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Lernen aus der Pandemie: Inselschule Fehmarn nominiert für Landesschulpreis

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Von: Andreas Höppner

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Schulpreis Fehmarn Nominierung Inselschule
Nominiert für den Schulpreis 2022. Die Freude darüber ist groß bei Florian Rietzrau (2. Schulelternsprecher), Klaus Kreiselmaier (Koordinator Aus- und Fortbildung), Nina Simon (stellvertretende Schulleiterin), Florian Ewert (Schülersprecher), Cornelia Laußat (Koordinatorin digitales Lernen; hinten, v.l.) sowie Maya Sartor (Vertreterin Mediensprechstunde) und Jana Albert (Koordinatorin digitales Lernen; vorne, v.l.). © Andreas Höppner

Die Inselschule Fehmarn wurde als eine von elf Schulen für den Landesschulpreis nominiert. Digitales Lernen überzeugte bei der Bewerbung. In kurzer Zeit konnten starke Strukturen geschaffen werden.

Fehmarn – Wer es letztendlich aufs Treppchen schafft, steht noch nicht fest, doch schon jetzt darf sich die Inselschule Fehmarn als Gewinnerin fühlen. Sie ist als eine von elf Schulen im Land nominiert worden für den Titel „Schule des Jahres“. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und ist zum fünften Mal ausgelobt worden. Das Motto für 2022: Lernen aus der Pandemie.

Ideen und Lösungen im Umgang mit Herausforderungen konnten überzeugen

Bereits jetzt ist die Freude an der Inselschule riesengroß, überhaupt nominiert worden zu sein. „Es ist ein großes Zeichen der Wertschätzung aller“, die an der Erarbeitung und der Umsetzung des Konzepts mitgewirkt haben, freut sich die stellvertretende Schulleiterin Nina Simon. „Ihre Bewerbung ist ein Beleg für Ihre wunderbare engagierte Arbeit mit Ihrem Kollegium und für die Schülerinnen und Schüler des Landes Schleswig-Holstein“, heißt es in der Nachricht des Bildungsministeriums. Nicht ohne Stolz sagt Nina Simon für alle, die zum Erfolg beigetragen haben: „Unsere Ideen und Lösungen im Umgang mit Herausforderungen, die sich uns beispielsweise im Bereich der Organisation des Lehrens und des Lernens und vor allem darin gestellt haben, die Kommunikation zwischen allen Mitgliedern unserer Schulgemeinschaft aufrechtzuerhalten, konnten überzeugen.“

Moodle heißt das Zauberwort

Die Bewerbung erfolgte unmittelbar nach den Herbstferien im vergangenen Jahr, berichtet Lehrerin Cornelia Laußat, die wie ihre Kollegin Jana Albert an der Inselschule Koordinatorin für digitales Lernen ist. Und darauf kommt es seit Beginn der Pandemie im März 2020 mehr denn je an. Bereits in der zweiten Woche des ersten Lockdowns habe man damit begonnen, den kommunikativen Austausch über die Lernplattform Moodle voranzutreiben, erinnert Jana Albert, die im Schuljahr 2019/20 eine sechste Klasse verantwortlich betreute. Distanzunterricht war im ersten Lockdown angesagt, sodass Moodle das Zauberwort wurde für den digitalen Klassenraum. Innerhalb von nur drei Monaten seien das gesamte Kollegium sowie fast 1000 Schülerinnen und Schüler eingebunden worden, so Nina Simon. Zügig sei die alte Moodle-Instanz mit einem Update versehen worden, ergänzt Jana Albert, sodass zum Ende des Schuljahres 2019/20 der neueste Stand der Technik bereitstand. Es erfolgte ein Austausch auf zahlreichen Ebenen. Und „über das Nachrichtenforum wurden die Klassen von ihren Klassenlehrkräften über aktuelle Regelungen und Ereignisse informiert, und wir fühlten uns einander nah – trotz des Lernens in Distanz“, beschreibt Nina Simon die Entwicklung und „praktische Erfahrung mit dem Lernmanagementsystem“.

Nutzung der digitalen Plattform wurde weiter optimiert

Und die Moodle-Nutzung wurde weiter optimiert. Im Schuljahr 2020/21 kam ein vollwertiges E-Mail-Programm ebenso hinzu wie ein Schulkalender. Ferner wurde es Schülerinnen und Schülern ermöglicht, über IServ Videokonferenzen abzuhalten. Innerhalb kürzester Zeit habe man auf diese Weise starke Strukturen geschaffen, die eine schnelle und transparente Kommunikation sicherten, erläutert die stellvertretende Schulleiterin.

Digitales Lernen als Schulfach ab der 5. Klasse

Stillstand ist auch in Coronazeiten ein Fremdwort an der Inselschule, denn die digitale Schiene wird im neuen Schuljahr weiter gestärkt. So berichtet Cornelia Laußat davon, dass für die fünften Klassen das Fach digitales Lernen neu eingeführt worden sei und es zusätzlich eine Mediensprechstunde durch eine Schüler-helfen-Schüler-Gruppe als Pausenangebot gebe.

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) äußert sich in einer Pressenotiz begeistert über die ihr vorliegenden Bewerbungen, die gezeigt hätten, wie entschlossen, kreativ und engagiert viele Schulen im Land mit der neuen Situation umgegangen seien. „Ihre Erfahrungen wollen wir für die zukünftige Schul- und Unterrichtsgestaltung mitnehmen, verbreiten und gemeinsam weiterentwickeln“, macht die Ministerin deutlich, von welch hoher Qualität die Bewerbungen sind.

Jury bewertet vor Ort

Im Februar und März erhalten die nominierten Schulen Besuch von einer hochkarätig besetzten Jury, die sich vor Ort ein Bild machen möchte von der praktischen Umsetzung des im Bewerbungspapier beschriebenen Konzeptes. Dann wird sich entscheiden, ob es für die Inselschule zu einem der ersten drei Preise über 12000, 8000 oder 6000 Euro reicht. Doch eigentlich fühlen sich alle an der Inselschule allein aufgrund der Nominierung wie die Sieger. Das ist bei der Oscarverleihung auch nicht viel anders – nominiert zu sein, das ist (fast) das Größte.

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