Kreis in komfortabler Lage / Kontrolle der Zweitwohnungsbesitzer „illusorisch“

Lockerungen nur mit Augenmaß

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Mit ausreichend Abstand: Landrat Reinhard Sager (v.r.), Ausschussvorsitzender Timo Gaarz und die Leiterin des Fachdienstes Gesundheit im Kreis, Dr. Maria Kusserow.

Eutin –mb– Ruhig ist es zuletzt gewesen im Ostholstein-Saal des Kreishauses in Eutin. Wo normalerweise Ausschusssitzungen und der Kreistag zu Hause sind, hatte sich nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie nicht mehr viel getan. Die letzten Ausschüsse tagten Anfang des letzten Monats, der Kreistag am 24. März wurde abgesagt.

So war die Zusammenkunft des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstagnachmittag auch die Wiederaufnahme des Sitzungsdienstes. Natürlich unter Wahrung der Abstands- und Hygienevorschriften. „Für 13 Ausschussmitglieder war das zu meistern“, sagte Kreispressesprecherin Carina Leonhardt im Vorwege. Für den Ausschussvorsitzenden Timo Gaarz (CDU) ein klares Signal. „Wir sind als kommunale Selbstverwaltung handlungsfähig.“

Dass der Kreis gutes Krisenmanagement abliefert, davon war Landrat Reinhard Sager (CDU) überzeugt. Man habe sich schnell auf Corona ausgerichtet, entsprechend Strukturen aufgebaut und vorhandene hochgefahren, so Sager, der die niedrigen Fallzahlen im Kreis, die niedrigsten pro 100000 Einwohner (32,5) aller Kreise im Land, auf seiner Seite weiß. Entsprechend ließ er wissen: „Wir werden unsere Arbeit konsequent weiterführen.“

Diese wird absehbar stärker von Überlegungen der schrittweisen Aufhebung von Beschränkungen im alltäglichen Leben bestimmt sein. Momentan ist Ostholstein in einer komfortablen Lage. 50 der 65 bekannten Fälle seien genesen, berichte die Leiterin des Fachdienstes Gesundheit, Dr. Maria Kusserow, dem Ausschuss. Nur eine Person sei noch im Krankenhaus. Hinter der zuletzt leichten Steigerung der Fallzahlen vermutete Kusserow die Osterfeiertage. „Wenn die Zweitwohnungsbesitzer in der nächsten Woche kommen, wird sich das sicher ähnlich verhalten“, vermutete sie und sprach von einer „dynamischen Lage“. Steigen die Fallzahlen, müsse man wieder einschränken.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Monika Obieray fragte daraufhin: Wie könne man denn kontrollieren, dass es keine touristischen Anreisen gebe und nur die eigenen vier Wände genutzt würden? „Gar nicht. Das ist illusorisch. Wir wissen auch nicht, ob jemand positiv zu uns kommt“, so die Fachdienstleiterin. „Lockerungen mit Augenmaß“, die notwendig seien, aber immer mit Blick auf das Infektionsgeschehen, schaltete sich Sager in die Diskussion ein.

Der nächste Kreistag ist übrigens für den 16. Juni anberaumt. Dann sollen 31 der 61 Kreistagsabgeordneten entsprechend der Mehrheitsverhältnisse (die zwei Fraktionslosen sind gesetzt) zusammenkommen. Es ist die Mindestanzahl, um handlungsfähig zu sein.

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