Apotheker auf Fehmarn appellieren an Vernunft der Mitbürger / Lieferservice bevorzugt

Am liebsten Lieferung

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Michaela Sotzek (r.), Inhaberin der Burg-Apotheke, nimmt das Coronavirus ebenso ernst wie ihre Kollegen Karen Bader und Suleiman Sabbah. Alle haben Maßnahmen zum Infektionsschutz ergriffen.

Fehmarn – wa –Mittlerweile gibt es nur noch drei Apotheken auf Fehmarn, und die halten in Zeiten der Corona-Krise auf jeden Fall zusammen. Karen Bader von der Rathaus-Apotheke, Michaela Sotzek von der Burg-Apotheke und Suleiman Sabbah von der Post-Apotheke sind sich einig, wenn es um den Kontakt mit den Kunden geht. Alle drei haben in ihren Apotheken verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Kunden vor dem Coronavirus zu schützen und die Mitarbeiter – versteht sich von selbst.

In den kleineren Apotheken von Karen Bader und Suleiman Sabbah dürfen nur maximal zwei Kunden gleichzeitig sein. „Eigentlich sollen alle draußen warten und nacheinander einzeln hereinkommen“, so Apothekerin Bader. Jedoch sei dies, wenn viel los ist, nicht immer umsetzbar. Aber es würde maximal an zwei Handverkaufstischen bedient, die einen großen Abstand voneinander hätten und mit einem Schutzglas versehen seien.

In der Burg-Apotheke dürfen sich maximal drei Kunden gleichzeitig einfinden. Auch gibt es hier Abstandsmarkierungen für den persönlichen Kontakt. Chefin Michaela Sotzek ist froh, dass viele Kunden sich an die Vorkehrungen halten. Aber es gebe doch immer wieder Menschen, die sich willentlich darüber hinwegsetzten, bedauert sie.

Lieferaufträge ausdrücklich erwünscht

Schon jetzt sei die Zahl der Hauslieferungen viel höher als vor der Krise, so Suleiman Sabbah, der ergänzt, dass die Botenfahrten zwar viel Zeit in Anspruch nähmen, der Fahrer auch abends länger unterwegs sei und mehr Fahrer benötigt würden. Dies sei es ihm aber wert.

„Wir möchten die Menschen beruhigen und sensibilisieren, sodass sie sich an die Regeln halten. Gerade die Älteren unter uns müssen wir jetzt beschützen und möchten ihnen daher anbieten, dass sie ihre Rezepte beim Arzt bestellen und ihn bitten, die Rezepte direkt an die Apotheken zu faxen“, erklärt der Chef der Post-Apotheke.

Sicher könnte es sein, dass die Medikamente vielleicht nicht am selben Tag ausgeliefert würden, weil der Zeitaufwand höher sei. „Aber wir versuchen unser Bestes, dass es schnell geht“, ist er zuversichtlich. Am einfachsten sei es, wenn die Lieferung auf Rechnung erfolge. Dann müsste auch beim Bezahlen kein direkter Kontakt entstehen. Die Rechnung könne überwiesen werden.

Dem schließen sich die beiden Apothekerinnen Bader und Sotzek an. Auch sie freuen sich über jeden älteren Menschen, der von dem Service ihrer Apotheken Gebrauch macht und hoffen darauf, dass ihr Aufruf fruchtet.

Maßnahmen auch hinter den Kulissen

Auch was hinter den Kulissen läuft, wurde mittlerweile angepasst. So käme kein Lieferant mehr von hinten in die Apotheke, sondern die Medikamente würden vor der Apotheke abgestellt, erklärt Karen Bader. „Die Mitarbeiter arbeiten bei uns in zwei Schichten, sodass der Betrieb auch im Falle, dass sich jemand infiziert, weiterlaufen kann“, hat die Apothekerin Vorkehrungen getroffen.

Bisher seien die meisten Kunden entspannt und achteten auf die Maßnahmen zur Prävention. Gern verteilt sie ein großes Lob an die Fehmaraner.

Dass die Stimmung gut sei, bestätigt auch Apotheker Sabbah: „Wir sind froh, dass wir ganz viele nette Leute haben, die Verständnis für die Maßnahmen haben. Aber wir wünschen uns, dass besonders die älteren Mitbürger nicht mehr selbst kommen, sondern vom Botendienst Gebrauch machen“, betont er.

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