Dänischer Ministerpräsident in Berlin / Kanzlerin: „So zügig, wie rechtlich möglich“

Merkel will Beltquerung schnell voranbringen

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Angela Merkel hatte am Donnerstag den dänischen Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen zu Besuch in Berlin.

BERLIN/FEHMARN -dpa- Ein klares Ja aus der Chefetage der Bundespolitik: Der geplante Fehmarnbelttunnel soll zügig vorankommen, sagt Kanzlerin Angela Merkel ihrem dänischen Kollegen Lars Løkke Rasmussen zu. Aber es muss dabei eben auch alles rechtlich sauber sein. Merkel lobt gleichzeitig die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Norden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich klar zu dem mit Dänemark vereinbarten Bau eines Tunnels zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland bekannt. Sie sagte nach einem Treffen mit dem dänischen Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen gestern in Berlin, man sei sich einig gewesen, „dass wir die Fehmarnbeltquerung, die für Dänemark ja von großer Bedeutung ist, jetzt so zügig, wie das rechtlich möglich ist, voranbringen wollen“.

Merkel sprach mit Rasmussen auch über die Verzögerungen bei dem umstrittenen Milliardenprojekt. Insgesamt sei die bilaterale Zusammenarbeit gerade zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein sehr gut und intensiv, so die Kanzlerin. Die dänische Minderheit im nördlichsten Bundesland „gehört natürlich für uns auch zu Schleswig-Holstein dazu“.

Der 19 Kilometer lange Tunnel sollte eigentlich schon in diesem Jahr fertig sein, doch noch immer ist unklar, wann der Bau überhaupt beginnen kann. Erst vor drei Wochen hatte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) eine weitere Verzögerung in den Planungen einräumen müssen. Der Planfeststellungsbeschluss soll demnach statt im Sommer nun erst Ende des Jahres vorliegen.

Laut Buchholz sind schwierige umweltrechtliche Fragen zu klären. Gegen die bisherigen Planungen waren in Deutschland bekanntlich weit mehr als 10000 Einwendungen vorgebracht worden. Es wird damit gerechnet, dass Umweltschützer und Fährbetreiber gegen den Planfeststellungsbeschluss vor das Bundesverwaltungsgericht ziehen.

Die Dänen tragen die Kosten für den Tunnel zwischen Puttgarden und Rødbyhavn. Deutschland muss für die Hinterlandanbindung auf der eigenen Seite zahlen. Die Befürworter erhoffen sich von dem Großvorhaben kräftige wirtschaftliche Impulse. Die Gegner befürchten Schäden für die Natur und Nachteile für den Tourismus in Ostholstein gerade während der mehrjährigen Bauzeit.

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