Kulturausschuss will sich Problemen annehmen / 1. Vorsitzender und Museumsleiter gesucht

Museums-Verein am Scheideweg

+
Wo drückt der Schuh? Verein und Sozialausschuss sprachen über die Zukunftsfähigkeit des Museums-Vereins und über Wege, Probleme zu lösen.

FEHMARN –  Von Manuel Büchner In schwierigen Gewässern manövriert der Verein zur Sammlung Fehmarnscher Altertümer mit seinen beiden Museen bekanntlich seit geraumer Zeit. Es fehlt ein 1. Vorsitzender und der Leiter des Fehmarn-Museums, Klaus R. Klahn, hört 2020 auf. Dazu kommen finanzielle Probleme bei der Unterhaltung der beiden Museen – dies betrifft vor allem das Mühlenmuseum in Lemkenhafen. Um sich einen Eindruck von der Lage vor Ort zu verschaffen, war der Ausschuss für Kultur, Schule, Sport und Soziales der Stadt Fehmarn am Mittwochabend im Fehmarn-Museum in Burg zu Besuch.

Klahn und Georg Hüttmann, der Beisitzer im Verein ist, führten den Ausschuss durch die 23 Räume. Zahlen und Fakten wälzen? Fehlanzeige. Das Duo erzählte auf amüsante Art Geschichten im besten Sinne und ließ Geschichte lebendig werden. Dem Ausschuss gefiel‘s. Der 2. Vorsitzende des Vereins, Dr. Klaus-Friedrich Bumann, dankte im Anschluss für das Interesse und die Gesprächsrunde wandte sich den ernsten Themen zu. Die Ausschussvorsitzende Marianne Unger (SPD) fragte: „Wo drückt der Schuh?“

Das größte Problem sieht Bumann in der Besetzung des Museumsleiterpostens. „Das wird wohl nicht mehr für 100 Euro Entschädigung im Monat über die Bühne gehen“, so Bumann, der sich einen Leiter in Teilzeit vorstellen kann. „2019 können wir noch darstellen, was 2020 wird, müssen wir sehen. Wer Interesse hat, kann sich bei mir jederzeit melden“, machte ein nachdenklicher 2. Vorsitzender deutlich. Hinzu kommt die Suche nach einem 1. Vorsitzenden, die bisher erfolglos blieb. Beide Posten seien mit einem erheblichen Aufwand verbunden.

Das kleinere Übel ist die finanzielle Situation: Das Museum in Burg kann seinen laufenden Betrieb trotz gestiegener Besucherzahlen (2014: 1941, 2018: 2676) nicht aus den Einnahmen decken. Sind es in Burg eher die Personalkosten, belasten in Lemkenhafen Unterhalt und Erhalt der Mühle. Ein kompletter Außenanstrich wird auf den Verein demnächst zukommen. Bisher habe man von Eigenmitteln gezehrt, die vor allem in den goldenen 70er-Jahren mit deutlich über 40000 Besuchern im Jahr aufgebaut wurden. „Die sind aufgebraucht. Allein von 2004 bis 2017 haben wir in die Mühle 220000 Euro investiert, wovon der Verein rund 100000 Euro selbst gestemmt hat“, führte Bumann aus, und dankte nochmals dem ehemaligen 1. Vorsitzenden Uwe Erich vor allem für das Eintreiben der Fördermittel.

Da die Mühlen der Politik eher langsam mahlen, machte Unger deutlich, dass es für Entscheidungen einen gewissen Vorlauf bräuchte. „Wir müssen schauen, welche Strukturen Verein und Stadt gemeinsam schaffen können, damit beide Museen für Fehmarn erhalten bleiben. Sie brauchen personelle Unterstützung, das ist deutlich geworden. Auf Basis des Ehrenamtes wird es sicherlich schwer werden, eine Lösung zu finden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.