Sommerausstellung des Kirchner-Vereins holt polnisches Künstlerehepaar nach Fehmarn

Manifest des Daseins

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„Mad Men“ (2019) von Leszek Skurski zeigt ein vielfältiges Farbspektrum.

Fehmarn – Die Sommerausstellung des Ernst-Ludwig-Kirchner-Vereins Fehmarn gehört seit vielen Jahren zu den kulturellen Höhepunkten auf der Insel. Auch in diesem Jahr hat der Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Aufenthalte des Expressionisten auf Fehmarn und dessen Werk für die Nachwelt aufzuzeigen, geschafft, künstlerische Schwergewichte auf die Insel zu holen.

„Manifest des Daseins – Ein Dialog zwischen Joanna Skurska und Leszek Skurski“ ist der Titel der Ausstellung, die ab Dienstag (18. Juni) startet und bis zum 31. Juli (Mittwoch) läuft. Das polnische Künstlerehepaar Joanna Skurska und Leszek Skurski zeigt im Senator-Thomsen-Haus und in der Burger St.-Nikolai-Kirche seine Werke. Beide leben und arbeiten seit 1999 in Fulda und kommen gebürtig aus Danzig und haben dort Malerei an der Akademie der Bildenden Künste studiert. Beide Künstler stellen national und international aus, zudem sind ihre Werke auf nationalen und internationalen Messen zu sehen.

Viele Gemeinsamkeiten in der Vita stehen zunächst wenigen im künstlerischen Werk gegenüber. Der erste Eindruck trügt. „Ihr Werk verbindet die anwesende Abwesenheit in einer nachhaltigen Stille“, erklärt Kuratorin Imke Ehlers und führt weiter aus: Die Gemälde von Leszek Skurski werden von der Farbe Weiß dominiert, Ebenen von Weiß, die in Schlieren, Höhen und Tiefen einen Raum definieren, aus dem skizziert Figuren in der Zentralperspektive erwachsen. Das Bildpersonal erscheint wie zufällig in den Bildern, immer kurz vor dem Verschwinden. Der Maler friert Alltagsszenen zu Schnappschüssen ein und schenkt der Abwesenheit viel Raum. Er beschränkt sich in seinen Narrationen auf das Wesentliche und stellt den Menschen ins Zentrum seiner Malerei. Im Thomsen-Haus werden auch ganz neue Arbeiten des Malers zu sehen sein, in denen er erstmals mit sehr viel Farbe arbeitet.

Auf den Menschen konzentrieren sich auch die Objekte von Joanna Skurska. Aus Kupferdraht grazil geflochtene Bustiers und Abendroben spielen mit dem zutiefst menschlichen Dilemma von Sein und Schein. „In der St.-Nikolai-Kirche treten die Skulpturen in einen Dialog mit den christlichen Skulpturen“, beschreibt Ehlers. Die Abwesenheit der weiblichen Figur und damit die Präsenz dieser hinterfrage das Dasein der Frau in der Gegenwart. Die Antwort sei durch die Unterstützung des kuratorischen Ansatzes in der Kirche klar formuliert. „Das Leben feiert den Menschen in seinen Daseinsformen“, hält Ehlers fest.

Ausstellungseröffnung am Sonntag

Die Eröffnung der Ausstellung ist am Sonntag (16. Juni) um 11.15 Uhr im Senator-Thomsen-Haus. Die beiden Künstler werden anwesend sein. Einleitende Worte sprechen Antje Borgwardt, Vorsitzende des Kirchner-Vereins, Adam Borkowski, Vizekonsul des Generalkonsulats der Republik Polen, Anja Sierks-Pfaff, Geschäftsführerin der Stiftung zur Förderung der Kultur und Erwachsenenbildung in Ostholstein, und Kuratorin Imke Ehlers.

Im Thomsen-Haus ist die Ausstellung dann dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, in der St.-Nikolai-Kirche können Kunstinteressierte die Ausstellung von Montag bis Sonnabend zwischen 10 und 16 Uhr besuchen. Zur Ausstellung erscheint außerdem ein Katalog: „Manifest des Daseins – Ein Dialog zwischen Joanna Skurska und Leszek Skurski“, herausgegeben vom Ernst-Ludwig-Kirchner-Verein. Er kann für 15 Euro erworben werden.

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