Um- und Neubau der Suchttherapieklinik fast abgeschlossen / Aktion Mensch fördert

Life Challenge sichert Zukunft

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Stefan Seiler und Gerhard Schellenburg (r.) neben dem Transportfahrzeug, das dank der Unterstützung der Aktion Mensch angeschafft werden konnte.

Fehmarn – Von Andreas Höppner Seit 30 Jahren besteht die Ostseeklinik für Suchttherapie im Ortsteil Dänschendorf. Unter Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins Life Challenge hat sich die Einrichtung zu einem festen Bestandteil des Gemeinwesens entwickelt. Mit dem fast abgeschlossenen Neu- und Umbau der Klinik sehen Geschäftsführer Stefan Seiler und der Therapeutische Leiter Gerhard Schellenburg die Einrichtung zukunftssicher aufgestellt.

  • Trotz Corona konnte weitergebaut werden
  • Aktion Mensch unterstützt Life Change
  • 13 feste Arbeitsplätze in der Suchttherapieklinik

Großprojekt für rund 5,2 Millionen Euro

Life Challenge hat eine Menge Geld in die Hand genommen, um das Großprojekt umzusetzen. Seiler taxiert das Investitionsvolumen auf rund 5,2 Millionen Euro, etwa 20 Prozent mehr, als noch bei der Grundsteinlegung vor zwei Jahren eingeplant. Es bewege sich aber immer noch im Rahmen dessen, mit dem man rechnen müsse, relativiert Seiler. Während die Kosten für den Neubau gut kalkulierbar und im Plan seien, gebe es bei der Altbausanierung immer wieder Überraschungen, auch bei diesem Projekt.

„Wir konnten während Corona glücklicherweise weiterbauen. Es ging bis jetzt alles gut, dafür sind wir froh und dankbar.“ Man hätte allerdings gerne Ende August in diesem Jubiläumsjahr eine offizielle Einweihungsfeier durchgeführt, sich schweren Herzens aber zu einer Absage entschlossen, bedauert der Geschäftsführer. Auch in kleinerem Rahmen wäre es unter den aktuellen Einschränkungen kaum möglich gewesen, einen würdigen Rahmen zu schaffen, ergänzt Seiler.

Mit dem Um- und Erweiterungsbau den richtigen Weg beschritten zu haben, zeigt sich bei der externen Projektunterstützung. So durfte Life Challenge jetzt einen von der Aktion Mensch zu 70 Prozent (rund 28700 Euro) geförderten Ford Transit Courier im Wert von rund 41000 Euro entgegennehmen. Bereits im vergangenen Jahr hatte mit Unterstützung der Aktion Mensch ein weiteres Fahrzeug angeschafft werden können. Damit stehen der Klinik jetzt drei Neunsitzer zur Verfügung.

Man sei der Aktion Mensch zu großem Dank verpflichtet, so Stefan Seiler, denn neben dem Fahr- zeugsponsoring habe die Sozialorganisation auch den Neubau für das Betreute Wohnen mit der beachtlichen Summe von rund 161000 Euro unterstützt.

Die Ostseeklinik für Suchttherapie verfügt nun über 36 Therapieplätze ausschließlich für Männer. Laut Schellenburg sind 23 Plätze für die sechsmonatige stationäre Entwöhnungsbehandlung vorgesehen, acht für eine zwei- bis sechsmonatige Adaption sowie fünf für das Betreute Wohnen.

In der Suchttherapieklinik gibt es 13 feste Arbeits- sowie fünf FSJ-Plätze. Hinzu kommen laut Seiler Ehrenamtliche, über deren Unterstützung man ebenso dankbar sei wie der der Selbsthilfegruppen. Über einen Mangel an Arbeit brauchen sich alle nicht zu beklagen, denn der Bedarf an einer Suchttherapie sei „ungebrochen da“, machte der Geschäftsführer von Life Challenge deutlich.

Klienten wieder Perspektiven schaffen

„Wir wollen unseren Klienten wieder Perspektiven schaffen“, so Seiler. Dabei sei der „christliche Glaube eine wichtige Triebfeder“. Viele Klienten würden zudem mit dem farbenfrohen Umbau und der qualitativ guten Ausstattung der Unterkünfte eine

Wertschätzung

ihrer Person verbinden. „Wir sind klein und familiär aufgestellt, das ist einfach gut“, pflichtet ihm Schellenburg bei.

Mit der Abnahme des Neubaus rechnet Stefan Seiler Mitte September, doch auch der Altbau macht gute Fortschritte und soll noch im Herbst fertiggestellt sein. Sollten sich über das jüngst verabschiedete Ortsentwicklungskonzept der Stadt Fehmarn noch weitere Fördermöglichkeiten auftun, möchte die Klinikleitung versuchen, die Qualität des Standortes weiter zu verbessern, beispielsweise mit der Anlage von Sportflächen oder dem Ausbau von einer Mitarbeiterwohnung.

Laut Seiler würde Life Challenge aber auch von der im Zuge der Corona-Pandemie erlassenen Mehrwertsteuersenkung profitieren. Auf diese Weise reduzierten sich die Baukosten etwas, was wiederum Freiraum schaffe für weitere Investitionen.

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