Aushub von 19 Millionen m³ Boden – Femern A/S: Menge der Sedimentfreisetzung ist unbedenklich

18 Monate baggern für Tunnelgraben

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Um die Umweltauswirkungen möglichst gering zu halten, sollen die Nassbaggerarbeiten in Ufernähe nur im Herbst und im Winter durchgeführt werden

FEHMARN -hö- Für den Bau des 18 Kilometer langen Fehmarnbelttunnels müssen nach Angaben des Projektträgers Femern A/S 19 Millionen Kubikmeter Erdreich ausgehoben werden.

Bei diesen Aushubarbeiten kommt es naturgemäß zu Sedimentfreisetzungen, die Femern A/S auf eine Menge von höchstens 0,75 Millionen m³ festsetzt. Damit wäre genau der Grenzwert erreicht, der in der Umweltverträglichkeitsstudie die Unbedenklichkeit von Umweltauswirkungen kennzeichnet. Femern A/S hat jetzt einen Gesamtplan fertiggestellt, mit dem die Freisetzung von Bodenmaterial und Sedimenten im Fehmarnbelt begrenzt werden soll, wenn der Graben für den 18 km langen Tunnel zwischen Puttgarden und Rødbyhavn ausgehoben wird. Für die Baggerarbeiten hat Femern A/S einen Zeitraum von 18 Monaten angesetzt. „Die Sedimentfreisetzung kann so gering gehalten werden, weil die ausführenden Bauunternehmer sehr spezialisierte Maschinen mit großem Fassungsvermögen und teilweise ergänzendes Gerät einsetzen werden, mit dem sich die Freisetzungsmengen begrenzen lassen. Darüber hinaus müssen die Bauunternehmer die Arbeiten so planen, dass die Umweltauswirkungen minimal bleiben und dabei berücksichtigen, dass die Meeresumwelt im Frühjahr und Sommer, insbesondere in Küstennähe, besonders empfindlich ist“, teilt Femern A/S mit.

Sedimentfreisetzung auf „niedrigem Niveau“

Im empfindlichen Küstenbereich soll deshalb im Herbst und im Winter gebaggert werden. Stärkere vorübergehende Auswirkungen sieht Femern A/S nur in unmittelbarer Nähe des Tunnelgrabens. Der weitaus größte Teil des freigesetzten Sediments wird nach Auffassung des Projektträgers „schnell auf ein größeres Gebiet verteilt. Deshalb setzt sich über einen kurzen Zeitraum eine nur millimeterdünne Schicht auf Tieren und Pflanzen ab, was lediglich eine geringe Beeinträchtigung der Meeresumwelt darstellt“. Femern A/S geht davon aus, dass die Sedimentfreisetzung „auf dem gleichen niedrigen Niveau wie am Öresund gehalten werden kann und dass die Auswirkungen auf die Meeresumwelt noch geringer ausfallen werden“, da die Umwelt im Öresund im Vergleich zum tieferen Fehmarnbelt empfindlicher sei.

Der Graben für den Absenktunnel wird in einer Breite von 80 bis 140 Metern östlich der bestehenden Fährroute ausgehoben.

Die Ausbreitung der Sedimentfreisetzung ist von lokalen Wind- und Strömungsverhältnissen abhängig. Die schwere Fraktion des freigesetzten Sediments – etwa die Hälfte besteht aus Sand – sinkt laut Femern A/S sehr schnell wieder auf den Meeresboden und lagert sich um den Tunnelgraben ab. Die feineren Sedimentfraktionen – Schluff und Ton – werden weiter wegtransportiert, ehe sie sich absetzen. Bei und nach Stürmen werde das feine Sediment erneut aufgewirbelt und letztendlich weitertransportiert bis zu den natürlichen Ablagerungsstätten im sogenannten Arkona-Becken in der Ostsee, im Kleinen Belt und in der Rødsand-Lagune, ergänzt Femern A/S. Das ausgehobene Erdreich vom Meeresboden soll Verwendung finden zur Anlage von künstlichen Halbinseln für die Tunnelportale bei Puttgarden und Rødbyhavn. Es ist vorgesehen, den Großteil des Aushubmaterials vor der Küste von Lolland aufzuspülen, wo außerdem ein neues Naturgebiet von rund 300 Hektar Größe entstehen soll. Die Halbinsel an der Küste Fehmarns ist mit etwa 15 Hektar deutlich kleiner dimensioniert und soll in erster Linie als Übergang zwischen dem Tunnel und dem Portalbauwerk an Land dienen. Das Aufspülen der Halbinseln erfolgt hinter geschlossenen Deichen, um zu verhindern, dass weiteres Sediment in die Meeresumwelt freigesetzt wird. Grundsätzlich ist Femern A/S davon überzeugt, dass die Sedimentfreisetzungen „keine wesentlichen Auswirkungen auf die Fischbestände im Fehmarnbelt“ haben werden. Und auch in touristischer Hinsicht wird Entwarnung gegeben: „Badegäste werden keine Eintrübungen des Badewassers erleben, da im Sommer keine Nassbaggerarbeiten stattfinden werden. Trübungen und verringerte Sicht treten somit nur an bestimmten Stellen und außerhalb der Badesaison auf, und das Baden im Fehmarnbelt wird in keinerlei Hinsicht und zu keinem Zeitpunkt während der Bauphase gesundheitsgefährdend sein. Die Kriterien, die normalerweise für gute Badewasserqualität gelten, werden stets erfüllt sein.“

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