Die drei Jachthäfen Fehmarns sind beliebt – auf dem Festland sieht es nicht anders aus

Marinas – volle Fahrt voraus

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Immer beliebter: Der Jachthafen in Burgtiefe hat seine Auslastung auch in diesem Jahr verbessert.

Ostholstein – Von Mareike Falz und Manuel Büchner Ausgebuchte Restaurants, ortsfremde Nummernschilder und reges Treiben auf den Promenaden – die Saison hat zweifelsohne längst begonnen. Ein Er- wachen der Jachthäfen gehört ohne Frage dazu. Wie ist es um diese in Ostholstein bestellt?

Auf Fehmarn muss als Erstes der Jachthafen auf der Tiefehalbinsel genannt werden. Knapp 600 Liegeplätze bietet der größte Anlaufpunkt für Segelschiffe und Jachten. Die Auslastung liegt mittlerweile deutlich über 80 Prozent. Viel hat sich beim Angebot getan, entsprechend steigt die Nachfrage. „Wir haben tagtäglich Anfragen für Saison- und auch Dauerliegeplätze“, berichtet der stellvertretende Hafenmeister Jan Ufer-Tondera.

150 Plätze bietet Burgstaaken. Auch hier ist die Nachfrage hoch – „mehr als wir anbieten können“, so Jürgen Kölln, einer von fünf Betreibern des Jachthafens. „Für große Jachten sind wir vielleicht nicht so attraktiv, aber bis zwölf Meter gibt es keine Probleme“, ergänzt Kölln.

Der dritte Hort für Segler ist in Lemkenhafen. 140 Liegeplätze bietet der private Hafen, der durch den Seglerverein Lemkenhafen betrieben wird. Hafenmeister Martin Girod berichtet ebenfalls: „voll ausgebucht“. Eine Warteliste habe man nicht, denn die wäre sicher- lich endlos lang. „Wir bekommen täglich E-Mails in denen eine Vereinsmitgliedschaft oder ein Saisonliegeplatz angefragt werden. Unser Vereinsvorsitzender Jürgen Pauleweit beantwortet dann die Anfragen“, erklärt Girod das gängige Prozedere.

In der Nachbargemeinde Großenbrode ist besonders in diesem Jahr ein leicht steigender Trend an Dauerliegern zu beobachten. Wenke Babenihr vom Hafenbetreiber „Mola Yachting“ konnte aber auch berichten, dass die Marina Großenbrode nichtsdestotrotz noch einige kleinere Schiffe unterbringen kann.

Auf dem Wasser liegt Heiligenhafen bei Segelfreunden und Jachtbesitzern besonders hoch im Kurs. Wer sein Schiff in der Marina dauerhaft anlegen möchte, der sollte geduldig sein. Denn seit rund zwölf Jahren ist der Hafen mit allen 986 belegten Plätzen vollständig ausgelastet. Und mehr noch: „Laut des Hafenmeisters“, so Manfred Wohnrade, Geschäftsführer der Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB), „könnten wir rund 250 bis 300 weitere Schiffe von der Warteliste hier unterbringen, wenn wir den Platz dazu hätten“.

Obwohl sich die Häfen in den umliegenden Gemeinden nicht über einen Mangel an Dauerliegern beklagen können, sticht Heiligenhafen dank der großen Nachfrage besonders hervor. Da spielen mehrere Faktoren eine Rolle: „Der Hafen liegt in Zentrumsnähe. Zudem ist es die strategische Lage hinsichtlich der Wasserwege.

Auch wenn bereits darüber nachgedacht wurde, stehen keine Erweiterungs- oder Ausbaupläne für den Hafen an, denn „der demografische Wandel wird auch im Wasser- und insbesondere im Segelsport zu spüren sein“, so der HVB-Chef, dem es wichtig ist, mit 100 Liegeplätzen für Charterschiffe auch rechtzeitig an diejenigen zu denken, die kein eigenes Schiff haben und sich hin und wieder eins mieten. Bis zu 17000 Schiffe besuchen Heiligenhafen in einer Saison durchschnittlich und mieten sich meist für eine Nacht auf den Gästeplätzen ein, so Wohnrade.

Anders sieht es beim Jachthafen in Grömitz mit 780 Liegeplätzen aus, der ebenso wie Heiligenhafen eine größere Nachfrage hat, als er abdecken kann. „Es ist allerdings nicht so, dass wir unter einer dramatischen Nachfragesituation leiden“, sagte Lars Widder vom Tourismus-Service Grömitz, der davon ausgeht, dass die Lage auch in den nächsten Jahren stabil bleiben wird. Entgegen der Erwartungen habe sich der demografische Wandel in Grömitz nicht bemerkbar gemacht.

Etwas Kapazität hat die Ancora-Marina in Neustadt noch, die mit 1400 vorhandenen Liegeplätzen der größte private Jachthafen an der Ostsee ist. „Der Bedarf an Liegeplätzen ist aber in den letzten Jahren immer weiter angestiegen. Derzeit haben wir eine Auslastung von circa 95 Prozent“, sagte Hafenmeister Kim Seemann. Wie es in der Zukunft aussehen werde, ließe sich in dieser schnelllebigen Branche nur schwer prognostizieren.

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