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6,4-Millionen-Euro-Projekt: Fehmarnscher Ringreiterverein hat für das Reitsportzentrum mit der Ausschreibung begonnen

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Von: Lars Braesch

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Ringreiterverein Fehmarn Reitsportzentrum
Hinrich Köhlbrandt, 1. Vorsitzender des Fehmarnschen Ringreitervereins, erläutert den Mitgliedern den aktuellen Planungsstand für den Bau des Reitsportzentrums. © Lars Braesch

Der Fehmarnsche Ringreiterverein hat mit der Ausschreibung seines geplanten Reitsportzentrums begonnen. Mit 6,4 Millionen Euro wird geplant. Noch ist fraglich, ob der finanzielle Rahmen gehalten werden kann.

Fehmarn – Im Gasthof Meetz zog der Fehmarnsche Ringreiterverein (FRRV) am Mittwochabend Bilanz für das Jahr 2021. Erneut stand das neue Reitsportzentrum im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung. Der 1. Vorsitzende Hinrich Köhlbrandt informierte die rund 40 Mitglieder über den Planungsstand von November 2021 bis heute. „Ein großes Problem war die Zufahrtsstraße“, so Köhlbrandt. Doch bekanntlich hat sich die Stadt bereit erklärt, die Straße zu bauen, wenn der FRRV seinen geplanten Eigenanteil von 200000 Euro einbringt (wir berichteten). Ansonsten wären laut Kostenvoranschlag 460000 Euro für den Verein für die Anbindung fällig gewesen.

Vor zehn Tagen konnte der Verein die drei Gewerke Hallen, drei Reitflächen mit Ebbe-Flut-System sowie die Außenanlagen ausschreiben. „In sechs Wochen wissen wir, ob wir im finanziellen Rahmen bleiben. Wenn es zu keinen Preisexplosionen kommt, planen wir mit einer Investitionssumme inklusive Förderung von 6,4 Millionen Euro brutto“, berichtete Köhlbrandt. Einen geplanten Lagerraum in der Haupthalle hat die Planungsgruppe von zehn auf fünf Meter verkürzt, sodass sich die Reitfläche etwas vergrößert. Den Veranstaltungs- und Cateringraum möchte der Verein verpachten. „Für eine Küche hätten wir zu hohe Auflagen vom Gesundheitsamt erhalten“, erläuterte Köhlbrandt den Mitgliedern. 

Verein lässt Vorgehen nochmals von Mitgliedern bestätigten

Vorsorglich ließ sich Hinrich Köhlbrandt am Ende der Versammlung einen Beschluss vom 16. Dezember 2019 einstimmig bestätigen, dass die Planungsgruppe um Hinrich Köhlbrandt, Peter Rauert, Hinnerk Köhlbrandt und Andreas Witt ermächtigt wird, die Planung des Reitsportzentrums voranzutreiben. „Falls mal eine Behörde meinen sollte, wir würden ohne Beschluss unserer Mitglieder arbeiten“, führte der Vereinsvorsitzende aus.

Die Stadt Fehmarn zieht den Hut

Symbolisch zog der stellvertretende Bürgermeister Heinz Jürgen Fendt bei seinem Grußwort seinen mitgebrachten Hut. Der Fehmarnsche Ringreiterverein (FRRV) habe die Verantwortung beim Fehmarn-Pferde-Festival im Juni. Das Reitturnier sei legendär, und es werde weit über die Grenzen Fehmarns hinaus geschätzt und angenommen. „Auch bei der Förderung des Nachwuchses habt ihr den Hut auf“, sagte Fendt. Auch beim neuen Reitsportverein habe der Verein den Hut auf. „Vor dieser Leistung kann ich nur meinem Hut ziehen. Chapeau FRRV“, wandte sich Fendt an die Versammlung.

