Experteneinschätzung: 30 Millionen Euro ins Kernwegenetz investieren / Nachtragshaushalt

May: „Wir brauchen mehr Geld“

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Überbringer schlechter Nachrichten: Kai Weltzien erläutert anhand des Diagramms den Zustand des Straßennetzes der Insel Fehmarn. Zwei Drittel der 350 Kilometer sind in einem schlechten oder sehr schlechten Zustand.

Fehmarn – Von Manuel Büchner Im Mai 2018 startete das Vorhaben, Fehmarns Straßen in einem Straßenkataster zu erfassen. Über den Stand der Dinge berichtete im Bau- und Umweltausschuss Kai Weltzien von der beauftragten Fachfirma „Lehmann + Partner“. In einem ersten Schritt wurden mit zwei Messfahrzeugen das gesamte Straßen- und Wegenetz der Insel von über 700 Kilometern betrachtet. Für rund 350 Kilometer an Straßen sei eine hochauflösende Bilddokumentation erfolgt, die auch kleinste Risse offenbare, so der Experte. Für Fehmarn wahrlich eine Offenbarung, als Weltzien in Form eines Tortendiagramms den Zustand des Straßennetzes der Insel abbildete und ein Raunen durch die Reihen im Senator-Thomsen-Haus ging.

Von sehr gut bis sehr schlecht, farblich gekennzeichnet, wobei Gelb und Rot für einen schlechten und sehr schlechten Straßenzustand stehen. Für Fehmarn trifft dies auf zwei Drittel der Straßen zu. „Bereits im gelben Bereich muss aus wirtschaftlichen Gründen eine grundhafte Sanierung erfolgen, entsprechende Maßnahmen sind in den letzten Jahren nicht ausreichend erfolgt“, gab Weltzien den Ausschussmit gliedern mit auf den Weg.

Wie stellt sich der Erhaltungsbedarf für das 140 Kilometer lange Kernwegenetz dar, das später im Ausschuss einstimmig verabschiedet wurde? Die Kostenschätzung für 441 Bereiche bezifferte Weltzien auf 58 Millionen Euro. Maßnahmen für 30 Millionen Euro habe man erfasst, bei denen Handlungsbedarf in den nächsten fünf Jahren bestehe, führte der Referent weiter aus. „Es ist ein immenser Bedarf und eine anspruchsvolle Aufgabe“, resümierte Weltzien seinen Paukenschlag.

Nur zum Vergleich: Zwei Tagesordnungspunkte später spielte sich die Diskussion in anderen finanziellen Spähren ab: Nachdem die Haushaltsmittel 2019 für den investiven Straßenbau auf sechs Millionen Euro zusammengestrichen wurden, ist bereits jetzt jeder Cent gebunden. 57 Projekte warf Bauamtsleiter Benjamin May per Beamer an die Wand. Ergo, um weiterzuarbeiten, brachte es May folgendermaßen auf den Punkt: „Wir brauchen mehr Geld.“

Für den Haushalt 2019 0,5 Millionen Euro, um Projekte auf den Weg zu bringen. Und für die Projektkosten, die damit verbunden sind, als Verpflichtungsermächtigung 4,5 Millionen Euro im Haushalt 2020. Zehn Ausschussmitglieder stimmten mit Ja, bei einer Enthaltung.

Wie geht‘s jetzt weiter: „Lehmann + Partner“ wird den Erhaltungsbedarf innerorts und der weiteren befahrenen Wege, die nicht zum Kernwegenetz gehören, vervollständigen. Es wird eine Priorisierung mithilfe einer Punktematrix geben, für die empfohlene Abarbeitung der Maßnahmen und die Aufstellung eines operativen Bauprogrammes.

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