Verlagsleiter des Fehmarnschen Tageblattes geht in den Ruhestand / „Das Wort Muss ist jetzt weg“

Manfred Grell sagt heute Tschüss

+
Manfred Grell, Verlagsleiter des Fehmarnschen Tageblattes, geht heute in den wohlverdienten Ruhestand.

FEHMARN -hö- Beim Burg-Verlag geht eine Ära zu Ende. Manfred Grell (63), Verlagsleiter und Anzeigenberater des Fehmarnschen Tageblattes, geht mit Ablauf des heutigen Tages in den wohlverdienten Ruhestand. Seit seinem Eintritt in den Burg-Verlag am 1. Februar 1990 hat er sich weit über das normale Maß hinaus für das Unternehmen eingesetzt und sich mit seinem Fehmarnschen Tageblatt identifiziert.

Als Anzeigenberater war es ihm ein besonderes Anliegen, den persönlichen Kontakt zu den Kunden zu pflegen. „Immer vor Ort bei den Kunden zu sein, das ist das A und O des Geschäfts.“ Nach dieser Philosophie hat er von Beginn an seinen Job ausgeübt und ihn gelebt. Das war schon 1990 so und hat sich bis zum heutigen Tag nicht geändert.

Gleichwohl hat sich in den zurückliegenden etwas mehr als 28 Jahren viel verändert. „Ich habe den Technikwandel voll mitbekommen“, sagt der 63-Jährige und erinnert sich noch an die Anfänge der Heimatzeitung in der Bahnhofstraße in Burg, als noch mit einer alten MAN-Druckmaschine die Produktion gefahren wurde. 1991 erfolgte der Umzug in das neue Verlagsgebäude in der Gertrudenthaler Straße, 1994 die Umstellung von einer Nachmittags- auf eine Morgenzeitung und 2000 die Vergabe des Drucks an das Druckhaus Walsrode.

Das Anzeigengeschäft selbst habe sich im Laufe der Zeit ebenfalls gewandelt, denn „das Tagesgeschäft ist seit Jahren vorbei“. Heute komme es darauf an, mit interessanten und informativ aufbereiteten Anzeigenkollektiven zu arbeiten, weiß der Verlagsleiter.

FT und Leser ans Herz gewachsen

„Ich habe ein gutes Verhältnis zu den Kunden aufgebaut. Daraus wird Vertrauen. Und wenn das da ist, bist du auf der guten Seite“, spricht Manfred Grell aus jahrzehntelanger Erfahrung. Für die Anzeigenkunden verkörpert „Manni“ Grell das FT. Es ist ihm ans Herz gewachsen, nicht minder die zahlreichen Leser.

Besonders deutlich wurde dies in der Vergangenheit immer dann, wenn bei extremen Wetterbedingungen die Auslieferung des FT in Gefahr geriet. Ruckzuck hatte sich Manfred Grell beispielsweise einen PS-starken Trecker besorgt, um bei Schneeverwehungen das FT dann selbst in die Dörfer zu fahren. Im Dezember 2013, als die Fehmarnsundbrücke wegen Sturmes zwei Tage gesperrt war, organisierte er ganz unkonventionell den Weitertransport des Tageblatts vom Festland auf die Insel mit einem Feuerwehrfahrzeug. An diesem Tag war das FT das einzige tagesaktuelle Druckerzeugnis, das auf Fehmarn in den Verkaufsregalen lag. Manfred Grell war sich aber auch nicht zu schade, den Rasenmäher aus der Garage zu holen und selber die Grünanlage rund um das Verlagsgebäude zu pflegen. „Es ist sehr wichtig, dass auch das äußere Erscheinungsbild stimmt.“

Manfred Grell wurde zudem nie müde zu betonen, dass jede Ausgabe der Heimatzeitung ein Gemeinschaftsprodukt ist, erstellt von einem aus zahlreichen Kollegen bestehenden Team.

Nach über 45 Arbeitsjahren ist für Manfred Grell nun Schluss. Für den Verlagsleiter beginnt ein neuer Lebensabschnitt. „Wenn ich heute aus dem Haus gehe, weiß ich, das war‘s jetzt“, sagt der 63-Jährige, der dem kommenden Ruhestand aber einigermaßen gelassen entgegensieht. „Das Wort Muss ist jetzt weg, wie der Alltag dann aussieht, wird sich zeigen.“

Langeweile wird ganz gewiss nicht aufkommen, einen groben Rahmen für „den letzten Lebensabschnitt“, wie er seinen kommenden Ruhestand bezeichnet, hat er gemeinsam mit seiner Frau, die seit zwei Jahren Ruheständlerin ist, bereits abgesteckt. „Wir sind oft mit dem Fahrrad unterwegs und reisen gerne.“ Kinder und Enkel – der jüngste ist erst 15 Monate alt – werden ebenfalls für ausreichend Abwechslung sorgen. Sollte es mal etwas ruhiger zugehen, dann will Manfred Grell auch zu einem Buch greifen.

Traumziel: Mit dem Schiff nach Kanada

Zudem wollen er und seine Frau sich noch einen ganz großen Traum erfüllen: eine besondere Schiffsreise. „Unser Traumziel ist es, mit dem Schiff von Hamburg an Grönland vorbei und durch den Sankt-Lorenz-Strom nach Kanada zu fahren.“

Doch heute, an seinem letzten Arbeitstag, ist für ihn der nordamerikanische Kontinent noch ganz weit weg. Heute wird er für sein FT noch einmal auf der Insel unterwegs sein, mit treuen Kunden eine Tasse Kaffee trinken und sich persönlich von ihnen verabschieden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.