Reederei Scandlines weist Aussagen des Amtes für Planfeststellung Verkehr zurück

„Nachweislich falsche Darstellungen“

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Drei Fährschiffgenerationen in Puttgarden: Die Lkw-Fähre „Kronprins Frederik“, die Gefahrgutfähre „Holger Danske“ und die „Deutschland“ (v.l.), eine der vier Doppelendfähren, die rund um die Uhr auf dem Fehmarnbelt verkehren.

Fehmarn –hö– Die Reederei Scandlines reagiert mit Verärgerung auf die vom Amt für Planfeststellung Verkehr (APV) zum Planfeststellungsbeschluss des Fehmarnbelttunnels getroffenen Aussagen zur Qualität des Fährverkehrs.

„Die Aussagen zur mangelhaften Leistungsfähigkeit des Fährbetriebs der Reederei Scandlines weisen wir vehement zurück“, so Reedereisprecherin Anette Ustrup Svendsen gegenüber dem FT.

Regionalmanager Jürgen Zuch hatte in der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung einige Aussagen des APV zusammengefasst (wir berichteten). Die Rede war von einem „unzureichenden Verkehrsverhältnis“, „für ,normal‘ Reisende nicht mehr zumutbar“ oder „für Gefahrguttransporte nicht ausreichend“.

Scandlines bezeichnet diese Vorwürfe als „nachweislich falsch“. Auch wenn diese Aussagen seit der ersten Auslegung der Planunterlagen im Jahr 2014 existierten, „werden sie nicht dadurch richtig, wenn sie permanent wiederholt werden“. Derartige Darstellungen seien ein vergeblicher Versuch, ein Projekt zu begründen, für das es sichtlich keinen verkehrlichen, sondern allenfalls einen politischen Bedarf gebe, ist Scandlines überzeugt.

Bei der Zuverlässigkeit der Verbindung sieht sich die Reederei vielmehr als die Nummer eins: „Alle 30 Minuten an jedem Tag des Jahres und rund um die Uhr legen in Puttgarden wie in Rødby die Fähren ab und verbinden in nur 45 Minuten die beiden Länder. Das macht über 34000 Überfahrten pro Jahr auf dem Fehmarnbelt; die Zuverlässigkeit ist damit sogar höher als die Zuverlässigkeit von vergleichbaren festen Querungen.“

Und die Reederei wird nicht müde zu betonen, dass sie weiter auf dem Fehmarnbelt verkehren wird „mit gewohnt hoher Frequenz sowohl mit als auch ohne feste Querung“. Voraussetzung hierfür sei jedoch ein fairer Wettbewerb. „Deshalb appellieren wir seit Vorliegen der Planungen für eine gleichberechtigte Anbindung unserer Häfen und eine Simulation des Schiffsverkehrs während der Bauphase.“ Auf die Problematik der Schiffssicherheit im Fehmarnbelt während der Bauphase weist der Nautische Verein Vogelfluglinie bereits seit Jahren hin.

„Als wichtigster Arbeitgeber der Region ist Scandlines hier wirtschaftlich und gesellschaftlich tief verankert und wird auch in Zukunft die Fehmarnbeltregion verbinden“, erinnert Anette Ustrup Svendsen. Angesichts der bereits angekündigten Klagen der Naturschutzverbände gegen den Planfeststellungsbeschluss freue sich die Reederei, dass im nächsten Verfahrensschritt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig „sich der Sache mit frischem und neutralem Blick annehmen wird“, formuliert die Pressesprecherin ein wenig spitz.

Die Reederei Scandlines will sich nicht beugen und blickt voraus: „Sowohl unsere Investoren als auch wir selbst haben eine langfristige Perspektive auf unser Geschäft, eine Perspektive, die weit länger in die Zukunft reicht als ein eventueller Tunnelbau. In den kommenden Jahren werden wir unsere Bemühungen um eine grünere Verkehrsmaschine weiter intensivieren.“

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