Umweltauflagen für Tunnelbauer Femern A/S: 1900 Tiere haben neues Zuhause

Molche und Frösche umgesiedelt

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Ziemlich zierlich und possierlich: Trotzdem ist der Kammmolch, der bis zu 18 Zentimeter lang werden kann, die größte heimische Molchart.

Fehmarn –mb– Sie sind besonders geschützt: Kammmolche, Teichmolche und Teichfrösche auf der Insel Fehmarn. Deshalb hat der Bauherr der Festen Fehmarnbeltquerung, Femern A/S, bis zum Sommer dieses Jahres nach eigenen Angaben rund 1900 Tiere umgesiedelt, die in Gewässern in der Nähe der künftigen Baustelle laichen.

Seit 2015 hatten Experten die Amphibien immer zwischen April und Juni unter anderem mit Keschern eingesammelt und in weit außerhalb der geplanten Baustelle gelegene Gewässer gebracht. So fanden 203 Kammmolche, 1575 Teichmolche und 104 Teichfrösche neue Lebensräume. Umgesiedelt wurden nicht nur die erwachsenen Tiere, sondern auch die Larven. „Mit der Umsiedelung schützen wir die auf der Insel heimischen Amphibien, bevor die Bauarbeiten für den Fehmarnbelttunnel auf Fehmarn beginnen“, sagt Stefanie Knörck, Projektmanagerin bei Femern A/S.

Amphibienzaun schützt vor Einwanderung

Damit die Molche und Frösche in Zukunft nicht auf die Baustelle gelangen können, hat Femern A/S im April einen 1,7 Kilometer langen Amphibienzaun östlich der Bahnlinie auf Fehmarn errichtet. Dieser verhindert, dass die Tiere in ihre Winterquartiere auf der anderen Seite des Zauns in die Baustelle einwandern. „Wir unterbrechen damit die Wanderbewegung, damit während der Bauarbeiten keine Tiere getötet werden“, erklärte im Mai bei der Fertigstellung Landschaftsarchitekt Christoph Gondesen. In umgekehrter Richtung habe man eine Böschung eingerichtet, sodass die Tiere über den Zaun kommen, so Gondesen.

Gleichzeitig wurden im Abstand von 20 Metern Überwinterungshabitate aus Steinen, Totholz und Erde angelegt – „neu entwickelt und erfolgreich getestet“, betont Matthias Laubenstein, Chef des Planfeststellungsverfahrens bei Femern A/S.

Bei dem Amphibienzaun handelt es sich um eine Auflage im Planfeststellungsbeschluss im Bereich Umweltmaßnahmen, die Femern A/S vor dem geplanten Bau- start auf deutscher Seite umsetzen muss.

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