Auf dem Kreisbauerntag in Lensahn sahen sich die Landwirte in einer neuen Rolle

Lieferanten für nachwachsende Rohstoffe

Gerd Sonnleitner (am Rednerpult) war zum Kreisbaunertag nach Lensahn gekommen.

LENSAHN (wi) • Der Vorsitzende des Bauernverbandes Ostholstein/Lübeck, Matthias Witt, legte beim Kreisbauerntag einen weiteren Schwerpunkt auf die regenerativen Energien, denn er sieht den Landwirt der Zukunft auch als „Lieferanten für nachwachsende Rohstoffe.“ Die Knappheit der Ressourcen und der allgegenwärtige Klimawandel würden den Landwirt in seiner Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und vor allem auch der Natur dazu drängen, in Zukunft verstärkt auf die Produktion regenerativer Energien zu setzen.

„Wir nehmen diese vielfältigen Herausforderungen an“, erklärte Witt. Er ließ aber auch nicht unerwähnt, dass es zum Beispiel im Bereich der Biogasanlagen heute noch große Probleme zu bewältigen gäbe. Die Bauern, die sich in der Region zum Betrieb einer solchen Anlage entschlossen hätten, „haben doch erhebliche Kopfschmerzen über das Kosten-Preisverhältnis“, so Witt. Mit Unverständnis reagierte der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes auf die Besteuerung von Biokraftstoffen. Die positive Entwicklung im Bereich der Biokraftstoffe würde durch eine „für mich nicht zu begreifende Steuer“ konterkariert und ließe mutige Investoren im Regen stehen.

Nicht gut kalkuliert ?

Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, hielt dagegen, dass die Bauern, bei denen sich der Betrieb einer Biogasanlage nicht rechnen würde, im Vorwege einfach nicht gut kalkuliert hätten. So müsste der Landwirt der Zukunft ohnehin viel stärker auch Kaufmann sein. Schließlich zielt die Reform der GAP auf eine stärker marktorientierte Agrarpolitik ab. Ohne unterstützende Zahlungen könnten die europäischen Landwirte mit ihrem hohen qualitativen Standard jedoch nicht gegen Waren aus Billiglohn-Ländern mit niedrigen Qualitätsstandards ankommen.

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