Vorbereitungen für den Inselkarneval laufen auch Hochtouren – Fit für die Nacht der Nächte

Die Mariechen tanzen sich ein

Die Funkenmariechen, die beim Inselkarneval bis zu zehn Auftritte haben werden.

Von Nicole Rochell BURG • „Na na na na, na na na na, hey, hey, hey, goodbye ...“, kommt es vom Band. Zum dritten Mal an diesem Abend. Die Mädels sind top in Form.

Vor und zurück, Bein hoch, Schwenk, Dreh – und zum Abschluss die Pyramide. Kurz zuvor steckten sie noch in ihren feschen blau-weißen Funkenmariechen-Kostümen mit Dreispitz. Fürs Foto. Jetzt haben sich die Ladys wieder in bequemeren Dress geschmissen. Wohlweislich. Denn vier weitere Durchläufe ihres Tanzes stehen ihnen an diesem Abend im Burger Feuerwehrhaus noch bevor. Hier machen sie sich fit für die Nacht der Nächte. Den 2. Februar. Inselkarneval.

Die Vorbereitungen für den 126. Karneval der Burger Wehr laufen auf Hochtouren. Schon seit Oktober planen und organisieren sie was das Zeug hält: Graß und Gross – zwei Männer für alle Fälle. Sie haben die Sache im Griff.

Ernsthafte Entgleisungen ihres frohsinnigen Naturells hat das Feuerwehrhaus noch nicht erlebt. Nichts, das Peter Graß, seit 36 Jahren bei der Burger Wehr und Hans-Gerhard Gross, 34 Jahre dabei, auf dem Weg zum großen Jecken-Abend reizüberfluten oder überfordern könnte. Selbst vor dem Hintergrund eines doch deutlichen Frauenüberschusses an Montag- und Mittwochabenden, wenn die Ladys für ihre Auftritte in der Karnevalsnacht trainieren, kann die Männer nichts aus der Ruhe bringen.

Neue Kostüme

„Dies fehlt noch und das fehlt noch, Peter, wo ist die Schminke, wo ist der Spiegel ?“, wird es am Nachmittag des 2. Februar im Feuerwehrhaus in der Osterstraße wieder heißen. – Kein Stress. Stattdessen nehmen beide schon jetzt Maß an den eigentlichen „Nebenwirkungen“ der Narretei, auf die die Burger Wehr mit Graß und Gross an der Spitze, hinarbeitet: Ausgelassenheit und Fröhlichkeit sollen an jenem Abend regieren. Da schadet es nicht, schon mal selbst Probeläufe in Sachen Heiterkeit einzulegen.

Die größten Posten auf der Liste sind bereits abgearbeitet. Das Zelt ist „in Tüten“. Besser gesagt: die Zelte. Denn wie in den Vorjahren soll es auch diesmal ein großes Disco-Zelt geben, in dem aktuelle Hits aufgelegt werden. Im kleinen Zelt werden die Hits der 70er Jahre gespielt. „Ein großer Erfolg im vergangenen Jahr“, erinnert sich Peter Graß.

Mit über 100 knalligen Plakaten wirbt die Feuerwehr für ihr närrisches Spektakel. Wenn sie am kommenden Sonnabend nach den bereits abgearbeiteten Stationen Großenbrode, Oldenburg, Lensahn und Neustadt dann auch in Heiligenhafen ausgehängt haben, können Graß, Gross und Helfer, die 85 Plakate allein auf dem Festland verteilten, bis zum nächsten Inselkarneval auch keine Kabelbinder und Laternenmasten mehr sehen.

Apropos. Zu sehen gibt es beim 126. Burger Inselkarneval auch etwas Neues. Und das wird den fünf Tänzerinnen der Tanzgruppe der Feuerwehr Burg geradezu auf den Leib geschnitten sein. Sie ahnen‘s vielleicht – richtig, es gibt neue Kostüme. Doch wie die aussehen, ist noch geheime Kommandosache. Eine Überraschung soll‘s schließlich sein, fürs Narrenvolk, das über 30 Jahre lang visuell auf Rot-Weiß und Blau-Weiß fixiert war.

Bei der Generalprobe am 30. Januar wird das neue Outfit dann erstmals zum Einsatz kommen, verrät Hans-Gerhard Gross. Doch spionieren ist zwecklos. Das Feuerwehrhaus ist „blickdicht“. Alle Fenster sind abgeklebt.

Neue Kostüme. Diese Nachricht dürfte nicht zuletzt Susanne Hillmann freudig zur Kenntnis nehmen. Seit nun zehn Jahren ist sie den Gastgebern des Inselkarnevals mit ihren Schneiderkünsten zu Diensten. Neue Kostüme –  da haben Nadel und Faden einmal Pause. Für gewöhnlich sieht das anders aus. Allein im vergangenen Jahr hatte Susanne Hillmann ordentlich was zu tun: die Röcke der großen Funkenmariechen hatten eine Goldborte erhalten. Bei den bereits betagten Kostümen gab‘s im Grunde ständig etwas auszubessern.

