: „Eingriffe recht gering“

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So sehen die Vorhabenträger die Eingriffe, die auf Fehmarn zukommen.

FEHMARN -hö- Wie umfangreich werden die Bauarbeiten auf Fehmarn für die geplante Feste Fehmarnbeltquerung sein? Die Vorhabenträger des Projekts, Femern A/S, der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) und DB Netz AG, haben nun eine interaktive Karte entwickelt, die über die „tatsächlichen Ausmaße der Eingriffe auf der Insel“ informieren soll, so Inga Karten, Pressesprecherin von Femern A/S.

Die Beltretter hatten bereits im Frühjahr versucht, mit einer Visualisierung der zukünftigen Baustelle für Aufklärung zu sorgen (wir berichteten). Die Reaktion der Vorhabenträger kam prompt, sie waren empört und monierten eine maßlos übertriebene Darstellung, sie sprachen gar von „bewusster Desinformation“.

Das Verkehrsministerium in Kiel unterstützt nun die Vorhabenträger des Projekts und hat die interaktive Karte auf die eigene Homepage gestellt. Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz (FDP) begrüßt die gemeinsame Informationsarbeit der Vorhabenträger: „Auch wenn die einzelnen Vorhaben von unterschiedlichen Trägern geplant werden, nehmen die Bürger vor Ort sie oft als ein Projekt wahr. Die Karte stellt die Planungen transparent dar und erleichtert es den Menschen, sich zu informieren.“

Für die Bürger sieht Bernd Homfeldt, Projektleiter der DB Netz AG, in der dynamischen Karte den Vorteil, dass „die tatsächlichen Projektgrenzen in einer leicht verständlichen Darstellung“ präsentiert würden und keine einfach zu lesenden Planunterlagen studiert werden müssten. Schlussendlich sei die interaktive Karte auch „sichtbares Zeichen der guten Zusammenarbeit und Abstimmung unter den Projektpartnern“, die man in nächster Zeit noch intensivieren wolle, ergänzt Lars Friis Cornett, Deutschland-Direktor von Femern A/S.

Beltretter: Verharmlosende Darstellung

Für LBV.SH-Direktor Torsten Conradt zeige die Karte noch einmal ganz deutlich: „Für ein so großes und wichtiges Projekt – mit wirtschaftlicher Strahlkraft für die ganze Region – sind die Eingriffe in unsere jahrhundertealte Kulturlandschaft doch recht gering.“ Conradt positioniert sich damit klar gegen das Szenario, das die Beltretter vor einigen Monaten aufgestellt haben. Diese wiederum hatten nach der ersten öffentlichen Präsentation der dynamischen Karte im Infocenter Fehmarnbeltunnel in Burg am 29. August bereits moniert, dass die „dänischen Tunnellobbyisten wichtige Baustellenteile weggelassen“ hätten und mit der Maßstabswahl sowie der hellblauen Einfärbung der Baustelle das Ausmaß des Eingriffs verharmlosten.

Die interaktive Karte der Vorhabenträger, die im Internet unter https://tinyurl.com/y9zdjhs3 aufgerufen werden kann, klammert in ihrer Darstellung die zukünftige Baustelle für den Bau einer neuen Fehmarnsundquerung noch aus. Für diese steht bislang auch noch gar nicht fest, welches Ersatzbauwerk – Tunnel oder Brücke – errichtet wird und wie hierfür die Trassenführung aussieht.

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