Hafen Orth für die Zukunft gerüstet / 150 Liegeplätze – alle ausgebucht

Ein modernes Denkmal

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Ein Idyll im Südwesten der Insel: Der Hafen Orth ist eine von vier Marinas auf Fehmarn.

Fehmarn –  Von Manuel Büchner „Wir sind der modernste Hafen im Kreis Ostholstein“, sagt Enno Rehbock, Geschäftsführender Gesellschafter des Orther Hafens. Rehbock kommt aus Orth und hat sich zu einem Gespräch mit dem FT im Hafen getroffen.

Von einer Bank aus besteht ein atemberaubender Blick auf den länglich geschnittenen Hafen, der seit 1881 auf einer Landzunge liegt, bestens ans Rad- und Wanderwegnetz sowie das Naturschutzgebiet Krummsteert-Sulsdorfer Wiek angeschlossen ist und auch Grünflächen sein Eigen nennt. Seit dem 29. März ist die gesamte Hafenanlage inklusive Kaiser-Wilhelm-Denkmal und Hafenkontor zudem in die Liste der Kulturdenkmale des Landes aufgenommen worden.

Aber warum eigentlich modern? Seit vier Wochen hält der Hafen wiederum für seine übers Wasser kommenden Besucher ein bargeldloses Kassensystem für Tickets, Strom, Sanitär und in der nächsten Woche auch Duschen vor. „Das hat noch kein Hafen im Kreisgebiet“, so Rehbock nicht ohne Stolz.

150 Liegeplätze hat die Marina und ist – nicht überraschend – zu 100 Prozent ausgebucht. Gastlieger befinden sich an der Ostmole, Dauerlieger an der Westmole. Der Hafen besteht aus rund 2,5 Hektar Land- und ebenso viel Wasserfläche, ist 577 Meter lang und an seiner breitesten Stelle 72 Meter, spult Rehbock die nackten Zahlen ab.

Der Hafen ist gepachtet und wird als GmbH geführt, an der die Stadt als Eigentümer mit 18 Prozent beteiligt ist. Der Vertrag trat im März 1995 in Kraft und ist auf 30 Jahre festgesetzt. Zehn Gesellschafter waren es anfangs, mittlerweile seien nur noch sieben Personen. Wie es nach 2025 weitergehe, stehe noch in den Sternen, so Rehbock. Bisher haben die Gesellschafter rund 1,3 Millionen Euro in den Hafen investiert. „Die Ausschüttung war stets niedrig – wir sind mit Liebe dabei, und der Hafen ist aufgrund seines Alters sehr pflegebedürftig“, weiß Rehbock zu berichten, der bereits seit Dezember 1995 sein jetziges Amt bekleidet.

90000 Euro hat zuletzt das bargeldlose System gekostet, rund 40000 Euro kamen für die Infrastruktur hinzu, rechnet der Geschäftsführer vor. Geld, das die Hafenbetreiber von Christian Persson, Mitherausgeber des c‘t-Magazines, als Spende bekommen haben. „Wir hatten Glück, dass uns ein gebürtiger Orther unter die Arme gegriffen hat“, lächelt Enno Rehbock und lässt den Blick über das Hafengelände schweifen.

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