Seenotrettungsboot „Eduard Nebelthau“ macht auf Fehmarn fest und dient als Symbol

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Auf die Bedeutung der Seenotretter aufmerksam machen: Der stellvertretende Hafenmeister Jan Ufer-Tondera (l.) und Tourismusdirektor Oliver Behncke besichtigten gestern die ausgestellte „Eduard Nebelthau“, die zurzeit am Hafenplatz der Binnenseepromenade in Burgtiefe ein vorläufiges Zuhause gefunden hat.

Fehmarn – Von Reinhard Gamon „Mit dem ausrangierten Seenotrettungsboot ‚Eduard Nebelthau‘ möchten wir den wichtigen Bereich Seenotrettung thematisieren“, so Tourismusdirektor Oliver Behncke bei einem Ortstermin am derzeitigen Standort des Bootes an der neu entstehenden Binnenseepromenade. Das Boot gehörte einst zur Einheit der Rettungsflotte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Mithilfe guter Kontakte zur DGzRS über Lars Carstensen, Betreiber des Seenotrettungsmuseums in Burgstaaken, konnte der Tourismus-Service Fehmarn nach zahlreichen Vorgesprächen das einstige Seenotrettungsboot übernehmen. Vom bisherigen Standort in Neustadt erfolgte die Überführung nach Burgtiefe bereits Ende März, und 14 Tage später konnte das Wasserfahrzeug mit einem Bootskran an Land gehievt werden. Jetzt steht es am Rande des Jachthafenplatzes in Burgtiefe.

Das Boot hat einen neuen Anstrich bekommen und die Betriebsstoffe sind entfernt worden. Zu einem späteren Zeitpunkt soll das ehemalige Seenotrettungsboot einen anderen, endgültigen Standort erhalten – entweder nahe der Binnenseepromenade östlich des Restaurants „Sailor’s Inn Fehmarn“ oder in der Nähe des geplanten Aussichtsturmes am westlichen Teil der Tiefe-Halbinsel.

„Angedacht ist“, so Oliver Behncke gegenüber dem FT, „dass die ‚Eduard Nebelthau‘ von Zeit zu Zeit zur Besichtigung freigegeben wird“.

1972 Geburtsstunde der „Eduard Nebelthau“

1972 markiert die Geburtsstunde des Schiffes. In diesem Jahr wurde es von der Evers-Werft in Niendorf gebaut. Das Schiff ist 12,20 Meter lang, drei Meter breit und hat einen Tiefgang von 90 Zentimetern. 17 Knoten betrug die Spitzengeschwindigkeit, die Motorleistung 240 Pferdestärken. Das Boot hat eine Wasserverdrängung von zehn Tonnen.

Ein Umbau erfolgte 1986 durch die Kröger-Werft in Rendsburg. Damals wurde das Boot mit einem neuen Heck versehen. Die „Eduard Nebelthau“ war von August 1972 bis Oktober 1975 auf der Rettungsstation in Travemünde und von Oktober 1975 bis Oktober 2000 auf der Rettungsstation in Heilgenhafen stationiert. Die Außerdienststellung erfolgte zum 31. Oktober 2000. Ab dem 1. November des gleichen Jahres wurde das Boot zur Rettungsausbildung an der Such- und Rettungsdienst-Schule in Neustadt genutzt. Während des aktiven Dienstes verfügte das Boot über Funkanlage, Echolot, Radar und war auch mit GPS ausgestattet.

Benannt ist das ehemalige Seenotrettungsboot nach Eduard Nebelthau, einem Mitglied einer Bremer Kaufmannsfamilie, die sich der DGzRS verbunden fühlt. Insgesamt unterhält der Seenotrettungsdienst mit Sitz in Bremen rund 60 Rettungseinheiten auf 55 Stationen. Die allermeisten der rund 1000 Seenotretter sind Freiwillige. 180 Aktive auf den größeren Schiffseinheiten leisten rund um die Uhr Dienst und sind fest bei der DGzRS angestellt. Allein 2018 wurden 2156 Einsätze gefahren und rund 360 Personen aus Seenot gerettet.

Oliver Behncke freut sich darüber, dass dieses ausgediente Seenotrettungsboot nun hier auf Fehmarn seinen letzten Platz gefunden hat und nicht nur als ein besonderer Hingucker dienen wird, sondern auch auf die deutschlandweit so wichtige Existenz der Seenotretter verweist.

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