Aus auch fürs Surfmuseum besiegelt – Wegen Ausweitung des Grenzhandels

Modellbahn Fehmarn auf dem Abstellgleis

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Das große Ausräumen gestern im Haus der Modellbahn und des Surfmuseums.

FEHMARN  - Von Nicole Rochell -  Das war‘s für die Modellbahn Fehmarn und das Surfmuseum im Landkirchener Weg. Weil sich der Grenzhandelsriese „Fleggaard“ am Ortseingang von Burg demnächst vergrößern will, bedeutet das das Aus für die Einrichtungen für Modelleisenbahn- und Surffreunde.

Die Modellbahn geht raus, bestätigte Martin Stolz, dem das Gebäude im Landkirchener Weg gehört. Dabei sei die Modellbahn, die aufgrund ihrer hohen Qualität auch für Kinder stets faszinierend gewesen sei, durchaus erfolgreich gewesen. Zwischen 30 000 und 40 000 Besucher hätten die Ausstellung in der Saison von April bis Oktober besucht. Doch das Grenzhandelsgeschäft auf Fehmarn boome, so Martin Stolz. „Und um dem dänischen Grenzhandel den Platz zu geben, den er haben muss, um auf den Ansturm reagieren zu können“, so Martin Stolz, habe er sich nach siebenjährigem Betrieb der Modelleisenbahn dazu entschlossen, „leider auf die Modellbahn zu verzichten“. Auch das Surfmuseum der legendären Surftwins Manfred und Jürgen Charchulla muss raus aus dem Gebäude, in dem künftig neben Fleggaard lediglich der Tourismus-Service Fehmarn bleiben wird. Wo einst Eisenbahnen en miniature in unterschiedlichen Themenbereichen auf zwei Etagen ihre Bahnen drehten und im Surfmuseum die Surfpioniere Jürgen und Manfred Charchulla den Traum des Surfmuseumsvereins Fehmarn International e. V. seit Mai 2007 verwirklichten, soll Ende März das Herz der Logistik des Fleggaard‘schen Grenzhandelsshops im Landkirchener Weg schlagen. Dann soll die Abwicklung sauberer laufen, die Busse sollen entsprechend bestückt und zunehmende Internet-Bestellungen aus Skandinavien besser zusammengestellt werden können, so Martin Stolz, dem auch das Gebäude gehört, in dem sich Fleggaard befindet. Das Gebäude, dann ohne Modellbahn und Surfmuseum, soll Ende März eröffnen. Modellbahn und Museum haben jetzt geschlossen. Gestern, an einem trüben, tristen und nebligen Tag, nahm das große Einpacken seinen Lauf. Die Teile der Modelleisenbahn werden eingelagert und zunächst ins neue Logistikzentrum der Firma Stolz ins Burger Gewerbegebiet gefahren. Kurzfristig rechnet Martin Stolz eher nicht mit einer Neueröffnung der Modellbahn, langfristig sieht er jedoch vielleicht im Burger Steinkamp, wo das Kaufhaus Stolz eine Halle unterhält, eine Lösung. Die Frage sei, ob es einen Betreiber gebe. Er sei der Vermieter der Immobilien, so Stolz, wenn es einen Betreiber gebe, werde es auch wieder eine Modellbahn geben.

Der Bürgermeister sei großzügig gewesen, habe sein Einverständnis gegeben, dass der von der Firma Stolz zur Verfügung gestellte große Container mit den Exponaten aus dem Surfmuseum bis auf Weiteres auf dem Bauhof abgestellt werden könne.

Dennoch hätten sich die derzeit fast 100 Mitglieder des Surfmuseumsvereins Fehmarn International größeres Entgegenkommen bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten gewünscht. Die Stadt habe derzeit keine zur Verfügung, habe der Bürgermeister wissen lassen, jedoch den Vorschlag unterbreitet, das Surfmuseum könne ja mit hinein in das Ausstellungszentrum Feste Fehmarnbeltquerung. „Dann müssen wir warten, bis der Tunnel entsteht“, so Sascha Sanner, rechte Hand der Charchullas sowie Kassenwart und Schriftführer im Surfmuseumsverein. Und in der Zwischenzeit ? Der Verein hat bereits seine Fühler ausgestreckt. In Großenbrode und in Heiligenhafen haben sie bei den jeweiligen Bürgermeistern angeklopft und nach einem passenden Gebäude gefragt. In Heiligenhafen habe man dem Museumsverein bereits Angebote unterbreitet, so Manfred Charchulla, der gestern mit seinem Bruder „and friends“ mit dem Auszug begann. „Eigentlich suchen wir ganz dringend Räume auf Fehmarn, denn im Grunde wollen wir nicht weg von der Insel“, so Manfred Charchulla, der entsprechende Angebote auf dem Festland jedoch zur Überbrückung nicht ausschlagen würde, damit die Ausstellung weiter anzuschauen wäre. „Wir haben nicht so viele Exponate gesammelt, um sie in einer Scheune verrotten zu lassen“, so Manfred Charchulla, hofft, dass sich jemand findet, der Räumlichkeiten, gerne um und bei 250 Quadratmeter, zur Verfügung stellen kann für das nach wie vor noch immer weltweit einzigartige Museum, das anhand der Exponate die Geschichte des Windsurfens und des Kitens erzählt. „Wir brauchen Unterstützung von Menschen, die den Blick auf die Kultur richten“, so Manfred Charchulla. Der Traum sei zwar nicht ausgeträumt – „aber wir müssen nach Alternativen suchen“, so Sascha Sanner.

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