Landseitig neue Fläche / UNB mit Auflagen / TSF legt Widerspruch ein

Mehr Strand in Bojendorf

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Ungewohntes Bild in Bojendorf: Ein neues Strandfeld ist durch die Sandaufschüttung im Rückraum des Geröllstrandes in der letzten Woche entstanden.

Fehmarn – Von Manuel Büchner Ein ungewöhnliches Bild zeigt sich am Strand von Bojendorf im Inselwesten. Besucher können in dieser Saison ein großflächiges Strandfeld benutzen und sind nicht auf den bisherigen Geröllstrand begrenzt. 150 Kubikmeter Sand hatten im Zuge der Ausbaggerung der Fahrrinne zum Burger Binnensee bereits vor geraumer Zeit den Weg in den Inselwesten gefunden – verteilt wurde er in der letzten Woche, allerdings im hinteren Teil des Strandes. Warum? „Der gesamte Abschnitt ist als Strandwall eingestuft und somit geschützt“, klärt Tourismusdirektor Oliver Behncke auf, der zuvor mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) eine Lösung aushandelte. „Wir durften keine externen Felder schaffen, da dies als Eingriff in die natürliche Dynamik des charakteristischen Geröllstrandes bewertet wird. Die Natur soll regulieren“, so Behncke, und man habe daher den Sand landseitig an Ort und Stelle verteilt.

Behncke spricht von einer „angenehmeren Situation für Gäste, die erwarten, zumindest einen Teilabschnitt zu haben, auf dem sie sich niederlassen können“. Für den Touristiker hat die Sache Brisanz: „Hier treffen die Vorgaben des Umweltschutzes auf die Anforderungen eines konzessionierten Strandes.“ Erst vor wenigen Wochen hatte hinter dem Deich das Bistro „Seekiste“ neu eröffnet. Über 300000 Euro wurden vom Tourismus-Service Fehmarn als Pächter und dem Betreiber investiert – inklusive Strandkorbvermietung.

Für dieses Jahr sei die Sache gelaufen, so Behncke. Für die Saison 2020 will der oberste Touristiker Fehmarns die Flinte allerdings noch nicht ins Korn werfen. Hinsichtlich der Entscheidung der UNB hat der TSF Widerspruch eingelegt. „Wir wollen mit dem Kreis Ostholstein im Detail die Problematik besprechen und auf die Situation vor Ort aufmerksam machen“, so Behncke.

Derweil wird eine knapp 400 Quadratmeter große Fläche, die aktuell nicht benutzt wird, als Kompensation zur Renaturierung eingezäunt. Eine Auflage der UNB.

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