Landgericht: Urteil wegen Raub und Körperverletzung in Bannesdorf und Landkirchen

Mehrjährige Haftstrafen

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Am Landgericht Lübeck erfolgte am Donnerstag die Urteilsverkündung gegen zwei Angeklagte für schweren Raub und Erpressung auf Fehmarn.

Lübeck –mb– Nach elf Hauptverhandlungstagen und 16 geladenen Zeugen ging am Donnerstag am Landgericht Lübeck der Prozess gegen zwei Personen mit der Urteilsverkündung zu Ende. Das Gericht unter dem Vorsitz der Richterin Helga von Lukowicz verurteilte einen 26-Jährigen unter anderem wegen schweren Raubes, schwerer räuberischer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung und Drogenhandel in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und drei Monaten

  • Staatsanwaltschaft forderte neun Jahre und sechs Monate für den jüngeren Angeklagten
  • Hauptaugenmerk lag auf den Taten auf Fehmarn
  • Freundin nicht glaubwürdig

Seinen 31-jährigen Komplizen wegen besonders schweren Raubes in Tateinheit mit besonders schwerer Körperverletzung, räuberischer Erpressung und Beihilfe zum Drogenhandel in nicht geringer Menge zu sechs Jahren und zehn Monaten.

Staatsanwalt Stavros Karagiannidis hatte für den jüngeren der beiden sogar neun Jahre und sechs Monate gefordert, für den zweiten Angeklagten sieben Jahre und sechs Monate Haft. „Es ist etwas weniger, aber durchaus vertretbar“, sagte er anschließend.

Richterin von Lukowicz begründete die getroffenen Urteile. Hauptaugenmerk lag auf den beiden Taten am 23. Januar 2019 in Bannesdorf und am 11. Mai 2019 in Landkirchen auf einem Parkplatz nahe der Kirche. Mit dem ersten Opfer, zugleich der Hauptbelastungszeuge, dessen Aussagen das Gericht nicht anzweifelte, wollten beide ein fingiertes Drogengeschäft  einleiten – eigentliches Anliegen war aber, den Zeugen aus dem Drogengeschäft zu drängen. Unmittelbar nach einem ersten Besuch mit Unstimmigkeiten folgte ein zweiter zu dritt mit einer weiteren Person, die maskiert war und bis heute nicht bekannt ist. „Beim zweiten Besuch gab es kein Gespräch, sondern sofort Gewalt“, so die Vorsitzende Richterin und schilderte die Drohung mit einer Schreckschusspistole, den Einsatz von Reizgas, eines Elektroschockers, Schläge und Tritte durch die drei Täter und das Fesseln und Knebeln des Opfers.

„Beide Angeklagte waren Täter eines besonders schweren Raubes in Tateingang mit besonders schwerer Körperverletzung“, schlussfolgerte die Vorsitzende. Der jüngere Täter gab am zweiten Verhandlungstag ein Teilgeständnis ab und zahlte Schmerzensgeld.

Der 11. Mai 2019 erfolgte Raubüberfall begann damit, dass der 31-Jährige das Opfer aus dem Auto zog und ihm eine Schusswaffe an den Kopf hielt. Alibis hätten die beiden Angeklagten für den Tatzeitpunkt nicht, so die Vorsitzende. Der Freundin des 31-Jährigen glaube das Gericht nicht, auch die Aussage der zukünftigen Schwiegermutter des 26-Jährigen, der zudem „seine eigene Rolle in erheblichem Umfang bestritten hat“, sei unglaubwürdig.

Abschließend ging Helga von Lukowicz in ihren Ausführungen auf die „erheblichen Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft und in Richtung des Gerichts“ ein, widersprach und bezeichnete diese als „ein wenig Show-Getöse“ der Verteidiger.

Die Anwälte der beiden Verurteilten ließen wissen, dass sie für ihre Mandanten fristgerecht innerhalb einer Woche Revision einlegen werden. „Das Verfahren war kontaminiert, hinzukommt die extrem schlechte Polizeiarbeit“, sagte Arne Weller, Verteidiger des 26-Jährigen. Er hatte einen Teilfreispruch gefordert. Sein Kollege Oleg Georgieff für seinen Mandanten sogar einen Komplettfreispruch, unter anderem aufgrund des Alibibeweises, zudem der Hauptbelastungszeuge zuletzt seine Aussage revidiert habe, und er doch mit einerAxt an die Tür gegangen sei.

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