Spionage ist nicht drin, bei der Burger Wehr. Natürlich auch nicht, was die Bekanntgabe des Prinzenpaares und des Herolds vor 20.11 Uhr anbelangt. Bis das „Dreigestirn“ ins Rathaus einmarschiert, weiß das jecke Inselvolk nicht, wer den Schlüssel der Stadt an sich nehmen und die Fehmaraner für eine Nacht regieren wird.

Zwecks Geheimhaltung wird das Feuerwehrhaus zum Sperrgebiet. Und die Kommandozentrale zum Schminkstudio. Hier werden sich die Tänzerinnen in ihren dann neuen Outfits von Maike Hahn fein herrichten lassen. Sie hat das passende Make-up für eine lange, durchtanzte Nacht für die Mädels, die beim Inselkarneval bis zu zehn Auftritte haben werden. Fit macht sie Melanie Kramkowski. Im nun 13. Jahr studiert sie mit den Tänzerinnen immer neue Choreografien ein. Seit Oktober trainiert Melanie Kramkowski mit Katharina Müller, Cathleen Leisker, Nina Leyer, Sandra Bredow und Diana Schwanke.

Bis Dezember trafen sich die Ladys immer montags, neuerdings trainieren sie zweimal die Woche. Der Tanz steht. „Wir sind sehr gut davor, jetzt geht es nur noch um Nuancen“, ist Melanie Kramkowski stolz auf „ihre“ Mädels. Drei von ihnen, Katharina Müller, Nina Leyer und Sandra Bredow, sind neu dabei und haben eifrig trainiert, um über den tänzerischen Grundstock der bereits erfahrenen Tänzerinnen zu verfügen. Die Gruppe tritt nicht nur zum Inselkarneval auf. Als „Tanzgruppe der Feuerwehr Burg auf Fehmarn“, wie es sie seit zwei Jahren gibt, sind sie auch für Hochzeiten, Feuerwehrfeste und andere Anlässe zu buchen. Statt Funkenmariechen-Kostüm tragen sie fernab des Karnevals bei Auftritten weiße Röcke und schwarze T-Shirts.

T-Shirts ? – „Wir brauchen noch Bodys“, ruft Cathleen am Probenabend dem Team Graß und Gross zu und stürzt los, den Katalog für Karnevals-Kostüm-Bedarf von zu Hause zu holen, um für die lange Nacht mit viel Tanz auch in dieser Hinsicht gerüstet zu sein. Doch bis zum 2. Februar wird auch das abgearbeitet sein.

Auch die junge karnevalistische Garde hat sich gut vorbereitet. Lea Wolfestieg und Justin Walter – das diesjährige Prinzenpaar. Im Gefolge haben die lütten blaublütigen Majestäten Leonie Schwarz, Julia Sdunnus, Lara Schmalzried, Chantal Kassner, Viviana Klüver und Jaqueline Kentrat. Und sie haben, wie Generationen kleiner Funkenmariechen vor ihnen, beim Kinderkarneval am Nachmittag des 2. Februar Großes im Sinn: Zehn Tänze zu Frohsinnsliedern wie „Das rote Pferd“ und „Komm hol‘ das Lasso raus“ haben die Mädchen und Justin Walter einstudiert. Damit wollen sie dem kleinen Narrenvolk gefallen, das sich am Tag des Inselkarnevals ab 14 Uhr im gut beheizten Festzelt austoben und zur Discomusik von Stephan Nanz ebenfalls ausgelassen tanzen wird.

Die Kleinen können‘s schon gar nicht mehr abwarten, trainieren leidenschaftlich und ehrgeizig. Montags proben sie vor den Großen zwei Stunden im Burger Feuerwehrhaus und sind eifrig bei der Sache. Sich die Coreografie von zehn Tänzen zu merken und mit Spaß auf die Bühne zu bringen, vor dieser Leistung werden sicher auch die großen Tänzerinnen ihren Dreispitz ziehen.

Ab 20 Uhr öffnet sich am Inselkarnevalstag das Festzelt für die großen Narren. Bevor dort die Party steigt, wird wieder mit großer Spannung die Büttenrede von Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt anlässlich der Schlüsselübergabe im Burger Rathaus um 20.11 Uhr erwartet.

Getreu ihrem Motto „Wer früher kommt, feiert länger“, soll rechtzeitiges Erscheinen nicht von Nachteil sein. „Denn in der Zeit von 20 Uhr bis 22 Uhr kostet der Eintritt 5 Euro und der Zeltwirt gibt Happy-Hour-Preise, ab 22 Uhr beträgt der Eintritt 7,50 Euro“, lassen die Veranstalter im blauen Rock wissen. Die Feuerwehr bittet die unter 18-jährigen Besucher des Inselkarnevals, einen gültigen „Partyschein“ und den Personalausweis bereitzuhalten. Und hier noch ein Hinweis, der die Raucher interessieren dürfte: Bei der Party der Großen darf der Glimmstengel gezückt werden im Zelt. Was die nachmittägliche Kinderkarnevals-Party betrifft, möchten die Gastgeber gern anregen, das nicht geraucht wird.

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