Stadtwerkeleiter Rainer Loosen geht in den Ruhestand / 22 Jahre in der Verwaltung tätig

Mann der klaren Worte hört auf

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Auf Abschiedstour: Rainer Loosen und seine Frau Anne waren Dienstagabend auf Einladung der Feuerwehren des Inselostens im Gasthof Meetz.

Fehmarn – Von Reinhard Gamon und Manuel Büchner Nach 22 Jahren hatte Stadtwerkeleiter Rainer Loosen am Mittwoch seinen letzten Arbeitstag. Der endete an jenem Ort, an dem die Laufbahn des gebürtigen Esseners am 27. September 1996 auf Fehmarn begann: im Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes in der Bahnhofstraße.

„Ich war zum Vorstellungsgespräch eingeladen und hatte damals wohl die richtigen Worte gefunden“, lächelte Loosen bei seinem Abschied und sagte sichtlich gerührt: „Von den sieben Neuen, die 1997 eingestellt worden, bin ich der Letzte, der geht.“ Ein weiterer Kreis schließt sich: Das Ehepaar Loosen wird Fehmarn mit Eintritt in den Ruhestand wieder verlassen. Die alte Heimat ist die neue Heimat: Aus Havixbeck im Münsterland zogen beide 1997 nach Fehmarn.

Zahlreiche Wegbegleiter und Kollegen folgten der Einladung zum Abschied des Stadtwerkeleiters in den Ruhestand.

Die richtigen Worte hat Loosen jedenfalls in den folgenden Jahren wohl oftmals gefunden, denn Wegbegleiter priesen ihn gestern als freundlich, kollegial, fair, vorbildhaft – als einen Mann der klaren Worte. Bürgermeister Jörg Weber (SPD) blickte auf die berufliche Laufbahn zurück, dankte Loosen und übergab Geschenke. Sascha Deisinger, Technischer Leiter der Stadtwerke, lobte den Einsatz des Pensionärs für die Stadtwerke. „Für uns warst du immer ein Vorbild.“ Christiane Stodt-Kirchholtes (Grüne), Vorsitzende des Hafen- und Stadtwerkeausschusses, sprach von einer beachtlichen Lebensleistung und einer stets konstruktiven Zusammenarbeit. Ex-Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt blickte auf eine zwölfjährige Zusammenarbeit zurück. „Du hast mir mit Rat und Tat in der Zeit der Inselfusion beigestanden.“ Wolfgang Jensen vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN-SH): „Ich bedauere, dass du in den Ruhestand gehst.“

Ein Herz für die Feuerwehren

Bereits am Dienstag wollten sich Mitglieder der drei im Inselosten beheimateten Ortswehren – Bannesdorf, Puttgarden-Todendorf und Meeschendorf – von Rainer Loosen und einer Frau Anne verabschieden. Daher luden die Kameraden das Ehepaar in den Bannesdorfer Gasthof Meetz ein, um sich bei Loosen für sein Engagement für die Feuerwehren der Insel persönlich zu bedanken. In einer Laudatio ging Rolf Möller von der Bannesdorfer Wehr auf Loosens Leistungen im Interesse der Ortswehren ein.

Loosen begann eine Anstellung bei der Amtsverwaltung Fehmarn. Hier wurde er als Ordnungs- und Sozialamtsleiter tätig, als Oberinspektor zudem als Standesbeamter. Das Feuerwehrwesen lag ihm schon immer sehr am Herzen, schließlich war Loosen in Havixbeck Chef der Ortsfeuerwehr. Ehrenamtlich wurde er nicht nur im Bereich der katholischen Kirche, sondern auch bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und in der Kommunalpolitik tätig. So kandidierte er 2015 als Bürgermeister der Stadt Fehmarn und war zeitweise Mitglied der CDU-Fraktion im Kreistag.

Möller ging in seiner Rede auf die Verdienste ein, die Loosen als Mensch mit Herz für die Feuerwehr erreicht hat – besonders auf die Zeit bis 2002, als er in der Amtsverwaltung Fehmarn wirkte und unter anderem an der Entwicklung eines Feuerwehrkonzeptes beteiligt war. Speziell die drei Ortswehren in der ehemaligen Gemeinde Bannesdorf (Feuerwehren Bannesdorf, Puttgarden-Todendorf und Meeschendorf) lagen ihm ganz besonders am Herzen.

„Vieles, was ihr mir heute Abend in Erinnerung gerufen habt, hatte ich leider schon ganz vergessen“, sagte Rainer Loosen und bedankte sich für den gelungenen Abschiedsabend im Gasthof. Abschließend mahnte er, dass das Gemeinwesen nur dann funktioniere, wenn man sich aktiv einbringe, so wie er es praktiziert habe.

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