Ringreiterverein Fehmarn Versammlung 2022
Die Wahlen auf der Jahreshauptversammlung des Fehmarnschen Ringreitervereins erfolgten einstimmig. © Lars Braesch

Einstimmig erfolgten die Wahlen bei Fehmarns Reitern. So geht der 2. Vorsitzende Andreas Witt, der krankheitsbedingt fehlte, in die nächste Amtszeit von drei Jahren. Gerade was die baurechtlichen Belange angehe, sei Witt eine große Stütze für den Vorstand. Als 2. Reiterführer wurde Hinnerk Köhlbrandt im Amt bestätigt. Eva Köhlbrandt bleibt 1. Jugendwartin. Janine Fox gibt ihren Posten als 2. Schriftführerin auf, steht dem Verein jedoch weiterhin zur Verfügung. Die Nachfolge von Fox tritt Daniela Peglow an. Ebenfalls mussten die Mitglieder einen neuen Kassenprüfer wählen. Svenja Widder folgt auf Svane Schwenn und wird gemeinsam mit Ulrike Bliesemann die Kasse prüfen. 

Finanzen: Kleinen Überschuss erwirtschaftet 

Finanziell konnte der Verein einen kleinen Überschuss von rund 4000 Euro erzielen. Würde man die Ein- und Ausgaben für das neue Reitsportzentrum mit dazunehmen, liegt der Überschuss bei 1,5 Millionen Euro. Erneut regte sich Kassenwartin Jennifer Hass über die Gebühren für Rücklastschriften auf. „168,58 Euro sind im Vergleich zur Investitionssumme Peanuts, nur tun die Gebühren aus meiner Sicht absolut nicht Not“, führte die Kassenwartin in ihrem Kassenbericht aus. 575 Mitglieder hätten dem Verein trotz der Coronapandemie die Treue gehalten. „Das ist zu Coronazeiten nicht selbstverständlich“, meinte Hass.  

Einstimmig änderte die Versammlung einige Begriffe in der Satzung. „Wir möchten die Satzung nicht umkrempeln, nur sind einige Begriffe nicht mehr zeitgemäß“, erklärte Hinrich Köhlbrandt vor der Abstimmung. Laut Paragraf zwei muss der Verein eine Reithalle betreiben. Der Begriff Reithalle wurde durch Reitanlage ersetzt. Der Paragraf drei wurde um passive Mitglieder ergänzt. Der Begriff Reiterführer wurde durch Sportlicher Leiter ersetzt. 

Bilanz der Nachwuchsreiter kann sich sehen lassen

Mit dem Turniersport konnte der Verein 2021 coronabedingt erst im Juni anfangen. „Wir haben es geschafft, wieder ein wenig Atmosphäre durch die Zulassung von Zuschauern beim Fehmarn-Pferde-Festival zu haben“, blickte Hinrich Köhlbrandt zurück. Auch sei das Dressurturnier Ende August eine „schöne Sache gewesen“. Zudem könne sich die sportliche Bilanz gerade im Nachwuchsbereich sehen lassen. Mit Platz drei bei den Landesmeisterschaften der Junioren, die Plätze vier (Springen) und elf (Vielseitigkeit) bei den deutschen Meisterschaften setzte Mathies Rüder die Glanzlichter des Vereins. 

Was ist geplant in den kommenden Monaten

Weiterhin gab der Vorsitzende einen ersten Ausblick. Am 2. und 3. April plant der Verein ein kleines Hallenturnier. Ein Sandplatzturnier soll am 7. und 8. Mai erfolgen. Das Fehmarn-Pferde-Festival findet wieder an zwei Wochenenden statt. Das Hauptturnier ist für den 16. bis 19. Juni geplant. „Eventuell planen wir auch wieder einen Sponsorenabend. Wir müssen wieder einen Schritt in Richtung Normalität gehen“, forderte Köhlbrandt. Auch ist wieder ein Dressurturnier Ende August geplant. Ob es ein Herbstturnier geben wird, ist unklar. Die alte Reitanlage am Grünen Weg gelte dann schon als verkauft. Hier will der Verein noch einmal das Gespräch mit dem Investor suchen.

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