Geschäftsführer Wasserbeschaffungsverbandes sitzt am Tisch
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Gerd Utech: Geschäftsführer des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) Fehmarn.

Ponton-Lösung für Reparatur?

Loch in der Wasserleitung unter der Fehmarnsundbrücke

  • Manuel Büchner
    vonManuel Büchner
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Der Wasserbeschaffungsverband Fehmarn schlägt sich mit einem Loch in der Leitung unter der Sundbrücke rum. Außerdem: Welche Bedeutung haben WBV-Stellungnahmen bei Bauvorhaben?

  • WBV Fehmarn schließt Geschäftsjahr 2019 mit einem Plus ab.
  • Loch unter dem Brückenbogen der Fehmarnsundbrücke erschwert Reperaturvorhaben.
  • Der Zweckverband Ostholstein (ZVO) investiert im Norden 3,17 Millionen Euro in sein Trinkwassernetz.

Fehmarn – Mit durchaus bekannten Themen beschäftigte sich die Verbandsversammlung des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) Fehmarn. Aber zunächst die Finanzen: Das Geschäftsjahr 2019 konnte der WBV mit einem Plus von 169083 Euro abschließen und die Schulden damit zum Ende 2019 auf 648488 Euro reduzieren.

Wirtschaftsplan 2021 einstimmig verabschiedet

Fast am Ende der Sitzung stimmten die Mitglieder einstimmig für den WBV-Wirtschaftsplan 2021, der im Erfolgsplan Aufwendungen von rund 2,6 Millionen Euro vorsieht. Zur Deckung der Ausgaben werden 15200 Euro aus dem Vermögensplan zugeführt, der wiederum bei insgesamt 699700 Euro liegt und mit 404700 Euro aus den Rücklagen gestützt wird.

In der Frostperiode „stattlicher Eiszapfen“ am Rohr unter der Sundbrücke

Zu Beginn wies WBV-Geschäftsführer Gerd Utech – wie schon bei der letzten Sitzung kurz vor Weihnachten 2019 – darauf hin, dass die Stahlleitung unter der Brücke erneut eine Leckage habe. Während der Frostperiode habe dort auch ein „stattlicher Eiszapfen“ gehangen, so Utech, der dies aus Sicherheitsgründen sogar dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt meldete. „Wir verlieren nicht viel Wasser, aber es sieht dumm aus.“

Reperatur der Leckage gestaltet sich schwierig

Natürlich wolle man gern reparieren, nur das Loch sei im Bereich unter dem Brückenbogen, und der Brückenkontrollwagen der Deutschen Bahn (DB), der zum Einsatz kommen könnte, habe keinen TÜV. Die Alternative: ein Brückenuntersichtgerät, ein Lkw mit Ausleger, der die Stelle wegen der Streben aber nicht erreichen könne. Er sei weiter im Gespräch mit Firmen, alternativ gebe es vielleicht die Möglichkeit, über einen Ponton, vom Wasser aus, an die Stelle heranzukommen.

Dückerleitungen liegen teilweise offen auf dem Grund des Sundes

Heinz Jürgen Fendt (SPD): „Können wir die DB nicht auffordern, den Kontrollwagen einsatzbereit zu machen?“ Utech: Die zuständige Firma im Auftrag der DB habe er vor vier Wochen angefragt, bisher aber keine Antwort erhalten. „Wir bleiben dran“, so der WBV-Geschäftsführer, der obendrein auch die zwei Dükerleitungen durch den Sund ansprach. Ein Hobbytaucher habe dem WBV mitgeteilt, dass man die Leitungen teilweise offen am Boden liegen.

Neue Leitungen frühestens 2023 fertig 

Verbandsvorsteher Werner Ehlers (CDU) griff ebenfalls ein bekanntes Thema auf: die Wasserversorgung der Insel. Der Zweckverband Ostholstein (ZVO) habe 3,17 Millionen Euro in seinen Haushalt gestellt für eine verbesserte Versorgung im Norden Ostholsteins. Davon könne auch Fehmarn profitieren. Über eine entsprechende Aufrüstung sei in Gesprächen mit dem ZVO bereits im letzten Jahr diskutiert worden. Geplant sei die Modernisierung und Erweiterung des Wasserwerkes in Klötzin – von dort bezieht Fehmarn sein Trinkwasser – und der Leitungsbau vom Wasserwerk Oldenburg an die Strecke von Klötzin zum Zwischenbehälter am Klaustorfer Turm, ergänzte Utech. Mit einer Fertigstellung sei frühestens 2023 zu rechnen.

Dass der ZVO in seine Leitungen investiert, ist ein gutes Zeichen.

Verbandsvorsteher Werner Ehlers (CDU)

Ehlers (CDU): „Dass der ZVO in seine Leitungen investiert, ist ein gutes Zeichen.“ Der Verbandsvorsteher machte natürlich den logischen Schwenk zum Wasserverbrauch auf Fehmarn. Auch im letzten Jahr sei man im August wieder einige Tage an Grenzen gekommen.

Mehr Bedeutung für WBV-Stellungnahmen bei Bauvorhaben gewünscht

Fendt griff den Staffelstab auf und nahm die großen Wohnungsbauvorhaben in die Gleichung auf. Denn die SPD wünscht sich, wie zuletzt auch im Bau- und Umweltausschuss, dass die Stellungnahmen des WBV bei Bauvorhaben „zukünftig eine höhere Bedeutung zukommen“, wie auch Bernd Remling nochmals in der Versammlung betonte. „Das müssen wir bei der Kalkulation einbeziehen“, so Fendt. „Wie können wir das prüfen?“, fragte Lars Hviid (FWV).

Das sei gar nicht so einfach, zu beziffern, sagte Utech. Zwar könne man sagen, wie viel Wasser Fehmarn zur Verfügung stehe, aber es gehe ja vor allem um die Spitzen. Eine Prüfung sei nur anhand des praktischen Erlebens möglich. „Es sind die äußersten Spitzen, vielleicht 15 Tage im Jahr, die es für uns so schwierig machen. Wir schütten ja nicht den letzten Tropfen aus“, kommentierte Dirk Frohberg (FWV).

Aufruf zum Wassersparen im Sommer

„Bauvorhaben können nicht durch den WBV reguliert werden“, sagte Hans-Peter Thomsen (WUW). Kein Widerspruch. Am Ende einigte sich die Versammlung darauf, dass den WBV-Stellungnahmen zukünftig mehr Bedeutung zukommen solle, und man im Sommer automatisch zum Wassersparen aufrufen werde.

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