Südstrand: keine Verletzten / Fahrer mit Situation überfordert / Wasserschutzpolizei zuständig

Motorboot rammt Badeplattform

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Ein Motorboot hat diese Badeplattform gerammt.

FEHMARN - mb - Ein Zusammenstoß, der nie passieren dürfte, ereignete sich am Mittwoch gegen 18 Uhr am Südstrand in Burgtiefe. Ein Motorboot rammte die große Badeplattform, die im Wasser auf Höhe der DLRG-Hauptwache liegt. Zu Schaden ist niemand gekommen – dennoch handelt es sich um einen sensiblen Bereich im Wasser, in dem Badende vor Wasserfahrzeugen geschützt sein müssen. Die Einhaltung der Regeln überwacht die DLRG, die hatte den besagten Vorfall jedoch nicht beobachtet. Die Polizei hat den Übeltäter wenig später an Land in Empfang genommen.

Vom Strand aus hatte eine Frau den Vorfall beobachtet und schilderte dies gegenüber dem FT folgendermaßen: „Das Boot ist gegen die Badeplattform gefahren, auf der sich Personen durch einen Sprung ins Wasser in Sicherheit gebracht haben.“ Danach sei das Motorboot „in Schlangenlinien“ in Richtung Burgstaaken weitergefahren. Auch die Polizei habe man alarmiert, die daraufhin die Zeugenaussagen aufgenommen habe, so die Frau, die sich über den fehlenden Einsatz der DLRG-Rettungsschwimmer verärgert zeigte. „Ich habe nach dem verantwortlichen Wachleiter gefragt – der hat aber eine Rede gehalten. Vom Vorfall hat die DLRG nichts mitbekommen“, erzählte die Frau.

Eine plausible Erklärung: Dieser ereignete sich nach Aussage der Frau um 17.53 Uhr. „Bewacht wird der Strand von 10 bis 18 Uhr“, so Tourismusdirektor Oliver Behncke gestern Mittag, der sich über die Kollision entsetzt zeigte. „Das ist eine grobe Verletzung der Badezone, deren Überwachung der DLRG obliegt.“

Als Erklärung für die fehlende Präsenz der Lebensretter nannte Behncke das Ende des Überwachungszeitraumes. „Kurz vor 18 Uhr wird alles zusammengeräumt und abgeschlossen – eine andere Erklärung kann ich mir nicht vorstellen, denn die Rettungsschwimmer leisten bei uns eine hervorragende Arbeit.“

500 Meter Abstand müssen Motorboote vom Badestrand halten, sagte Dierk Dürbrook, Pressesprecher bei der Polizeidirektion Lübeck, gestern gegenüber dem FT. Ein Urlauber aus Süddeutschland hatte sich in Burgtiefe ein Motorboot ausgeliehen und war samt seiner drei Kinder und seiner schwangeren Frau unterwegs. „Scheinbar war der Mann restlos mit der Situation überfordert“, erklärte Dürbrook. Der Mann habe seinen Fehler sofort erkannt und sich bei den Personen auf der Badeplattform entschuldigen wollen. „Die haben aber sofort ihren Unmut kundgetan“, so Dürbrook, der Verständnis für die Reaktion zeigte.

Auch wenn schlussendlich niemand zu Schaden gekommen sei, so der Pressesprecher, „hat ein Motorboot in der Badezone nichts verloren“. Dies hätten die Kollegen der Wasserschutzpolizei, in deren Zuständigkeitsbereich das Vergehen fällt, dem Mann schon verdeutlicht. Zudem erwartet den Übeltäter eine Anzeige und ein daraus resultierendes Verwarnungsgeld, teilte Dürbrook mit.

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